Kunst

Gemälde finden im Saxburger Krug ein neues Zuhause

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Saxburg/Saksborg
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Die großen Bilder sind im Saxburger Krug gelandet. Darüber freuen sich im Namen von „Luthersk Mission“ Lorenz Peter Petersen und im Namen vom Krug Christina Andresen, „Dres“ Andresen und Carl Christian Jochimsen (v. l.). Foto: Kjeld Thomsen

Die Freigemeinde „Luthersk Mission“ hat einen Standort für zwei ausrangierte große Bilder ausfindig machen können. Denn Lorens Peter Petersen hatte da eine Idee.

Mit der Modernisierung und dem Anbau am Gebäude der Freigemeinde „Luthersk Mission“ in Bülderup-Bau passen zwei große Gemälde irgendwie nicht mehr ins Bild. „Auf der Generalversammlung wurde darüber gesprochen, die Bilder auszumustern“, erzählt Missions-Mitglied Lorens Peter Petersen aus Nolde. Wohin aber mit den Gemälden? Mit einem Format von 1,81 mal 1,27 Metern passen sie ja nicht in ein normales Haus, und sie wegzuwerfen wäre doch zu schade.

Lorens Peter Petersen hatte da gleich eine Idee. Man könnte doch den Saxburger Krug fragen, ob sie nicht Platz haben. Da hier regelmäßig Feste stattfinden, würden die Gemälde auch recht viele Betrachter haben, so der Ansatz von Lorens Petersen und „Luthersk Mission“.

Raum und Bild finden einander

Christina Andresen, Betreiberin des Kruges, gab gleich die Zusage. „Zumal die Motive ja gut herpassen“, so die Saxburgerin. Das eine Bild zeigt einen Weg zur Buhrkaller Kirche, die gleich gegenüber vom Krug ist. Das andere Motiv ist die alte Mühle, die sich einst in unmittelbarer Nähe des Kruges befand.

„Die Bilder sollen dort hängen“, so Christina Andresen mit Fingerzeig auf die eine Wand im großen Saal.
Bei der Übergabe grübelte man über die Herkunft der Bilder, die offensichtlich vom selben Künstler gemalt worden waren. „Tønder 1935“ steht auf beiden. „Wir haben etwas von einem Künstler Lund gehört. Im Internet haben wir allerdings nichts über einen Künstler Lund herausbekommen“, so Lorens Peter Petersen.

„Aus lokalhistorischer Sicht recht speziell"

Naheliegend ist, dass es sich bei „Tønder“ nicht um einen Ortsnamen, sondern um den Künstlernamen handelt. Es gab einen nordschleswigschen Künstler Carl Tønder, der im hiesigen Raum lebte (1884-1953). „Die beiden Gemälde sind mit großer Wahrscheinlichkeit von ihm. Die Motive sind typisch für ihn“, so das Expertenurteil von Kent Lauritsen, Betreiber der Galerie Nexus in Uk.

Er hat die Bilder zwar nur auf einem Foto gesehen, geht aber davon aus, dass es Tønder-Werke sind. Die werden nun im Saxburger Krug hängen. „Das ist aus lokalhistorischer Sicht ja recht speziell. Die Bilder befanden sich einst in einem dänischen Versammlungshaus, das die Mission 1968 übernahm, und nun werden sie in einem Krug mit deutscher Zugehörigkeit hängen“, so Lorens Peter Petersen, der die großen „Schinken“ extra in einem Pferdeanhänger nach Saxburg transportiert hatte.kjt

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