Grenze

Neue Regierung: Kein Abweichen vom Wildschweinzaun

Neue Regierung: Kein Abweichen vom Wildschweinzaun

Neue Regierung: Kein Abweichen vom Wildschweinzaun

cvt/swa
Kopenhagen/Apenrade
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Der Beginn des Wildschweinzaunbaus bei Pattburg sorgte für mediales Interesse. Foto: P. Sehstedt

Flensburg hatte auf ein Einlenken gehofft – doch der neue Nahrungsmittelminister denkt gar nicht daran, am Zaun zu rütteln.

Für die Gegner des im Bau befindlichen sogenannten Wildschweinzaunes entlang der dänisch-deutschen Festlandgrenze kommen aus Kopenhagen ernüchternde Signale: Nahrungsmittelminister Mogens Jensen (Soz.) hat sich in einer schriftlichen Antwort an den „Nordschleswiger“ klar dafür positioniert, dass das Bauwerk wie geplant vollendet werden soll.

„Es wäre eine wirtschaftliche und tierwohlmäßige Katastrophe, wenn wir die Afrikanische Schweinepest ins Land bekommen würden“, so Jensen. Wenn die Seuche Dänemark erreichen würde, „fällt der Schlagbaum für den dänischen Export von Schweinen und Schweinefleisch in Drittländer“.

Knackpunkt Kollunder Wald

Die Flensburger Stadtregierung lehnt den Zaun ab – zumal den Teil, der durch den Kollunder Wald gebaut werden soll. Der war, wenngleich auf dänischer Seite der Grenze, lange im Besitz der Stadt Flensburg. Und die beruft sich nun auf ein vertraglich zugesichertes Recht im Verkaufsvertrag, der bauliche Maßnahmen untersagt.

Wie berichtet, hoffte Flensburg auf eine neue Gesprächsgrundlage: „Wir erhoffen uns von dem Regierungswechsel durchaus auch, dass man die Angelegenheit neu bewertet und dass es eine Einigung gibt“, so Flensburgs Stadtsprecher Clemens Teschendorf am Mittwoch.

Auch wenn Jensen nicht direkt auf die Kollund-Problematik eingeht, klingen seine Worte nicht nach einem Einlenken. Ein Ausbruch der Seuche in Dänemark würde „verlorene Exporteinnahmen in Milliardenhöhe bedeuten und somit verlorene dänische Arbeitsplätze“.

Wildschweinzaun
Kollunder Wald: Die in der Darstellung rot schraffierte Fläche stellen die vertraglich gesicherten Flächen dar, blau eingezeichnet ist der derzeit geplante Zaunverlauf. Foto: Miljøministeriet

Maßnahmenpaket setzt auf Aufklärung

Zudem würden die Kosten, um die Seuche zu bekämpfen, enorm sein. „Deshalb ist es notwendig, dass wir tun, was wir können, um sicherzustellen, dass die Afrikanische Schweinepest nicht nach Dänemark kommt“, so der Minister.

Dabei sei der Zaun nur eine von vielen Maßnahmen, die „das Risiko minimieren“ sollen. Der Zaun solle es Wildschweinen „erschweren“, ins Land zu kommen – zugleich soll eine „intensive Jagd“ auf die Tiere in Dänemark betrieben werden.

Auf Rastplätzen seien Schilder aufgestellt werden, die davor warnen, Lebensmittelreste in der Natur zu entsorgen. Zudem sei eine Kontrollkampagne zur Wäsche und Desinfizierung von Transportfahrzeugen durchgeführt werden und mehrere Informationskampagnen seien lanciert worden – zum Beispiel für dänische Bürger, die auf Jagd nach Polen und ins Baltikum reisen.

Anmerkung: In der ursprünglichen Fassung haben wir Mogens Jensen versehentlich als „Umwelt- und Nahrungsmittelminister“ bezeichnet. Richtig ist, dass Mogens Jensen im Ministerium für Umwelt und Nahrungsmittel Minister für Nahrungsmittel, Fischerei und Gleichstellung und Minister für nordische Zusammenarbeit ist.

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