Dänemark kompakt am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick aus Dänemark

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: REUTERS/Chris Helgren/Ritzau Scanpix

Stagnierende Arbeitslosenzahlen, Facebook-Skandal und ein Abgeordneter, der nicht einreisen durfte: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages kompakt im Überblick.

Danske Bank: Ein Bankdirektor geht

Ein Mitglied der Direktion der Danske Bank hat während noch laufender Ermittlungen zu Geldwäschevorwürfen seinen Posten verlassen. Es handelt sich dabei um Lars Mørch, der für die Bankgeschäfte im Baltikum verantwortlich war. Berlingske hatte in mehreren Veröffentlichungen von Geldwäsche in der Danske Bank Filiale in Estland berichtet, unter anderem soll der russische Geheimdienst und ein Verwandter von Präsident Putin involviert gewesen sein. Obwohl die Untersuchungen noch laufen, so der Vorstandsvorsitzende der Bank gestern, stünde bereits jetzt fest, dass die Bank gründlichere Untersuchungen zu einem früheren Zeitpunkt hätte veranlassen müssen, so Ole Andersen. Man habe die Situation mit Mørch in den vergangenen Wochen besprochen.

Minister Pape zur Anhörung einberufen

Der dänische Justizminister Søren Pape Poulsen (Konservative) ist erneut zu einer Anhörung über den PET-Fall einberufen worden. Der dänische Nachrichtendienst hatte persönliche Daten 15 Jahre nachdem sie gesammelt wurden in einem geheimen Server gespeichert. Nun soll Pape diesbezüglich erneut Rede und Antwort stehen.

„Es ist wichtig, dass wir bei der Anhörung darüber informiert werden, was PET darf und nicht darf. Die Informationen des Ministers sollen für Aufklärung sorgen, was sie bei der vergangenen Anhörung nicht taten“, erklärt die rechtspolitische Sprecherin der Alternativen, Josephine Fock zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Arbeitslosenzahlen stagnieren

Nachdem mehrere Monate die Arbeitslosenzahlen in Dänemark fielen, stagnierte die Entwicklung im Februar. Die Zahl fiel lediglich um 700 Personen. Der Prozentsatz der Arbeitslosen liegt demnach weiterhin bei 4,1, so Zahlen der dänischen Statistikbehörde.

„Das sind enttäuschende Zahlen“, erklärte der Chefberater des Wirtschaftsverbandes Dansk Erhverv, Peter Halkjær.

Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

Zurückgehaltener Abgeordneter durfte nicht einreisen

Der dänische Folketingsabgeordneter Lars Aslan (Sozialdemokraten), der laut eigener Aussage im Flughafen von Bahrain 25 Stunden lang zurückgehalten wurde, hat nun die Rückreise nach Dänemark angetreten. Ihm wurde die Einreise nach Bahrain verwehrt.

Aslan war nach Bahrain gereist, um dort den inhaftierten dänischen Staatsbürger Abdulhadi al-Khawaja im Gefängnis zu besuchen. Doch er wurde von Beamten im Flughafen als ein Sicherheitsrisiko eingestuft und zurückgehalten.

Lars Aslan (l.) Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Dänische Bürger bleiben Facebook nach Skandal treu

Eine neue Voxmeter-Umfrage zeigt, dass die dänischen Bürger dem sozialen Netzwerk Facebook nach dessen Daten-Skandal weiterhin treu bleiben. Ganze 72,5 Prozent der Befragten wollen auch künftig aktive Nutzer von Facebook sein. Lediglich 20 Prozent wollten ihr Profil löschen.

Im vergangen Monat berichtete die amerikanische Tageszeitung New York Times, dass das Analyseinstitut Cambridge Analytica persönliche Daten von 50 Millionen Nutzern bei Facebook gesammelt hatte.

Weiterer italienischer Brückenbauer in finanziellen Schwierigkeiten

Zwei der drei italienischen Baufirmen jenes Konsortiums, dass die neue Brücke über den Storstrøm bauen soll, sind in finanziellen Schwierigkeiten. Das berichtet das Fachmagazin Byggeriets Dagblad. Die dänische Straßenbehörde (Vejdirektoratet) erklärt jedoch, dass dies keinen Einfluss auf das Bauvorhaben haben wird.

„Das ändert nichts an unserer Vereinbarung. Im einem Konsortium haften die Mitglieder füreinander. Darüber hinaus hat uns die Baufirma Itinera im Vertrag garantiert, dass die finanzielle Lage im Konsortium weiterhin in Ordnung ist“, so Projektleiter Erik Stoklund Larsen.

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