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Experte: Russischer Cyberangriff hat auch Dänemark getroffen

Experte: Russischer Cyberangriff hat auch Dänemark getroffen

Experte: Russischer Cyberangriff hat auch Dänemark getroffen

cvt/Ritzau/dpa
Kopenhagen
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Foto: Markus Spiske/Unsplash

Großbritannien und die USA bezichtigen Russland, weltweit zentrale Router und somit staatliche Stellen und private Unternehmen angegriffen zu haben. Auch Dänemark sei höchstwahrscheinlich ein Ziel gewesen, meint ein IT-Sicherheitsexperte.

Am Dienstag ging die Warnung aus Großbritannien und den USA um die Welt: Aus Russland sei eine große Cyberattacke losgetreten worden, die Router und Switches, also Schaltstellen des internationalen Online-Verkehrs, angegriffen habe. Laut Peter Kruse, IT-Sicherheitsexperte der Firma CSIS, war auch Dänemark höchstwahrscheinlich Ziel der Angriffe.

„Wenn man sieht, wie viele Router und Switches von dem Angriff getroffen wurden, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Dänemark nicht betroffen ist“, sagt er. „Es trifft aber keine Privatmenschen. Der Angriff ist auf Ziele ausgerichtet, die von Unternehmen, Behörden und Internetanbietern genutzt werden“, so Kruse.

Eine große Menge an Geräten weltweit sei schlicht und ergreifend falsch konfiguriert, weshalb es überhaupt erst möglich sei, solche Angriffe zu fahren. „Das Interesse der Russen war es, so viele Daten wie möglich zu sammeln. Das ist sehr ausgeklügelt und zielgerichtet vor sich gegangen“, sagt er. Nun gelte es, eine Schadensbilanz zu erstellen. Möglicherweise seien Daten verloren gegangen.

Russen dementieren, kritische Infrastrukturen auszuspionieren

Die russische Botschaft in London hat laut Forbes dementiert, für einen etwaigen Angriff verantwortlich zu sein. Die USA und Großbritannien hätten keinerlei Beweise. Sie berufen sich auf Informationen „staatlich unterstützter russischer“ Hacker. Hauptziel des Angriffs sei es, so die britischen und amerikanischen Sicherheitsbehörden, Netzwerke von Betreibern kritischer Infrastruktur wie Stromnetze oder Kraftwerken auszuspionieren.

Die Angriffe, so die Behörden, würden schon seit mehr als einem Jahr beobachtet und die Taktik dahinter sei noch länger bekannt.

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Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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