Umwelt

Neonicotinoide werden in Dänemark per Ausnahme weiter zugelassen

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Foto: DPA/Mohssen Assanimoghaddam

Die Mitgliedsstaaten der EU haben am vergangenen Freitag mehrheitlich beschlossen, Pestizide zu verbieten, die Bienen schaden. Doch trotz Verbots können die Gifte in Dänemark noch genutzt werden.

Gegen die Position Dänemarks hat der zuständige EU-Ausschuss in der vergangenen Woche den Einsatz von drei Spritzmitteln aus der Gruppe der Neonicotinioide auf Äckern verboten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte zuvor die Schädlichkeit der Stoffe für Wild- und Honigbienen bestätigt.

Laut Bericht der Zeitschrift Ingeniøren werden trotz der Entscheidung auf EU-Ebene in Dänemark weiter die für das verbreitete Bienensterben verantwortlich gemachten Neonicotinoide bei der Beizung von Rapssaat per Ausnahmegenehmigung eingesetzt. Die Ausnahmegenehmigung erteilt die staatliche Umweltbehörde Miljøstyrelsen. Dort verweist man laut Ingeniøren darauf, dass bei den Versuchen der Efsa doppelt so hohe Neonicotinoiddosen verabreicht worden waren als in Dänemark erlaubt.

Die dänische Regierung hatte zusammen mit Rumänien, Ungarn und Tschechien gegen ein Verbot der Neonicotinoide auf Äckern gestimmt. Diese dürfen schon länger nicht im Bereich blühender Pflanzen angewendet werden, bei denen meist Bienen für Befruchtung sorgen.
Im Folketing hatte es zunächst eine Mehrheit für ein Verbot der Neonicotinoide gegeben. Die Initiative scheiterte allerdings, weil die Dänische Volkspartei (DF) im letzten Augenblick ins Lager der Regierungsparteien in Sachen Einsatz gegen den Bienenkiller wechselte.

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