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Tarifkonflikt: Løkke will gespartes Geld in einem Wohlfahrts-Topf sammeln

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen
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Lars Løkke Rasmussen (Venstre). Foto: Aris Oikonomou/AFP/Ritzau Scanpix

Die Gehälter, die im Falle eines Großkonfliktes eingespart werden, sollen in einem Topf für Wohlfahrt gesammelt werden. Das meint der dänische Regierungschef.

Bei den Tarifverhandlungen zwischen den öffentlichen Angestellten und deren Arbeitgebern wird die Zeit langsam knapp. Der Termin eines Großkonfliktes rückt immer näher. Sollte es so weit kommen, dann werden die aufgrund von Aussperrungen (Lockout) eingesparten Gehälter in einem eigens dafür eingerichteten Topf für Wohlfahrt gesammelt. Das erklärt der dänische Regierungschef, Lars Løkke Rasmussen (Venstre), zu DR.

„Im Falle eines Konflikts werden wir überschüssige Löhnen haben. Die werden wir in einem Wohlfahrts-Topf sammeln und dann besprechen, wo und wie wir das Geld sinnvoll nutzen“, so Løkke, der damit auch zurückweist, dass die Regierung darauf spekuliert, dass die Tarifverhandlungen in einem Konflikt enden.

Ihm zufolge würde ein Großkonflikt rund 250 Millionen Kronen pro Tag einsparen. Doch ein Teil davon müsste dafür genutzt werden, um das „versäumte einzuholen“, wie Løkke betont.

„Wir wollen keinen Konflikt. Wir sehen am liebsten, dass die Verhandlungspartner eine Lösung finden“, sagt der Staatsminister abschließend zu DR.

Seine Entscheidung, das ersparte Geld in Wohlfahrt zu investieren, wird von der Vorsitzenden der Erzieher-Gewerkschaft Bupl, Elisa Bergmann, begrüßt. Doch zugleich wünscht sie sich, dass eine solche Lösung permanent bei Konflikten gelten soll.

„Wir denken nicht, dass die einzelnen Kommunen selber entscheiden sollten, ob sie das Geld einfach sparen oder in die Wohlfahrt investieren wollen“, so Bergmann zu DR. Ihr zufolge hat die Gewerkschaft deshalb einen Gesetzesvorschlag präsentiert, in dem vorgegeben wird, dass gespartes Konflikt-Geld den Bürgern durch Wohlfahrtsinvestitionen zugute kommt.

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