Gay-Travel-Index

Dänemark bleibt LGBT-freundlich

Malick Volkmann
Berlin
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Foto: Cecilie Johnsen

Für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender ist Dänemark ein attraktives Reiseziel. Das Königreich rangiert auf Platz vier des „Gay-Travel-Index 2019“. Deutschland rutscht ab.

Gay-Travel-Index

Der „Gay-Travel-Index“ (GTI) zeigt die Situation und 197 Ländern und Regionen. Der GTI dokumentiert die Veränderungen über mehrere Jahre. Er fokussiert sich dabei auf die drei Kriterien Bürgerrechte, Diskriminierung sowie Gewalt gegenüber LGBT-Reisenden. Die Datenlage über Letzteres sei dem Autor Christian Knuth zufolge mangelhaft.

Welche Reiseländer sind sicher und frei von Diskriminierung? Diese Frage dürften sich Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) vor ihrem Urlaub häufiger stellen. Der sogenannte „Gay-Travel Index“ (GTI), den die Berliner Redaktion „Spartacus“ jährlich zusammenstellt, bietet Hilfe an und zeigt, welche Ziele attraktiv und welche eher zu vermeiden sind. Zu den attraktiveren Destinationen zählen beispielsweise Kanada, Schweden und auch Dänemark.

Das Königreich verlor im Vergleich zum vergangenen Jahr zwar einen Platz, bleibt aber bei der identischen Punktzahl. Die Situation ist also unverändert gut. Der Platzverlust begründet sich darin, dass Portugal einen enormen Sprung von Rang 27 auf Platz eins, den es sich mit Kanada und Schweden teilt, hingelegt hat. Die Iberer verdrängen Dänemark damit auf Rang vier.

Deutschland rutscht ab

Deutschland rutscht von Platz drei auf 23 ab. Was auf den ersten Blick dramatisch klingt, hängt in Wahrheit mit einem Punktverlust von nur einem von neun Punkten zusammen. Dieses Minus erklärt Christian Knuth, Autor der Rangliste, damit, dass die Zahl der homo- und transphoben Gewalttaten gestiegen ist. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern – wie beispielsweise Frankreich – träfe die Bundesrepublik aber keine unmittelbaren Gegenmaßnahmen. Das sagte Knuth dem „Spiegel“.

Allgemeinen lässt sich ein Trend feststellen: Die Lage ist in europäischen Ländern weitestgehend stabil, es gab kaum nennenswerte negative Veränderungen. In anderen Regionen sieht es nicht so rosig aus. Saudi-Arabien, Somalia und die Region Tschetschenien bilden die Schlusslichter der Rangfolge.

Positive Entwicklungen ergeben sich etwa durch die Einführung der Ehe für alle, wie etwas auf Malta, oder die Entkriminalisierung von Homosexualität, die in Indien beschlossen wurde. Umgekehrtes Vorgehen verursacht dementsprechend das Gegenteil.

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