Filmdreh in Tondern

Dreharbeiten bis in die Morgenstunden

Brigitta Lassen
Brigitta Lassen Lokalredakteurin
Tondern/Tønder
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Der Hangar war in der Nacht zum Freitag der Drehort für den Film „I Krig og Kærlighed“, der am 11. November Galapremiere hat. Foto: Elise Rahbek

Nichts für Weicheier: Das Filmteam des neuen Kriegsdramas „I Krig og Kærlighed“ drehte die ganze Nacht im Flugzeughangar bei Tondern – bei Wind und Kälte.

Es ist Donnerstagabend, lausig kalt, und der Wind pfeift um den alten Flugzeughangar auf dem Gelände des ehemaligen Zeppelinhafens beim Soldaterskov bei Tondern. Die Luft im Gebäude ist in Trockeneisnebel gehüllt, und durch die Oberfenster scheint der Mond – wenn auch künstlich. Im Hangar laufen dick eingemummte Gestalten um das nachgebaute Modell eines Doppeldeckers aus dem Ersten Weltkrieg. Plötzlich wird es mucksmäuschenstill, und die neue Schiebepforte wird aufgeschoben. Herein tritt der deutsche Schauspieler Tom Wlaschiha in deutscher Offiziersuniform. Er spielt eine der Hauptrollen im epischen Kriegsdrama „I Krig og Kærlighed“, das von der Firma Fridthjof Film mit Kasper Torsting als Regisseur und Autor produziert wird.

Hoher Aufwand

Die Filmcrew und die Darsteller dürfen keine Weicheier sein, die auf Alsen schon bei Eiseskälte drehten. Die Szene im Hangar wird die ganze Nacht bis frühmorgens wiederholt und wiederholt. In jeder kleinen Pause werden dicke Mäntel für die Schauspieler gebracht. Die Sequenz dauert zwar nur wenige Minuten und wird im Film ungefähr bis zu anderthalb Minuten ausmachen, erklärt Produzent Ronnie Fridthjof. Ein Drehtag könne auf drei Minuten im Film umgerechnet werden. Da versteht man erst den Aufwand.

Am 11. November soll der Kinofilm Galapremiere im Alsion in Sonderburg haben. Schaffen wird man es. Die Dreharbeiten, die größtenteils in Hagenberg auf Alsen stattfanden, enden am 23. März. In der kommenden Woche kommt das Team am 21. März wieder, um die restlichen Aufnahmen in den Kasten zu bekommen. Danach geht es nach Flensburg und für jeweils zwei Tage zurück nach Alsen und Fünen.

Fast gespenstische Stimmung herrschte am Filmset. Foto: Elise Rahbek

Schnelle Hände

Großen Eindruck hat das schnelle Agieren der Kommune Tondern gemacht, die in Windeseile die Fassade des Hangars renovieren ließ. Vor Drehbeginn mussten die Handwerker dann doch wegen des Windes Arbeiten am Dach vornehmen und flatternde Plastikabdeckungen entfernen, die direkt in die Mikrofone gingen. Die Naturbehörde sorgte für das Räumen von Gestrüpp.

Im Mittelpunkt der nächtlichen Aufnahme steht ein aufs kleinste Detail nachgebautes Modell eines Doppeldeckers aus dem Ersten Weltkrieg. In Einzelteilen kam er in dieser Woche aus Tchechien (dort wurden die Kriegsszenen gedreht) an und wurde von EUC-Schülern und Freiwilligen der Zeppelingruppe zusammengebaut.

84 Leute in der Crew

Die 84 Mitglieder zählenden Setmitarbeiter, Schauspieler, Statisten, Stuntmen und Maskenbildner – sind im Hotel Tønderhus und dem Ecco-Hotel untergebracht – haben ihr Büro und die Maske im Vereinshaus des Hundeklubs aufgeschlagen. Am Drehort stehen mehrere Oldtimer von Læborg Autohandel in Vejen. In einem dieser Schlitten fährt Offizier Tom Wlaschiha vor und in die Halle. Die Scheinwerfer erleuchten den Hangar zumindest ein wenig. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

Tom Wlaschiha und der siebenjährige Aksel aus Hörup verstehen sich scheinbar gut. Foto: Elise Rahbek
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