Steuerbehörde nach Uber-Verbot

Nur drei von 1.195 Uber-Fahrern in Dänemark sollen ordentlich Steuern gezahlt haben

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Kopenhagen
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Uber
Foto: Angelo Merendino, Ritzau Scanpix/AFP

Sozialbetrug, Steuerhinterziehung und Schwindel: Nach dem Verbot des Fahrdienstes Uber in Dänemark wird deutlich, dass es bei dem US-Modell nicht nur bei Löhnen und Arbeitsbedingungen haperte – auch um die Steuermoral der Fahrer scheint es schlecht bestellt.

Die dänische Steuerbehörde Skat hat die Steuerverhältnisse von 1.195 ehemaligen Fahrern des inzwischen in Dänemark verbotenen Fahrdienstes Uber überprüft. Das Ergebnis: Nur drei davon haben nicht bei Einkommens- und / oder Mehrwertsteuer betrogen, berichtet Avisen.dk.

Die 1.192 Fahrer, die keine korrekte Steuererklärung eingereicht haben, haben falsche Angaben im Umfang von rund 26,5 Millionen Kronen gemacht, schreibt Skat an Avisen.dk. Etwa 11,3 Millionen Kronen, die die ehemaligen Uber-Fahrer nicht in die Staatskasse eingezahlt haben, müssten noch zurückgezahlt werden. Das entspricht im Schnitt 9.423 Kronen pro Fahrer.

154 der Fälle werden zudem an eine Spezialeinheit übergeben, die feststellen soll, ob die Betreffenden über die Nachzahlung hinaus noch eine Strafe zahlen müssen, weil sie „grob fahrlässig“ gehandelt haben.

Insgesamt hat die Steuerbehörde nun die Angaben von 1.799 ehemaligen Uber-Fahrern überprüft. Drei Viertel von ihnen haben in dem Jahr, in dem sie für Uber unterwegs waren, Sozialleistungen bezogen. Jetzt soll untersucht werden, ob Leistungen ungerechtfertigt bezogen wurden. Am 1. Dezember 2017 hatte die Steuerbehörde die niederländischen Behörden um Lohnauskünfte der in Dänemark ansässigen Uber-Fahrer für die Jahre 2016 und 2017 gebeten.

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