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Hamburger Oldtimermesse: Chrom, Leder, Glanzlack und Benzin

dpa
Hamburg
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Foto: Hamburg Messe und Congress / Stephan Wallocha

Bei den Oldtimern ist alles anders als in der modernen Autoindustrie. Je älter, desto besser, Geld spielt kaum keine Rolle, Abgase heißen Gerüche und über die Dieselaffäre wird nur müde gelächelt.

Es ist ein Fest für die Liebhaber der alten Autos. Rund 170 Aussteller haben über drei Messehallen bei der ersten Hamburg Motor Classics Oldtimermesse ihre Stände aufgebaut. Zwischen den Hallen dürfen Besucher ihre privaten Karossen sogar als Ausstellungsstücke parken. Zur Eröffnung der Motorschau kommt unter anderem die Motorsportlegende Walter Röhrl «um alte Freunde zu treffen und viele schöne alte Autos zu sehen». Er verbindet mit Oldtimern den «puren Spaß des Autofahrens» - er selbst fährt mehrere alte Porsche-Modelle. Röhrl erzählt, er habe 1971 in Hamburg seine Profikarriere als Motorsportler mit einem Vertrag bei Ford begonnen.

Neben Leder und Lackpolituren, Blechschneider und Stahlbürsten begutachtet das großteils eher ältere Publikum die alten Luxusschlitten. Vor einem ehemaligen Feuerwehrauto aus den USA bleiben einige stehen. Der rote Riese stammt aus Maryland und wurde 1952 in Dienst gestellt. Er ist nach Angaben des Besitzers das einzige amerikanische Cabrio-Feuerwehrauto in Europa. Nun verkauft der 44-Jährige den Wagen an Liebhaber. Der Originalmotor verbraucht angeblich zwischen 40 und 50 Litern auf 100 Kilometern.

In einer anderen Halle gibt Catharina Hanel (31) ihr Wissen an einem Ersatzteilestand von Alfa Romeo weiter. Sie tritt aus reiner Leidenschaft in die Fußstapfen ihres Vaters. Ihrer Meinung nach dürfen Oldtimer nicht lange stehen, allein wegen des Standschadens. Sie fährt am liebsten den Alfa Romeo Fastbeck Spider, Baujahr 1972 aus dem eigenen Fuhrpark. Die Hanels freuen sich über die neue Messe in der Hansestadt, obwohl die Kundschaft eher aus Süddeutschland stammt.

Für einen 49 Jahre alter Hamburger sind die Liebhaber-Stücke zu teuer. Dadurch, dass mit den alten Autos spekuliert werde, stiegen die Preise ins Unermessliche, sagt er.

Aus der Perspektive des Verkäufers Mike Tetzlaff sieht die Oldtimerwelt anders aus. Er ist 72 Jahre alt und kennt die Branche von klein auf. Er fährt zwar leidenschaftlich seinen Porsche 356 (Baujahr 1962), sieht den Handel mit Oldtimern aber durchaus als Wertanlage. Die im Wert steigenden Fahrzeuge seien ohnehin nicht unbedingt die Autos für Liebhaber, die als Hobby lieber selbst noch Hand anlegten.

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