Streikvorbereitungen

DSSV-Schulen: Bereit machen für den Ernstfall

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Die Deutsche Schule Buhrkall. Foto: Archivbild: DN

Die Lehrer und Schulleiter der deutschen Schulen in Nordschleswig hoffen noch auf eine Einigung im Arbeitskonflikt – doch die Vorbereitungen für den Fall der Fälle laufen bereits.

Etwa 440.000 öffentlich Angestellte werden im Falle eines Streiks ausgesperrt. Auch die gewerkschaftlich organisierten Lehrer der deutschen Schulen in Nordschleswig sind von der möglichen Aussperrung am 10. April betroffen. Deshalb bereiten sich Schulleiter und Lehrer auf das mögliche Ereignis vor. Die Hoffnung ist jedoch auf beiden Seiten vorhanden, dass es noch zu einer Einigung zwischen den Tarifparteien kommt.

„Der Schock von der Aussperrung 2013 sitzt noch immer tief, und es gibt die überwiegende Hoffnung der Schulleiter, dass eine gangbare Lösung gefunden wird. Aber die Befürchtung, dass es zu einer Aussperrung kommt, ist doch bei vielen vorhanden“, sagt Käthe Nissen, pädagogisch-administrative Konsulentin beim Deutschen Sschul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV), die in engem Kontakt zu den Schulleitern steht.

Hoffnung besteht

Aus den Reihen der Lehrer berichtet Inga Fries, Vertrauensfrau für die deutschen Schulen unter der dänischen Gewerkschaft FSL (Fri Skolers Lærerforening), Ähnliches: „Wir alle hoffen, dass es nicht zu einer Aussperrung kommt“, sagt sie, und auch der Vorsitzende des FSL-Kreises 4, Hans Erik Hansen, sähe gern eine Einigung, wie er sagt.

Doch mit jedem Tag ohne die Nachricht einer Einigung wächst der Druck auf Lehrer und Schulleiter. So informierten die Vertrauensleute an den einzelnen Schulen die gewerkschaftlich organisierten Kollegen über die möglichen Folgen einer Aussperrung, wie Inga Fries erklärt.

„Dieses Mal wird es wohl nicht so sein, dass wir so viele kleine Demonstrationen machen werden, wie bei dem Lehrer-Lockout 2013. Damals wurden wir von der Gewerkschaft dazu aufgefordert, weil wir sonst keine Streikgelder bekommen hätten. Diesmal sind dafür größere Demonstrationen geplant“, erklärt sie.

Schulleiter-Treffen

Die Schulleiter trafen sich am Donnerstag auf der Schulleiterdienstversammlung, um gemeinsam über die Planung im Aussperrung-Fall zu sprechen, so Käthe Nissen. „Es geht einerseits um die Planung der Unterrichtsversorgung, aber auch um die Frage, was dürfen die Schulleiter und was dürfen sie im diesem Falle nicht.“ Jede Schule wird jedoch unterschiedlich betroffen sein, abhängig davon, wie viele der Lehrer dort Gewerkschaftsmitglieder sind. „So werden manche Klassen nach Hause geschickt werden müssen, weil keine Betreuung möglich ist“, so Käthe Nissen.

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