Reifenwechsel

Reifen lagern – gewusst wie

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Reifenwechsel
Wer die Sommerreifen selbst abnimmt, kann Radkästen und -läufe kontrollieren. Foto: Alkimson

Oktober und Ostern – das sind Pi mal Daumen die Zeitpunkte, an denen die Reifen gewechselt werden sollten. Worauf ist zu achten? Wir erklären es.

Oktober und Ostern – das sind Pi mal Daumen die Zeitpunkte, an denen die Reifen gewechselt werden sollten. Worauf ist zu achten? Wir erklären es.

Der Winter naht und damit auch Frost, Graupel, Schnee – und der obligatorische Reifenwechsel für alle, die nicht auf Ganzjahresreifen setzen. Wer seine vier Reifen lieber zu Hause lagert, als sie der Werkstatt anzuvertrauen, sollte dabei einige wichtige Ratschläge beachten – und einige wohlmeinende Tipps hinterfragen.

1. Liegen oder stehen?

Anders als früher weiß man heute, dass Reifen (und Felgen) weit weniger empfindlich sind, als mancher „Experte“ zu wissen glaubt. Reifen mit Felgen sollten gestapelt werden, Reifen ohne Felgen hingestellt, hieß es da. Doch sind die Reifen auf das vorgeschriebene Niveau (oder etwas über normal, da sie auch im Lager an Druck verlieren) aufgepumpt, ist das vollkommen gleichgültig. Und wenn es nur um eine Saison geht, können die Reifen auch ohne Felge einfach so aufbewahrt werden, wie sie eben am besten in den Schuppen, die Garage oder den Keller passen.

„Das Wichtigste beim Aufbewahren der Reifen ist eigentlich, dass sie trocken bleiben und nicht in Kontakt mit Chemikalien oder Ölen kommen. Sie sollten auch nicht zu warm gelagert werden“, sagt Jesper Sørensen, Technischer Leiter bei Bridgestone Dänemark zu dem Thema.

Wer keinen Reifenständer hat (obwohl diese sehr preisgünstig im Fachhandel oder gelegentlich auf den Angebots-Tischen von Discountsupermärkten zu finden sind), der kann seine Reifen auch auf eine Palette oder Ähnliches stapeln – Hauptsache, es dringt vom Boden her keine Feuchtigkeit an die Reifen.

Wichtig ist es auch, keine schweren Gegenstände auf den Reifen abzulegen, damit sie sich nicht verformen. Doch vier Reifen übereinander sind kein Problem.

2. Felgen- und Reifenpflege

Wer sich selbst einen Gefallen und vielleicht eine kleine freudige Überraschung im Frühjahr bereiten will, der kann sich daranmachen, das Reifenprofil mit einem Schraubenzieher von Steinen zu befreien und die Alu-Felgen mit säurefreiem Reinigungsmittel zu säubern und anschließend mit Felgenwachs zu versiegeln – dann lässt sich der Dreck künftig deutlich leichter abwischen. Sollte ein spezieller Felgenreiniger verwendet werden, unbedingt das Etikett überprüfen, ob dieser auch wirklich säurefrei ist. Ansonsten wird der Lack der Felge angegriffen und stumpf.

Natürlich sollte auch das Profil der Sommerreifen überprüft werden – lohnt es sich überhaupt, sie einzulagern, oder müssen neue her? In Dänemark sind für Sommerreifen 1,6 Millimeter Pflicht, empfohlen werden mindestens 3 Millimeter. Zum Vergleich: Neue Sommerreifen haben eine Profiltiefe von bis zu 9 Millimetern. Ob die Reifen noch genug Profil haben, lässt sich auch ohne Zollstock oder Ähnliches herausfinden – die meisten Reifen haben im Profil an einigen Stellen eine sogenannte „Profilverschleißanzeige“ eingebaut – das ist ganz einfach etwas Gummi, das in etwa 1,6 Millimeter Höhe am Profilgrund angebracht und meist mit „TWI“ markiert ist. Ist es abgefahren, ragt das Profil also nicht mehr über diesen Indikator hinaus, muss der Reifen gewechselt werden.

Ist das Profil ungleichmäßig abgefahren, sollte das Auto zum Fachmann. Entweder sind die Reifen von minderwertiger Qualität oder falsch aufgepumpt – oder aber es liegt an der Automechanik. So können u. a. eine falsche Achseinstellung, defekte Stoßdämpfer oder ein fehlerhaftes Bremssystem schuld sein.

Auch alte Reifen gehören nicht in den Straßenverkehr. Wer wenig fährt und somit kaum an Profil verliert, sollte sich dennoch alle sechs bis acht Jahre neue Reifen gönnen. Das Herstellungsdatum steht auf den Reifen hinter dem Code „DOT“. Die beiden ersten Ziffern stehen für die Produktionswoche, die beiden letzten für das Jahr, also „2416“ für die 24. Woche 2016.

3. Autopflege

Nicht nur die Reifen, auch das Auto sollte auf den Winter vorbereitet werden. Die technischen Schritte sollen hier kein Thema sein – doch wer die Räder eigenhändig austauscht, der kann bei der Gelegenheit überprüfen, ob an Radläufen und im Radkasten Schäden durch Steinschlag entstanden sind. Diese sollten möglichst noch vor dem ersten Frost und dem damit verbundenen Salz auf den Straßen ausgebessert werden.

Profil eines Autoreifens.
An diesem fabrikneuen Sommerreifen deutlich zu erkennen: die Profilverschleißanzeige, in diesem Fall rund, am Grund des Profiles. Foto: Keliafamily

Checkliste Reifenlagerung

  • Der Lagerraum sollte trocken, moderat gelüftet und nicht zu warm sein. Direktes Sonnenlicht vermeiden.
  • Die Temperatur sollte unter 34 Grad liegen, also nicht direkt an einer Heizanlage lagern. – Die Reifen vor dem Kontakt mit chemischen Flüssigkeiten, Ölen oder Säuren schützen.
  • Die Reifen nicht einklemmen oder schwere Gegenstände auf sie stellen.
  • Werden Reifen länger als eine Saison eingelagert, sollten sie auf einen speziellen Reifenständer, um Verformungen zu verhindern.
  • Die Reifen, am besten mit einem Wachsmalstift, markieren (VL für vorne links etc.).
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