EU

Margrethe Vestager will ihren Kampf in Brüssel fortsetzen

cvt/Ritzau
Brüssel
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Margrethe Vestager
Margrethe Vestager Foto: Scanpix

Die ehemalige Parteichefin der Radikalen möchte ihren Posten als Wettbewerbskommissarin der EU auch nach dem kommenden Jahr behalten. Sie wird allerdings auch immer wieder als mögliche Nachfolgerin des Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker genannt.

In der Zeit der Mitte-Links-Regierung unter Helle Thorning-Schmidt galt sie als heimliche Regierungschefin – und auch in Brüssel hat sie den Ruf als eine der einflussreichsten europäischen Politikerinnen weg. Den belgischen Tageszeitungen L’Echo und De Tijd sagte Margrethe Vestager (Radikale Venstre) jetzt, dass sie ihre Arbeit als Wettbewerbskommissarin fortsetzen will.

„Das, was ich wirklich gerne möchte ist, ein weiteres Mandat hier in der Kommission zu bekommen“, sagte Vestager laut politico.eu. „Ich habe festgestellt, dass es Zeit braucht, zu lernen, die Dinge ordentlich zu machen und zu ordnen. Mit einem zweiten Mandat könnten wir, glaube ich, fantastische Dinge erreichen“, so die Dänin.

Macron sieht Vestager an der Spitze

Besonders durch ihre Auseinandersetzungen mit Mega-Konzernen wie Apple und Google hat sich Vestager international einen Namen gemacht. Inzwischen gilt sie gar als mögliche Nachfolgerin von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Im November berichtete politico.eu darüber, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sie 2019 gerne auf diesem Posten sehen würde. Das auf EU-Politik spezialisierte Online-Magazin zitierte zudem „drei hochrangige Beamte“ im EU-Parlament und schrieb, dass Vestager als „stärkste Frau der EU“ bezeichnet werde.

Auch Vestager haben die Spekulationen erreicht. „Es ist in der europäischen wie in der nationalen Politik dasselbe: Überall Gerüchte“, so Vestager. „Aber ich nehme das als schönes Kompliment. Es ist immer gut zu wissen, dass einige denken, dass man gute Arbeit leistet“, sagte sie laut politico.eu.

Die ehemalige Parteivorsitzende der sozialliberalen Radikale Venstre wechselte 2014 als dänische Ökonomie- und Innenministerin nach Brüssel. Zum kommenden Jahr läuft ihre Amtszeit ebenso aus wie die der restlichen Kommission Junckers, dann müssen die Mitgliedsstaaten neue Kommissare benennen. Deshalb hängt Vestagers Schicksal sowohl davon ab, wer dann in Dänemark regiert als auch davon, wie der neue Kommissionspräsident die Posten verteilt. Es wäre längst nicht das erste Mal, dass ein Politiker eine zweite Amtszeit in der Kommission verbringt – allerdings ist es selten, dass die Posten behalten werden.

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