Geld

Rüffel für die Danske Bank

hm/Ritzau
Kopenhagen
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Foto: Kasper Palsnov/Ritzau Scanpix

Geldwäsche zwischen 2010 und 2014 bei der Danske Bank in Estland: Die dänische Finanzaufsicht verteilt Rügen und Erlasse. Klagen gegen Angestellte bleiben aus.

Die Finanzaufsicht hat am Donnerstag der Danske Bank acht Rügen und acht Erlasse erteilt. Die Maßregelung ist Folge von Geldwäsche-Vorfällen in einer estnischen Filiale des Geldinstituts, den die dänische Zeitung Berlingske 2017 aufgedeckt hatte. Familienangehörige des russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie Mitarbeiter des russischen Nachrichtendienstes FSB sollen mithilfe der estnischen Filiale Geld gewaschen haben.

Berlingske zufolge wussten sowohl Danske Bank als auch die Finanzaufsicht bereits 2012 von „auffälligen Kunden“ in der betreffenden Filiale. Die behördliche Untersuchung, die zu den am Donnerstag ausgesprochenen Rügen führte, weist auf „ernste Probleme“ in der estnischen Filiale hin; die Behörde wird aber keine Klage gegen einzelne Bankmitarbeiter einreichen.

„Nie wieder in eine solche Situation geraten"

Nach Ansicht der Aufsicht hat die Leitung der Bank zu spät und nicht ausreichend auf die Hinweise eines Whistleblowers reagiert. Bankchef Thomas F. Borgen, bis 2012 selbst verantwortlich für die Aktivitäten der Bank in Estland, antwortet auf die Kritik: „Wir sind uns einig, dass wir die Tiefe und den Umfang der Probleme besser hätten verstehen sowie schneller und mit größerer Kraft hätten reagieren müssen“.

Die Bank habe ab 2014 Initiativen auf den Weg gebracht, die die Kontrollen erhöhen sollten. Es seien aber zu wenige gewesen und die bestehenden zu langsam durchgeführt worden. „Wir müssen sicherstellen, dass wir nie wieder in eine solche Situation geraten“, schreibt Borgen in einer Stllungnahme.

Die Danske Bank hat eine eigene Untersuchung auf den Weg gebracht. Sie soll im September abgeschlossen sein und sie könne zu neuen Reaktionen der Finanzaufsicht führen, wie diese anmerkte. Die Behörde ist aber auch der Auffassung, dass die Danske Bank mit der Anstellung von Mitarbeitern gegen Geldwäsche einen Schritt nach vor getan hat. Auch hatte die Bank Ende April mitgeteilt, dass sie ihre Aktivitäten im Baltikum stark drosseln werde.

Chef der Finanzaufsicht geht

Am Donnerstag erklärte Henrik Ramlau-Hansen, dass er sein Amt als Vorsitzender der Finanzaufsicht aufgeben werde. Er war ehemals Direktor der Danske Bank. Laut Berlinsgske geht Ramlau-Hansen, um Zweifel an der Postion der Behörde auszuräumen. Er hatte sich im Vorfeld als befangen erklärt.




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