Wirtschaft

Rückzug der Reedereien

Helge Möller
Helge Möller Journalist
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Picture Alliance/DPA

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomdeal mit dem Iran ziehen sich dänische Großreedereien aus dem Handel mit dem Iran zurück.

Der Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran hat nun Auswirkungen auf Dänemark. Die vier großen dänischen Tanker-Reedereien stoppen den lukrativen Handel mit dem Iran, berichtet das Fachmagazin Søfart. Iran ist einer der größten Ölproduzenten.

Für Maersk Tankers, Norden, Torm und Hafnia Tankers fahren insgesamt knapp 500 Tanker; die Reedereien waren in kleinerem Rahmen im Iran aktiv. Man sei genötigt, den Gesetzen zu folgen, würde aber in Zukunft gern mit dem Iran Handel betreiben, hatte Søfart aus den Unternehmen erfahren.

Der Handels- und Schifffahrtsplattform platts.com nach weigert sich Maersk Tankers neue Handelsvereinbarungen mit dem Iran einzugehen. Gegenüber Søfart unterstreicht der Konzern aber, es handle sich nicht um ein Weigern, man befolge nur Gesetze. Darüber hinaus verweist das Unternehmen auf eine eigene Mitteilung. In dieser teilt Maersk Tankers mit, dass man Vereinbarungen, die vor dem 8. Mai getroffen wurden, einhalten werde, und diese bis zum 4. November abschließen werde, so wie die amerikanischen Sanktionen es vorschreiben.

Hafnia Tankers würde gern Handel mit dem Iran treiben, wenn es möglich und gesetzmäßig wäre, so Geschäftsführer Mikael Skov. Ihm zufolge bedeuten die Sanktionen für seine Reederei keine unmittelbaren Änderungen, Schiffe hätten in den vergangenen Jahren nicht den Iran besuchten. Skov zufolge ist ein Engagement in diesem Land auch von der Eignerkonstellation abhängig. Die Sanktionen würden nicht für alle gelten. Die USA hätten ihre Sanktionen, andere machten mit dem Iran weiterhin Geschäfte.

Medienberichten zufolge wird Torm den Iranhandel beenden und die Reederei Norden wird keine Iran-Ladungen annehmen, bis der Konzern alle Risiken kennt.

Dem deutschen Handelsblatt nach hat das Land mit 158 Milliarden Barrel Öl die viertgrößten Ölreserven der Welt. Nur Kanada, Saudi-Arabien und Venezuela haben mehr. Vergangene Woche waren die Rohölpreise auf den höchsten Stand seit Ende 2014 gestiegen – auch als Folge der Aufkündigung des Atomabkommens seitens der USA.

Mehr lesen