Parlamentswahl

Südjütische Folketingsmitglieder glauben an vorgezogenen Wahltermin

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Kopenhagen
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Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre). Foto: Scanpix

Eine Umfrage zeigt, dass zwar keiner an eine schnelle Wahl glaubt, doch auch bis Juni 2019 wird Staatsminister Lars Løkke Rasmussen die Folketingswahl nicht herauszögern, so die allgemeine Meinung. Die Umfragewerte werden eine große Rolle spielen, meint Jesper Petersen von den Sozialdemokraten.

Man hört hier und da immer wieder Wahltrommeln auf Christiansborg und insbesondere draußen im Land, wenn die Folketingsmitglieder und Kandidaten ihren Wahlkreis beackern.

Spätestens für Mitte Juni 2019 muss Staatsminister und Venstreboss Lars Løkke Rasmussen Neuwahlen ausschreiben. Aber zieht der gewiefte Politfuchs vorher die Reißleine? In diesem Frühjahr? Nach den Ferien? Oder erst im Frühjahr/Sommer nächsten Jahres?

Einer, der da maßgeblichen Einfluss drauf haben könnte, ist der Chef der Dänischen Volkspartei, Kristian Thulesen Dahl, der ja bei der vergangenen Folketingswahl am 18. Juni 2015 im Großkreis Südjütland abräumte und klarer Gewinner der Wahl war. Er lässt dem Nordschleswiger über seine Sekretärin Anne Funk ausrichten: „Unser Tipp kann ebenso gut sein wie der deine. Es ist einzig und allein der Staatsminister, der weiß, wann er eine Wahl ausschreibt.“
Aber, so Thulesen Dahls Sekretärin: „Kristian kandidiert – auch bei der nächsten Wahl.“

Ex-Minister Benny Engelbrecht(Soz.) aus Atzbüll denkt, dass Løkke alles tun wird, um so lange wie möglich im Amt zu bleiben: „Ich habe keine Hoffnung, dass die Wahl vor der Tür steht. Aber es gibt genug aktuelle Sachen auf meinem Schreibtisch – und damit genug zu tun mit oder ohne Wahl. Ich habe meinem Wahlkreis Sonderburg mitgeteilt, dass ich wieder kandidiere, und auf der Kreisgeneralversammlung Ende März gibt es keinen Gegenkandidaten.“

Holst rechnet mit Wahl im Spätherbst

Løkkes persönlicher Freund und langjähriger Weggefährte Carl Holst (V) kandidiert auch wieder im Großkreis Südjütland. Auf Anfrage des Nordschleswigers meint er zum Wahltermin: „Ich glaube, dass die Wahl im Spätherbst kommt. Aber am wahrscheinlichsten ist Anfang 2019.“

Der aus Hammeleff stammende Genosse Jesper Petersen, der den Wahlkreis Hadersleben fleißig beackert, glaubt auch, dass erst im Frühjahr 2019 gewählt werden wird – zumal Rot in den aktuellen Umfragen die Nase vorn hat: „Lars Løkke ist der Staatsminister um jeden Preis geworden, der er nie sein wollte.

Und er ist so froh, Staatsminister zu sein, dass er kaum eine Wahl riskiert, bevor es sein muss.Es sei denn, dass die Umfragen darauf hindeuten, dass er gewinnen könnte. Ja, ich glaube und hoffe auf einen Regierungswechsel nach der nächsten Wahl. Die Meinungsumfragen unterstützen auch, dass Mette Frederiksen Staatsministerin werden soll.“

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