Sinkende Flüchtlingszahlen

80 Prozent aller Asylzentren geschlossen

80 Prozent aller Asylzentren geschlossen

80 Prozent aller Asylzentren geschlossen

dodo/Ritzau
Kopenhagen
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Foto: dpa

Die Ausländerbehörde schließt bis zum Sommer vier weitere Flüchtlingsunterkünfte in Dänemark. Damit sind nur noch 19 von den 98, die es Anfang 2016 gab, geöffnet.

Immer weniger Menschen suchen in Dänemark Asyl. Aus diesem Grund sinkt auch die Zahl der Asylzentren stetig weiter. Die Ausländerbehörde hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie nun vier weitere Einrichtungen schließen will. Damit sind dann 80 Prozent aller Flüchtlingsunterkünfte in den vergangenen zwei Jahren geschlossen worden – 79 von 98. Laut Angaben der Behörde sind in den Zentren derzeit rund 5.000 Personen untergebracht.

„Es kommen immer weniger Asylsuchende zu uns. Im gesamten vergangenen Jahr ist die Zahl weiter gefallen. Heute werden mehr Anträge behandelt, als neue Personen nachkommen, daher schließen wir bis Sommer vier weitere Unterkünfte“, so der Leiter der Ausländerbehörde, Thomas Mortensen, in einer Pressemitteilung.

3.500 Menschen beantragten 2017 Asyl in Dänemark – so wenig wie seit neun Jahren nicht mehr und weniger als die 5.000, die die Ausländerbehörde geschätzt hatte.

Bei den Asylzentren, die geschlossen werden, handelt es sich um die Unterkünfte in Frederikshavn, Rovvig, Foldbjerg und Gunderuplund, die zusammen eine Kapazität von 780 Plätzen haben.

2016 wurden bereits 43 Zentren geschlossen, 2017 waren es 30.

Ein Teil der Ausgaben für die Unterbringung von Flüchtlingen im eigenen Land, zog Dänemark von seinen Entwicklungsgeldern ab, die eigentlich für notleidende Menschen in den Krisengebieten der Welt bestimmt waren.

Durch die Schließung der Asylzentren werden nun wieder 2,148 Milliarden Kronen frei, die unter anderem den Menschen in Syrien und dessen Nachbarländer zugutekommen sollen.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Die gemeinsame Sprache“