Singen

Grenzlandchor ist in den Startlöchern

kjt/nj
Tingleff/Tinglev
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Foto: Picture Alliance/dpa/Friso Gentsch

Endspurt für die Teilnehmer im deutsch-dänische Chorprojekt: Mitte Mai tritt der "Grenzlandchor nördlich und südlich der Grenze auf.

Das deutsch-dänische Chorprojekt, das auf Initiative der Deutschen Bücherei Tingleff und der dänischen Bibliothek vergangenes Jahr ins Leben gerufen wurde und mit Interregmitteln „KursKultur“ gefördert wird, hat den Endspurt eingeläutet. Die rund 30 Sänger beidseits der Grenze haben mit Chorleiter Stig Möglich Rasmussen mehrmals geprobt und fiebern nun den Auftritten im Mai entgegen.

Niels Jacobsen von der dänischen Bibliothek Tingleff war vor kurzem bei der Probe in Leck dabei und pickte sich zwei Teilnehmer für ein kurzes Interview heraus – eine Sängerin aus Dänemark und einen Sänger aus Deutschland:

Singen und Grenzland kennenlernen

Beim Chor dabei ist Lukas Knauer. Der 25-jährige stammt aus Rheinland-Pfalz und zog vor zwei Jahren nach Flensburg. Er studierte in Mannheim Politik und ist durch Zufall beruflich im hohen Norden Deutschlands gelandet. In Flensburg arbeitet er als Journalist beim Norddeutschen Rundfunk.

„Ich las in der Zeitung vom Projekt ‘Lieder ohne Grenzen’. Ich meldete mich in den Chor, weil ich Singen mag. Sowohl im Kindergarten als auch in der Schule habe ich viel gesungen und das tat ich auch an der Uni. Das wollte ich gerne fortsetzen. Und ich wollte die verschiedenen Sprachen kennenlernen, die es hier so gibt. Im Chor singen wir Lieder auf Deutsch, Dänisch, Friesisch und ‘sønderjysk’. Und dann wollte ich gern Menschen kennenlernen, die hier im Grenzland leben“, so der 25-Jährige. Er finde es spannend, im Chor mitzuwirken. „Wir werden 20 Lieder singen , die alle verschieden und in unterschiedlichen Sprachen sind. Jedes Lied beinhaltet ein Stück Kulturhistorie“, so Lukas Knauer.

Sangesfreude mit anderen teilen

Dem Chor gehört auch die 57-jährige Susanne Holst an. Sie wohnt auf Südalsen und ist vom Fach. Sie ist Kirchensängerin in der Hagenberger Kirche und hat eine Gesangsausbildung an der Kirchenmusikschule Lügumkloster hinter sich. Sie ist auch ausgebildete Tierärztin, praktiziert allerdings nicht.
„Ich nehme teil, weil ich auch in einem anderen Chor in Sonderburg singe. Dort erfuhr ich vom Grenzchor und ich fand, es hörte sich spannend an“, so die 57-Jährige.
„Es reizte mich auch, dass an die Sänger gewisse Ansprüche gestellt wurden und dass man eine Aufnahmeprüfung machen musste, um dabei zu sein. Dass die Lieder in verschiedenen Sprachen sind und ich davon einige gar nicht kenne, war für mich ein weiteres Plus“.

„Die Teilnahme hat mir sehr viel gebracht. Ich habe neue Lieder in Sprachen gelernt, die ich nicht kannte. Sie sind so gestaltet, dass es angenehm ist, sie zu singen und sie zu üben. Ich bin daher sehr froh, Teil des Projekts zu sein“, so Susanne Holst. „Ich habe mich auf alle Proben gefreut und bin nachher immer fröhlich nach Hause gefahren. Es ist schön mit anderen zusammen zu sein, die das Singen mögen. Es war bislang durchweg positiv“, so die 57-Jährige.

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