Naturschutz

Einzigartige Fischart vom Aussterben bedroht

Ritzau/jrp/hm
Nordschleswig
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Foto: Picture Alliance/DPA/C.W. Schmidt-Luchs

Wissenschaftler warnen vor dem endgültigen Aussterben des Nordseeschnäpels, von dem es nur noch in der Wiedau bei Tondern einen natürlichen Bestand von etwa 3.500 Exemplaren gibt. Forscher und die Umwelt- Naturschutzorganisation WWF fordern die dänische Regierung auf, nicht tatenlos zuzuschauen.

Der Nordseeschnäpel ist seit den 1940er Jahren in Deutschland ausgestorben. Eine kleine, natürliche Population hat jedoch in Dänemark, in der Wiedau bei Tondern, überlebt. Wie sich jedoch zeigt, sind auch diese Fische stark bedroht. Das haben dänische Forscher festgestellt und darüber kürzlich in der Fachzeitschrift „Nature Science“ berichtet. Die Forscher schlagen deshalb Alarm und fordern die zuständigen Behörden zum Handeln auf. „Ein kritisch kleiner Bestand bestehend aus geschätzten 3.500 ausgewachsenen Fischen sind die letzten ihrer Art auf der Welt“, schreiben die Wissenschaftler in dem Artikel.

Obwohl das Wattenmeer ein Naturschutzgebiet sei und der Nordseeschnäpel unter dem Schutz der Berner Konventionen stehe, werden von dänischer Seite aus zu wenig für die Fischart getan, meinen die Autoren, die aber auch anerkennen, dass eine Stärkung des Bestandes schwierig sei.

Wissenschaftler fordern mehr Forschung

„Seit 1992 ist der Bestand nur geschätzt worden, Kormorane, die natürlichen Feinde der Nordseeschnäpel, wurden nicht ausreichend dezimiert. Zudem missglückten Projekte, um den Lebensraum der Fische wiederherzustellen“, berichten die Forscher in der Zeitschrift. Es müssten die Lebensbedingungen der Fische erforscht werden, um das Überleben der Nordseeschnäpel zu sichern, so die Experten.

WWF kritisiert dänische Regierung

Bo Øksnebjerg, Generalsekretär der Umwelt- und Naturschutzorganisation WWF, kritisiert die Regierung und meint, „man sehe nur zu, während die Nordseeschnäpel aussterben“. „Wie sollen wir erwarten, dass andere Länder Nashörner und Tiger beschützen, wenn das reiche Dänemark nicht einmal in der Lage ist, diese Fische zu retten. Wir wissen noch nicht einmal, warum der Bestand zurückgeht. Das Mindeste, was der Minister tun kann, ist die Erforschung der Tierart zu unterstützen. Es reicht doch nicht festzustellen, dass die bisherigen Versuche zur Rettung, ohne Erfolg waren“, sagt der WWF-Generalsekretär.

Der Nordseeschnäpel war Anfang des 19. Jahrhunderts noch recht häufig in seinem Verbreitungsgebiet an den großen Flüssen entlang der Nordsee anzutreffen. Nach dem Ersten Weltkrieg ging der Bestand allerdings stark zurück.

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