Dänemark Kompakt am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick aus Dänemark

DN
Kopenhagen
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Innovationsministerin Sophie Løhde (Venstre). Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Kollision im Großen Belt, mehr Flüchtlinge in Arbeit und ein neues Familienrecht: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages kompakt im Überblick.

Tierpfleger doch nicht von Aussperrungen betroffen

Noch vor drei Wochen hatte die dänische Innovationsministerin Sophie Løhde (Venstre) beschlossen, dass 120.000 Staatsangestellte von ihrer Arbeit ausgesperrt (Lockout) werden sollten. Doch nun hat die Ministerin bezüglich der Tierpfleger und Gärtner anders entschieden, berichtet das Gewerkschaftsmagazin 3F.

Insbesondere Personen, die sich täglich um Versuchstiere kümmern, sollten gerne weiterarbeiten. „Wenn keiner sich um die Tiere kümmert, dann müssten sie eingeschläfert werden. Und das hat negative Folgen für die Forschung und man läuft die Gefahr einer negativen Presseaufmerksamkeit”, so die Begründung laut 3F.

Weitere Zeugenaussagen im U-Boot-Fall

Am sechsten Prozesstag sagen weitere Zeugen gegen den U-Boot-Bauer Peter Madsen aus. Angeblich soll dieser sich dafür interessiert haben, wie man Leichen loswerden kann, meinen frühere Mitarbeiter Madsens.

Grönländisches Schiff nach sechs Tagen im Eis wieder frei

Das grönländische Passagierschiff „Sarfaq Ittuk“, das seit Mittwoch vergangener Woche in einem Fjord im Süden der Insel im Eis feststeckte, konnte sich am Dienstag befreien. Das berichtet die Reederei Arctic Umiaq Line auf Facebook. 37 Passagiere und 21 Besatzungsmitglieder sind an Bord. Gefahr für Schiff, Besatzung und Passagiere bestand keine. Das Schiff legte am Mittag im Hafen von Arsuk an.

Foto: Sund & Bælt

Brückenbetreiber mit Milliardenplus

Der Betreiber der Großer-Belt Brücke, Sund&Bælt Holding, hat am Dienstag sein Jahresergebnis für 2017 veröffentlicht. Die Gesellschaft verzeichnet ein Rekordplus von 2,2 Milliarden Kronen – eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 200 Millionen Kronen, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Der steigende Verkehr über die Brücke sei einer der Hauptgründe für das gute Ergebnis. Täglich passieren rund 35.000 Fahrzeuge die Großer-Belt-Brücke.

Kinder- und Sozialministerin Mai Mercado von den Konservavtiven gibt die neuen Regeln bei Familienangelegenheiten bekannt. Foto: Scanpix

Folketing einigt sich auf neues Rechtssystem für Familien

Alle Parteien des dänischen Parlaments haben sich am Dienstag auf ein neues Rechtssystem für Familien geeinigt. Dadurch soll bei Familienangelegenheiten in Zukunft das Wohl des Kindes stets im Mittelpunkt stehen. Bislang wurden Scheidungsangelegenheiten sowohl in der Staatsverwaltung als auch am Stadtgericht verhandelt. Teil der neuen Organisation ist ein Familiengerichtshaus („familieretshuset“), das als Verwaltungseinheit alle Angelegenheiten aufnimmt und in die Wege leitet. Ehepartner mit Kindern müssen künftig drei Monate warten, bevor sie nach einer Trennungsphase geschieden werden. Eine gleichwertige Elternschaft wird eingeführt: Eltern, die sich einig sind, können den Wohnort des Kindes zwischen sich aufteilen, das Kindergeld wird in gleichen Teilen an beide Partner überwiesen. Der Gesetzesvorschlag wird im Herbst vorgelegt, das Gesetz tritt erwartungsgemäß zum 1. April 2019 in Kraft.

Minenähnlicher Gegenstand am Strand bei Esbjerg gefunden

Strandspazierer haben am Dienstagvormittag einen minenähnlichen Gegenstand am Strand bei Skallingen nahe Esbjerg gefunden. Das berichtet der Wachleiter der Polizei von Südjütland und Nordschleswig. Die Polizei habe Bilder des Gegenstands zugeschickt bekommen und aufgrund dieser tippen die Beamten auf eine Mine.

„Das ist keine Seltenheit. Dies ist ein Gebiet, wo sich wahrscheinlich noch Minen des Zweiten Weltkrieges befinden”, so Wachleiter Mads Lervad Dammark. Ein Entschärfungsteam sei im Einsatz.

Deutlich mehr Flüchtlinge in Arbeit

Eine neue Untersuchung der dänischen Behörde für Arbeitsmarkts-Rekrutierung zeigt, dass immer mehr Flüchtlinge in Dänemark eine Arbeit finden. Insbesondere in der Hauptstadt Kopenhagen ist die Zahl innerhalb der vergangenen fünf Jahre von 19 auf 27 Prozent der Flüchtlinge gestiegen, berichtet der Nachrichtensender DR (Danmarks Radio). Doch auch im restlichen Land steigt die Zahl die arbeitenden Flüchtlinge, so die Untersuchung.

Grund für die Steigerung seien die positiven Beschäftigungszahlen im Land, meint der Direktor des dänischen Wirtschaftsverbandes Dansk Industri (DI), Sten Nielsen.

Zwei Schiffe kollidieren im Großen Belt

Ein Container- und ein Handelsschiff sind am Dienstagmorgen im Großen Belt ineinander gefahren. Bei der Kollision geriet eines der Schiffe kurzzeitig in Brand. Das gab das Operationszentrum des dänischen Militärs bekannt. Es sei bei dem Unfall zu keinerlei Personenschaden oder Umweltverunreinigungen gekommen, so der Wachleiter Klaus Rasmussen. Beide Schiffe liegen nun mit einem großen Loch in der Seite vor Anker, da sich die Schäden über der Wasseroberfläche befinden, besteht keine Gefahr, dass Wasser in die Schiffe läuft.

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