Denkmalschutz

„Ich kann nur den Kopf schütteln“

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Rohrkarr/Rørkær
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Der Deich bei der Wiedauschleuse. Foto: Archiv Thomsen

Deichgraf Fedder Feddersen kann die unter Schutz-Stellung der Deiche in der Tonderner Marsch nicht nach vollziehen.

„Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ich kann, ehrlich gesagt, nur mit dem Kopf schütteln“, erklärt Deichgraf Fedder Feddersen, darauf angesprochen, was er von dem Denkmalschutz für sieben Deiche in der Tonderner Marsch hält. „Ich sehe den Zweck nicht. Die Deiche werden gewartet, und es besteht keine Gefahr, dass sie entfernt werden. Nun müssen wir jedes Mal vorstellig werden, wenn irgendetwas an ihnen gemacht werden muss“, so Feddersen.

Die staatliche Schloss- und Kulturbehörde hat beschlossen, dass sieben Deiche in der Tonderner Marsch auf einer Strecke von etwa 30 Kilometern als Monumente der Vergangenheit geschützt werden (wir berichteten). Angeregt wurde dies vor einigen Jahren vom nordschleswigschen Museumsverband. „Die Deiche sind von Menschenhand geschaffen. Sie werden instand gehalten, da wir sie gar nicht entbehren können, und keiner denkt daran, sie zu entfernen“, so Feddersen. Der Deichverband ist Besitzer aller Deiche in der Tonderner Marsch mit Ausnahme des 1861 errichteten Deiches mit Ausgangpunkt von der alten Schleuse in Hoyer, der dem Neuen Friedrichenkoog gehört, wie der Deichgraf erläutert.

Die Instandhaltung der Deiche liegt in kommunaler Hand, und die Kommune erhält die Mieteinnahmen von den Ländereien. Die Schutzmaßnahme kommt für den Deichgraf genauso aus heiterem Himmel wie für Bürgermeister Henrik Frandsen. Auch vom Denkmalschutz der alten Schleuse in Hoyer im Februar wurde der Deichgraf erst nachfolgend in Kenntnis gesetzt.

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