Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Jens Nørgaard Larsen/Ritzau Scanpix

Kein Ticketkauf durch Hackerangriff, In zehn Jahren gut 50 Prozent höhere Bankgebühren, Premiere des neues Signalsystem verschiebt sich: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Løkke besucht Soldaten im Kosovo

Der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) hat am Montag die dänischen Soldaten im Kosovo besucht. Er lobte die Auslandssoldaten dafür, dass sie „alle Aufgaben mit Hingabe und Professionalität lösten“. Dänemark könne Stolz auf dein Beitrag sein, den es in dem Balkanstaat geleistet habe, so der Staatsminister zur Nachrichtenagentur Ritzau. Seit 1999 waren rund 13.000 dänische Soldaten im Kosovo stationiert, das früher ein Teil Serbiens war und seit 10 Jahren unabhängig ist. Derzeit sind noch 35 Militärangehörige vor Ort.

TDC-Chefin gibt Posten ab

TDC-Chefin Pernille Erenbjerg wird ihren Posten bis spätestens Ende des Jahres aufgeben. Das gab das Unternehmen am Montag in einer Pressemitteilung bekannt. Als Begründung sagte sie: „Ich habe in den vergangenen Wochen mit dem Vorstand diskutiert. Mein herz schlägt einfach nicht für die neuen Kapitel, die sie aufschlagen wollen – und deshalb ist dies der richtige Entschluss.“ Wer der Nachfolger von Erenbjerg wird, steht noch nicht fest.

Völkermord in Ruanda: 50-Jähriger bleibt bis September in Untersuchungshaft

Ein 50-jähriger dänischer Bürger muss bis September in Untersuchungshaft bleiben, bis das Landesgericht über eine Auslieferung an Ruanda entschieden hat. Das gab der Chefankläger des Landesgerichts, Martin Stassen, am Montag bekannt. Dem Mann wird vorgeworfen, 1994 am Völkermord in dem afrikanischen Land beteiligt gewesen zu sein. Im Herbst 2017 plädierte die Staatsanwaltschaft dafür, den Beschuldigten an die Justizbehörden in Ruanda zu übergeben. Dagegen klagte der Mann. Da das Stadtgericht in Hillerød ebenfalls zu dem Urteil kam, den Mann auszuliefern, muss nun das Landesgericht entscheiden. Er sitzt seit dem 17. Mai 2017 in Untersuchungshaft. Die Behörden in Ruanda werfen ihm vor, 1994 als junger Lehrer am Massenmord beteiligt gewesen zu sein. Insgesamt wurden damals innerhalb von 100 Tagen rund 800.000 Menschen, vor allem Angehörige der Volksgruppe der Tutsi und moderate Hutu, ermordet.

Cyberattacken sind ein zunehmendes Problem für Dänemark. Foto: Scanpix

Zentrum für Cybersicherheit warnt vor zunehmender Bedrohung aus dem Internet

Internet-Spionage und -Kriminalität sind für die Sicherheit und die Wirtschaft Dänemarks weiterhin eine große und ernstzunehmende Bedrohung. Zu diesem Ergebnis kommt das Zentrum für Cybersicherheit in seinem jüngsten Bericht. Staaten nutzen das Internet zur Spionage oder als Waffe – und auch Dänemark sei Ziel, so die Experten. Vor allem die Behörden, die sich mit Außen- und Verteidigungspolitik beschäftigten, seien ständigen Angriffen ausgesetzt. Auch um die Parlamentswahlen in Dänemark, die spätestens am 19. Juni 2019 abgehalten werden müssen, machen sie sich Sorgen: „Wir befürchten, dass andere Staaten versuchen, die Wahlen zu beeinflussen und damit eine freie und faire Meinungsbildung gefährden“, so der Chef des Zentrums, Thomas Lund-Sørensen.

Steigende Lebenserwartung belastet private Pensionsversicherungen

Bei vielen Bürgern werden nach Berechnungen der Finanzaufsicht die privaten Pensionserträge niedriger als erwartet ausfallen. Das berichtet Jyllands-Posten unter Verweis auf Berechnungen der Aufsichtsbehörde. Ursache ist die deutlich steigende Lebenserwartung der Versicherten. Die Finanzaufsicht hatte die Pensionsgesellschaften aufgefordert, ihre Rücklagen zu erhöhen, um die Ansprüche der Versicherungskunden erfüllen zu können.

Premiere verschiebt sich

In 2018 sollte die erste Teststrecke Roskilde-Køge mit dem neuen Signalsystem ERTMS eingeweiht werden, gefolgt von der Strecke Køge-Næstved zu Beginn 2019. Wie die Zeitschrift Ingeniøren berichtet, werden sich die Eröffnungen verschieben. Das Blatt bezieht sich auf einen Statusbericht der dänischen Bahn (Banedanmark) an das Parlament, in dem die Bahn einräumt, die beiden Termine nicht halten zu können.

Bankgebühren stark gestiegen

Seit 2008 sind die Gebühren der Banken in Dänemark um 53,4 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu erhöhten sich die Preise für Waren des täglichen Bedarfs wie Essen und Bekleidung um 14,5 Prozent. Dies zeigen Zahlen von Danmarks Statistik. Der Statistikbehörde beobachtet die Preissteigerung bei gewöhnlichen Bankgebühren, zu denen unter anderem Onlinebanking, Auszahlungen an Automaten, Überweisungen oder Geldwechsel zählen. Die Gebühren in anderen EU-Ländern stiegen laut Danmarks Statistik im genannten Zeitraum um 8,3 Prozent.

Kein Ticketkauf durch Hackerangriff

Ein Hackerangriff hat zu einem Zusammenbruch der Systeme der dänischen Staatsbahn DSB geführt; dies teilte die Bahn mit. Kunden hatten am Sonntagabend landesweit Probleme, Tickets per App oder über die Homepage zu kaufen. Auch Fahrscheinautomaten waren außer Betrieb. Der Kauf ist seit dem frühen Montagmorgen wieder möglich. Auch unternehmensinterne Mail- und Telefonsysteme waren DSB zufolge betroffen. Nach Einschätzung des Unternehmens verfolgten die Hacker kein wirtschaftliches Ziel. Nach Ansicht des Nachrichtendienstes der Streitkräfte häufen sich Angriffe dieser Art, sogenannte destruktive Cyberangriffe.

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