Wirtschaft

Postnord macht weiterhin große Verluste

hm/Ritzau
Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Die dänische Post kommt nicht aus den Miesen. Das erste Quartal endete noch schlechter als im vergangenen Jahr. Das hat vor allem zwei Ursachen.

Der Umsatz von Postnord Dänemark ist im ersten Quartal des Jahres um gut 140 Millionen dänische Kronen zurückgegangen. Insgesamt machte der Konzern mit seinem Geschäft in Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland umgerechnet mehr als 52 Millionen dänische Kronen Verlust. Dies zeigt der Rechenschaftsbericht für das erste Quartal, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Die Lage bei Postnord bleibt somit weiterhin kritisch. Der Umsatz im dänischen Teil des Unternehmens betrug umgerechnet etwa 1,4 Milliarden Kronen, etwa 142 Millionen weniger als im selben Quartal des Vorjahres.

Wenige Briefe, zu viele Mitarbeiter

Im Briefgeschäft büßte das Unternehmen 16 Prozent ein, da Postnord keine adressfreie Reklame und Wochenblätter mehr verteilt, so die Erklärung des Unternehmens. Hinzu kommt, dass Behörden und Bürger weiterhin immer weniger Briefe verschicken. Deshalb will Postnord im Briefgeschäft dringend Personal abbauen. Dies kann aber aufgrund bestehender Arbeitsverträge nicht sofort umgesetzt werden. Der Konzern, der zur Hälfte dem schwedischen und dem dänischen Staat gehört, hatte daher um Hilfe seitens seiner Eigentümer gebeten. Diese wurde auch zugesagt. Doch da die EU dazu noch kein grünes Licht gegeben hat, entstehen dem Unternehmen Mehrkosten von 30 Millionen Kronen im Jahr.

Die Probleme von Postnord

  • Seit dem Jahrtausendwechsel ist die Briefmenge bei Postnord Danmark um mehr als 80 Prozent gefallen bei gleichzeitig steigendem Porto.

  • Während die Zahl der Briefe fiel, stieg die Zahl der transportierten Pakete aufgrund des aufblühenden Internethandels .

  • Postnord Danmark machte 2017 einen Verlust von über 700 Millionen dänische Kronen.

  • Im Oktober 2017 kamen die Eigentümer überein, das Unternehmen mit 1,2 Milliarden Kronen zu unterstützen, den größten Teil davon übernahm der dänische Staat. Das Geld soll für Entlassungen verwendet werden. Postnord plant den Wegfall von 3.500 bis 4.000 Stellen, 500 davon in der Verwaltung.

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