Vor Gericht

Tragischer Feuer-Unfall vor Gericht

Ruth Nielsen
Ruth Nielsen Lokalredakteurin
Sonderburg/Sønderborg
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Foto: DPA

Es sollte 2017 der Höhepunkt des Sønderborg Breakdowns werden. Doch dann geschah ein furchtbares Unglück. Ein 21-Jähirger muss sich nun vor Gericht verantworten.

Es sollte am 20. Mai 2017 der mit großer Spannung erwartete Höhepunkt bei dem mehrtägigen Sønderborg Breakdown werden. Die tüchtigsten Skater sollten am Hafen durch einen zwei Meter großen Feuerring rollen. Einige Kinder hatten sich einen Platz in der Nähe des Rings gesichert.

Aber beim Anzünden des Rings mit Bioethanol klappte es nicht ganz so, wie es der Sønderborg Skateklub geplant hatte. Da tat ein heute 21-Jähriger aus Sonderburg etwas, was die Katastrophe auslöste. Zuerst goss er etwas Bioethanol in den Deckel des Kanisters, ehe er damit die leicht entzündbare Flüssigkeit auf den mit Stoff umwickelten Ring goss. Da das nicht funktionierte, nahm er den Kanister und begoss so den Ring. Eine große Stichflamme traf die in der Nähe stehenden Gäste. Die Kleidung einiger Kinder brannte. Die Verletzten schrien. Einige versuchten, die chaotische Situation in den Griff zu bekommen. Sechs Kinder und ein Erwachsener wurden in die Krankenhäuser in Flensburg, Odense und Kopenhagen gebracht.

Vorwurf: fahrlässige Körperverletzung

Gestern wurde der Prozess im Stadtgericht eingeleitet. Dem 21-jährigen Angeklagten wurde fahrlässige Körperverletzung, dem Skateklub ein Verstoß gegen das dänische Betriebsverfassungsgesetz (arbejdsmiljølov) vorgeworfen. Der 21-Jährige und auch der Klub-Vorsitzende stritten ihre Schuld ab.

Den jungen Mann befragte Anklägerin Rikke Brændgaard-Nielsen als ersten. Er wirkte niedergeschlagen und wischte sich immer wieder Tränen weg. Ihn schien die Vernehmung unglaublich zuzusetzen. Schon beim Vorlesen der Anklage rannen ihm die Tränen über die Wangen.

„Ich konnte kein Feuer sehen. Das war ja völlig weg“, meinte er zu seiner spontanen Entscheidung, das Bioethanol direkt auf den Ring zu gießen. Er sah plötzlich die große Flamme und vernahm dann nur noch das Geschrei und die Rufe. Er blickte Richtung Zuschauer und sah, dass einige verletzt waren. „Ich kriegte einen Filmriss. Ich sah ein Mädchen auf der Erde liegen. Eine Frau hatte einen Feuerlöscher und ich rief, dass sie doch dem Mädchen helfen sollte. Ich habe mich dann in einem Container versteckt und habe dann nur noch den Helikopter gehört“, erklärte der Mann gestern.

Gefängnisstrafe droht

Die Anklägerin zeigte auch ein paar Videos des „Ring of Fire“. Das war für den Angeklagten offenbar schwer zu ertragen. „Ich habe bis jetzt noch keine dieser Videos gesehen“, so der 21-Jährige. Er weinte immer wieder und fasste sich des öfteren an den Kopf.

Der Vorsitzende des Sønderborg Skateklubs stellte fest, dass der Klub nicht Veranstalter des Sønderborg Breakdown war: „Wir haben nur die eine Aktivität beigesteuert. Den Rest übernahmen die Sporthochschule und die Kommune. Der Arrangeur war die Kommune.“ Er war nicht beim Ring of Fire dabei gewesen. Er war erst zum Hafen geeilt, als der Sender TV2 ihn anrief.

Gestern gab es noch diverse Zeugenaussagen. Am Freitag und am 25. Mai wird die Verhandlung fortgesetzt. Der 21-Jährige könnte zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, der Skateklub zu einem Bußgeld.

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