Gesundheit

Experte beruhigt: China-Virus nur begrenzt ansteckend

Experte beruhigt: China-Virus nur begrenzt ansteckend

Experte beruhigt: China-Virus nur begrenzt ansteckend

cvt/dpa/Ritzau
Kopenhagen/Berlin
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Ein Patient wird in Wuhan ins Krankenhaus gebracht Foto: str/Ritzau Scanpix

Weltweit sorgt ein Grippe-Virus aus China für Sorge – doch die ist weitgehend unberechtigt, sagt der Chefarzt des dänischen Seuchen- und Impfstoffinstituts.

Der Inhalt dieses Artikels ist inzwischen teilweise überholt. Ein Artikel mit dem Stand von Montag, 20. Januar, zum Thema findet sich hier.

Der Ausbruch einer mysteriösen Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Stadt Wuhan hat weltweit, auch in Dänemark, zu Besorgnis geführt. Doch die Gefahr sei nicht sehr groß, sagt nun der Oberarzt und Virusforscher Anders Fromsgaard von der zentralen dänischen Seuchen- und Impfbehörde, Statens Serum Institut (SSI).

„Die beiden Umstände, an die wir uns heften, sind, dass es keine Ansteckungen zwischen Personen gegeben hat und dass es offensichtlich keine sehr hohe Sterblichkeit gibt“, sagt er.

45 Fälle in Wuhan, weitere in Japan und Thailand

Vier weitere Infektionen sind unterdessen bis Sonnabendabend bestätigt worden. Damit steigt die Zahl der Fälle in der Stadt auf 45, wie die Gesundheitsbehörden berichteten. Zwei Patienten sind an dem Lungenleiden durch das neuartige Coronavirus gestorben. Fünf Erkrankungen wurden als ernst beschrieben.

Auch in Japan und Thailand sind zwei Infektionen von Reisenden bestätigt, die aus Wuhan kamen. Asiatische Nachbarn haben vorsorglich Fieberkontrollen bei der Einreise am Flughafen eingeführt. Auch die amerikanischen Flughäfen in New York, San Francisco und Los Angeles haben Gesundheitskontrollen für Reisende aus Wuhan eingeführt.

In Hongkong soll es nach Presseberichten 81 Verdachtsfälle geben, von denen aber bisher keine bestätigt wurden. Mindestens drei verdächtige Patienten gibt es auch in den chinesischen Städten Shenzhen und Shanghai, wie die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ berichtete. Weitere mutmaßliche, aber bislang unbestätigte Fälle wurden aus Taiwan, Südkorea, Singapur, Vietnam und Nepal berichtet.

Erreger soll Sars-Virus ähneln

Es wird vermutet, dass das Virus von einem Tiermarkt in Wuhan kommt. Bislang gibt es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) aber „keine klaren Beweise“ für eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch.

Coronaviren verursachen oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen – allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu.

Nach Expertenangaben ähnelt der neue Erreger dem Sars-Virus. Unterschiede gibt es vor allem bei den Proteinen, mit denen das Virus an menschliche Zellen andockt. Bei der Sars-Pandemie waren 2002/2003 von China ausgehend weltweit rund 8.000 Menschen an der Lungenseuche erkrankt. Knapp 800 von ihnen starben.

Dänischer Mediziner beruhigt: „An die Fakten halten“

Doch Formsgaard beruhigt: „Ich habe gelernt, dass wir uns an die Fakten halten sollten, die vorliegen Ansonsten gibt es Panik und Angstmache. Was manche vermuten, ist eine Glaubensfrage, und das gehört in die Kirche“, sagt er. Bisher habe der Virus nur ältere Menschen getötet, „die schon zuvor krank waren“.

Vor Reisen nach China will er nicht warnen. Höchstens in Wuhan sollte man auch Tiermärkten vorsichtig sein. „Diese Wahrheit kann sich aber schon morgen ändern. Wir haben uns vorbereitet und wir wissen, was wir tun müssen“, sagt Formsgaard.

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