Haustiere

Angst vor dem Knall: So kommen die Vierbeiner stressfrei durch die Silvesternacht

Doris Smit/shz.de
Kappeln
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Wenn Hunde sich durch einen Knaller erschrecken, dann können sie weglaufen. Foto: dpa

Damit Tiere den Jahreswechsel besser überstehen und nicht zu „Knallopfern“ werden, gibt Sabine Hegemann Tipps für Halter.

Es knattert und knallt, der Himmel ist hell erleuchtet in den buntesten Farben. Für viele gehört das Spektakel in der Silvesternacht einfach zum Jahreswechsel dazu. Für viele Tiere ist das die schlimmste Zeit des Jahres. Gerade Fluchttiere kommen mit den plötzlichen lauten und ungewohnten Geräuschen oft schlecht zurecht. Sabine Hegemann, Leiterin des Tierheims in Weidefeld, hat ein paar Tipps, wie man es den betroffenen Haustieren in dieser Zeit ein bisschen leichter machen kann:

Hunde fest an die Leine nehmen

„Hier im Tierheim kommen regelmäßig Knallopfer an“, berichtet sie. Vorwiegend handelt es sich um Hunde. Wenn ein Hund durch so einen Knaller erschreckt wird, kann es gefährlich werden. „Sie geraten in Panik, dann bekommen sie einen Tunnelblick, sehen und hören nichts mehr und laufen los“, beschreibt Hegemann. Oft laufen sie so lange, bis sie nicht mehr können – und dann wissen sie manchmal nicht mehr, wo sie sind. „In solchen Situationen können schlimme Sachen passieren. Wenn sie sich mit der Leine losgerissen haben, können sie sich verheddern und schwer verletzen. Oder sie rennen auf die Straße und landen vor einem Auto.“ Hundebesitzern empfiehlt sie deshalb, ihre Tiere bereits einige Tage vor und auch noch eine Woche nach Silvester an der Leine zu halten.

Damit Tiere, die nach der Silvesternacht im Tierheim oder bei einem anderen Finder landen, schneller zu ihren Haltern zurückkommen, ist es hilfreich, wenn sie einen Hundechip implantiert haben. Auf diesem kleinen Mikrochip ist ein 15-stelliger Code aufgedruckt. Er bleibt lebenslang im Hund, seine gewebefreundliche Hülle verwächst mit dem Körpergewebe. Der Code kann mit einem speziellen Lesegerät ausgelesen werden und speichert die Daten zu Hund und Halter. „Das hilft allerdings nicht, wenn der Hund nicht auch registriert ist“, erklärt Sabine Hegemann. Hinterlegt werden diese Angaben in Dateien wie „Findefix“, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, oder bei Tasso.

Den größten Gefallen kann man seinem Haustier aber wohl tun, wenn man es so gut wie möglich von Krach und Blitzen abschirmt. „Man könnte mit ihm wegfahren“, sagt die Tierheimleiterin. Manchmal reicht aber auch schon ein geschlossener Raum wie das Badezimmer, ein Flur oder ein Kellerraum. Bei Vogelkäfigen hilft meist schon eine Abdeckung.

Tiere nicht allein lassen

„Möglichst ruhig sollte der Ort sein.“ Hauptsache ist es aber, dass Herrchen oder Frauchen das Tier in dieser Situation nicht alleine lässt. „Aber das macht wohl auch niemand, der an seinem Tier hängt“, sagt Sabine Hegemann.

Reagieren alle Tiere ähnlich auf die Knallerei? „Nein, das ist ganz unterschiedlich.“ Der eine Hund sucht Nähe und schmiegt sich an. Ein anderer meckert und bellt, der nächste versteckt sich hektisch unterm Bett. Hegemann selbst hat unterschiedliche Erfahrungen bei den Reaktionen der Tiere gemacht. „Ich hatte einmal einen Kater, der lag gern auf der Fensterbank und hat sich in aller Seelenruhe das Spektakel angeguckt.“

Das Tierheim ist zwar bis einschließlich 1. Januar 2018 für Besucher geschlossen, aber trotzdem sind Mitarbeiter da, die sich um die Tiere kümmern. Falls also ein „Knallopfer“ abgegeben wird, ist es im Tierheim in guten Händen. Einige Hunde sind sogar schon als Ausreißer bekannt, und diese Kurzbesucher im Tierheim werden in der Regel auch alle schnell wieder abgeholt. Generell sind sich die Tierheim-Mitarbeiter alle einig. „Wir können nicht verstehen, wie so viel Geld für Pyrotechnik ausgegeben wird. Wir sind für Futter statt Böller!“

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