Nach Gewalttat und Brandstiftung

Zehn Jugendliche in Apenrade festgenommen – einer zu U-Haft verurteilt

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Polizei
Foto: Rigspolitiet

Die Polizei für Südjütland und Nordschleswig wirft zehn Jugendlichen und jungen Männern vor, kriminelle Handlungen in Apenrade und Rothenkrug begangen zu haben. Einer von ihnen sitzt seit Donnerstag in Haft.

Eine Gruppe Jugendlicher ist bereits seit längerer Zeit in Apenrade und Rothenkrug kriminell aktiv. Darunter hatte in jüngster Vergangenheit unter anderem das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig gelitten: So war ein Schüler des DGN auf der Schlittschuhbahn von mehreren Jugendlichen krankenhausreif geschlagen worden.

Die Polizei hat nun einen gezielten Einsatz durchgeführt, um dem Lauf der Ereignisse einen Riegel vorzuschieben. Die Krawalle hatten sich unter anderem am Apenrader Busbahnhof, um den benachbarten Løvbjerg-Supermarkt, an der gegenüberliegenden Schlittschuhbahn sowie andernorts zugetragen.

Neun Jugendliche festgenommen

Die Ermittlungen haben dazu geführt, dass die Polizei am Mittwoch neun Jugendliche, die in Rothenkrug und Apenrade wohnhaft sind, festnehmen konnte. Ein Zehnter, gerade mal 13 Jahre alt, kam hinzu und wurde vernommen.

Den Jugendlichen im Alter von 13, 16 (drei von ihnen), 17 (ebenfalls drei), 18 (zwei) und 20 Jahren wird eine Reihe Gesetzesübertritte vorgeworfen, darunter Waffen- sowie Drogenbesitz. Die schwersten Vergehen sind Raub, Brandstiftung, Einbruch, Gewalt und Todesandrohungen.

Vier von ihnen sollen, in der Nacht zum 20. Januar das Inventar der Fladhøjhalle in Rothenkrug in Brand gesteckt haben. Dort entstand ein Sachschaden in bislang unbekannter Höhe.

Am Donnerstag konnte dann ein 18-Jähriger dem Sonderburger Haftrichter vorgeführt werden. Dieser ordnete vier Wochen Untersuchungshaft an. Dem 18-Jährigen wird unter anderem Brandstiftung vorgeworfen.

Jens Mittag, Leiter des Gymnasiums, war unmittelbar betroffen, als seine Schüler von den Jugendlichen im Dezember nach Hause verfolgt und schikaniert wurden. Es hatten anschließend Maskierte versucht, ins Internat der Schule einzudringen. „Es ist ja nicht so, dass die nicht gewusst haben, was sie tun”, so Mittag. „Das haben die selbst gewählt. Und das ist dann der Weg, den der Rechtsstaat für solche Vorkommnisse vorsieht.”

Stimmung im Gymnasium wieder gut

Die Stimmung im Gymnasium ist aber inzwischen wieder gut. Mittag: „Die Erlebnisse sind verarbeitet. Aber sie sind nicht vergessen.”

Die Polizei hatte verschiedene Maßnahmen ergriffen, war etwa verstärkt Streife gefahren, um die Krawallmacher in den Griff zu bekommen. Konkrete Ermittlungen gegen Einzelne führten dann schlussendlich zum Zugriff am Mittwoch.

Preben Westh, Leiter des Polizeikommissariats „Områdecenter Syd” in Sonderburg, hofft, dass das Urteil die Jugendlichen zum Nachdenken bringt. „Das hier sind Anklagen, die ernsthafte Konsequenzen für die Jugendlichen und deren Zukunft bedeuten. Auf jeden Fall behalten wir diese Gruppe weiter im Auge.”

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