Rotary-Veranstaltung

Ausladung von Museumspolitikern

Brigitta Lassen
Brigitta Lassen Lokalredakteurin
Tondern/Tønder
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Jørgen Popp Petersen. Foto: K. Riggelsen

Jørgen Popp Petersen und Jens Møller waren als Gäste bei Rotary-Veranstaltung unerwünscht.

Eine Ausladung gab es jüngst für Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) und Jens Møller (fraktionslos). Nicht in ihrer Eigenschaft als Stadtratsmitglieder sondern als noch amtierende Vorstandsmitglieder vom Museum Sønderjylland. Sie waren von Stadtrats- und Rotarymitglied Susanne Linnet (Venstre) als Gäste zu einer Veranstaltung von Rotary in Tondern eingeladen worden, wo der Vorsitzende vom Förderverein des Kunstmuseums, Jens Gade, einen Vortrag über den Freundeskreis halten sollte. Linnet ist auch noch amtierendes Vorstandsmitglied des Museumsverbandes.

Jens Gade wollte seinen Vortrag in Anwesenheit von Popp Petersen und Jens Møller nicht halten, teilte er der Rotary-Vorsitzenden Karin Holdt mit. Susanne Linnet musste daraufhin ihre beiden Gäste wieder ausladen. „Geduldet“ wurde aber der Vorsitzende des Handelsvereins Anders Muus Jacobsen, der von Rotary-Mitglied und Stadtratspolitiker Harald Christensen (Sozialdemokraten) als Gast eingeladen worden war. Jacobsen hat sich bekanntlich mit dem Handwerkerverein, dem Gewerbeverein, Touristikverein und dem Freundeskreis gegen den vom Museumsvorstand einstimmig gutgeheißenen neuen Strukturplan aufgebäumt. Die Vereine fürchten um die Zukunft des Kunstmuseums.

„Ich erfuhr kurz vorher auf Umwegen, dass Popp Petersen und Møller anwesend sein würden. Ich ging davon aus, dass Anders Jacobsen Rotary-Mitglied war. Ich war eingeladen, über den Freundeskreis zu berichten, und da lag es nahe, dass in diesem Zusammenhang auch die Zukunft des Kunstmuseums zur Sprache kommen konnte. Ich wollte an diesem Abend nicht mit den Vorstandsmitgliedern des Museums diskutieren, obwohl ich nichts gegen eine Diskussionsveranstaltung habe. Daran würde ich gerne teilnehmen. Ich wurde böse, dass ich erst auf Umwegen von der Anwesenheit der beiden erfuhr. An diesem Abend war ich nicht auf eine Diskussion vorbereitet“, erklärt Gade. Er hatte sich im vergangenen Herbst in sehr kritischen Worten zur Entscheidung des Museumsvorstandes geäußert. Denn er fürchtete und fürchtet noch um die Zukunft des Kunstmuseums. Dennoch schmeißt er nicht das Handtuch. „Ich gebe den Vorsitz im Förderkreis nicht im Protest ab. So etwas liegt mir nicht“, unterstreicht der frühere Rektor des Gymnasiums.

Überrascht über Ausladung

Die Ausladung überraschte Jørgen Popp Petersen. Er wisse zwar nicht wie sich der Abend entwickelt hätte und ob es dann zu einer Diskussion gekommen wäre. „Ich hätte gerne teilgenommen. Ich bin es leid, dass keine aktive Politik geführt werden kann. Dazu gehört nun mal auch das Diskutieren, und dass man anschließend auch zu seinen Meinungen steht. Für etwas, was andere im Museumsstreit gesagt haben, will ich nicht gerade stehen. Ich habe nie das Wort Lügner verwendet“, unterstreicht Popp Petersen. Er konnte nach der Ausladung am darauffolgenden Abend als Mitglied an der Generalversammlung des Freundeskreises teilnehmen. „Ich fühlte mich an diesem Abend weder veranlasst noch provoziert, das Wort zu ergreifen“.

Susanne Linnet erklärte zu ihrer Einladung ihrer beiden Kollegen, „dass wir uns als Vorstandsmitglieder der Museen die Meinungen des Freundeskreises hätten anhören können. Wir hätten es als Informationsveranstaltung nutzen können. Bei einer entstehenden Diskussion hätten wir die Beweggründe des Museumsvorstandes erläutern können“, erklärte die Venstre-Politikerin.

Die Veranstaltung sei für Außenstehende geschlossen worden, führt sie weiter aus und lobt Jens Gade für einen sehr interessanten Vortrag. Ihr imponiere das große Engagement der Museumsfreunde.

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