Stichprobenuntersuchung

Ministerin nimmt die Schwänzer ins Visier

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Eine Stichprobenuntersuchung zeigt: Die Abwesenheit von Gymnasiasten liegt im Schnitt bei 15 Prozent. Dagegen will Unterrichtsministerin Merete Riisager nun vorgehen. DGN-Direktor Jens Mittag hält dies für sinnvoll, warnt aber auch.

Der Entzug der Studienunterstützung SU oder ein öffentlich einsehbares Online-Register mit den Fehlzeiten jeder Unterrichtsministerin Merete Riisager (Liberale Allianz) will dem Schwänzen an Gymnasien im Land einen Riegel vorschieben.

Nachdem eine Stichprobe des Ministeriums Fehlzeiten an den Gymnasien von durchschnittlich 15 Prozent ergeben hat, will Riisager ab dem kommenden Schuljahr mit fünf konkreten Initiative gegen die hohe Fehlquote an den Schulen vorgehen.

DGN-Direktor: Schüler nicht an den Pranger stellen

„So eine Diskussion anzustoßen, halte ich generell für sinnvoll“, sagt der Schulleiter des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig, Jens Mittag. Er warnt jedoch davor, die Schüler an einen Pranger zu stellen. „Man sollte sehr individuell auf die Fehlzeiten schauen. Wir erleben, dass es für häufiges Fehlen ganz bestimmte Gründe gibt“, so der DGN-Direktor. „Man muss zwischen Schwänzen und begründetem Fehlen unterscheiden.“ Wichtig sei, die Gründe des Fernbleibens zu klären. „Wir wollen generell wissen, warum sie fehlen“, so der Schulleiter. „Erreicht ein Schüler Fehlzeiten von 10 Prozent, führen wir ein Gespräch, um die Gründe zu finden und sprechen eine Verwarnung aus.“

Bleibt die Fehlzeit unverändert hoch, folgen schriftliche Verwarnung und Konsequenzen. So kann es sein, dass ein Schüler mit hohen Fehlzeiten in allen abschließenden Fächern geprüft wird. Das Konzept des DGN trägt Früchte: die durchschnittliche Fehlzeit in einer Klasse liegt mit 6,8 Prozent weit unter Landesdurchschnitt. Das Thema hat Priorität: „Denn wer häufig fehlt, für den hat das Konsequenzen, Lernziele sind in Gefahr. Schule funktioniert schließlich nur, wenn man hingeht. Die Entscheidung, auf ein Gymnasium zu gehen, ist eine bewusst getroffene.“

Schüler wehren sich

Die Gymnasiasten halten die neue Initiative der Ministerin für zu einseitig. Die Fehlzeiten entstünden nicht aus reiner Lust am Schwänzen, so der Vorsitzende von Danske Gymnasieelevers Sammenslutning, Jens Philip Yazdani. „Wir nehmen der Ministerin ihre Prämisse nicht ab, dass die Jugend faul und nur am Schwänzen ist. Im Gegenteil wir sind sehr pflichtbewusst, vielleicht zu sehr, denn wir registrieren jetzt schon Schüler, die krank in die Schule kommen.“ Laut Jyllands-Posten will die Ministerin Gymnasien zum Handeln zwingen und das SU streichen, sobald ein Schüler eine Fehlzeit von 15 Prozent erreicht hat.

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