Klimasünder

Klimasteuer auf Flugreisen spaltet dänische EU-Spitzenkandidaten

dodo
Kopenhagen/Straßburg
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Flugzeuge gehören zu den größten Klimasündern – und sind dennoch beliebt. Foto: Ma

Flugzeuge verursachen in kürzester Zeit mehr CO2 als jedes andere Verkehrsmittel. In der EU wird eine Klimasteuer auf Flugreisen diskutiert. Die Mehrheit der dänischen Politiker, die bei der kommenden EU-Wahl antreten, hält von der Idee allerdings nichts.

Sie stehen seit Jahren in der Kritik zu den größten Klimasündern auf der Erde zu gehören: Flugzeuge. Eine Flugreise nach New York und wieder zurück verursacht knapp drei Tonnen CO2. Im Durchschnitt ist ein dänischer Bürger im Jahr für den Ausstoß von 17 Tonnen CO2 verantwortlich. Sowohl dänische als auch ausländische Klimaexperten bezeichnen Flugreisen als die Aktivität, bei der das meiste CO2 in kürzester Zeit verursacht wird.

Aus diesem Grund sind Klimaabgaben auf Flugreisen seit Monaten ein stark diskutiertes Thema in der EU. Eine Umfrage von Danmarks Radio unter den Spitzenkandidaten der zehn dänischen Parteien, die am 26. Mai bei der Wahl für das EU-Parlament antreten, zeigt allerdings, dass sechs von zehn eine gemeinsame europäische Klimasteuer für Flugreisen ablehnen.

Soziale Ungleichheit

Sowohl die Sozialdemokraten als auch die Dänische Volkspartei (DF) und die Konservativen – die genau wie Venstre, die Liberale Allianz und die Volksbewegung gegen die EU gegen eine Klimasteuer sind – meinen, dass diese zu einer sozialen Schieflage führen würde. „Eine Flugabgabe würde Ungleichheit schaffen, da vor allem dänische Bürger mit niedrigeren Einkommen betroffen sein würden, die vielleicht sowieso nur ein Mal pro Jahr verreisen können. Man sollte stattdessen auf eine grüne Entwicklung in der Flugbranche setzen“, so DF-Politiker Peter Kofod zu DR.

Die vier Spitzenkandidaten der Radikalen, der Einheitsliste, der Alternativen und der Sozialistischen Volkspartei, die sich für eine Klimasteuer aussprechen, halten diese allerdings für alternativlos, will man die Klimaveränderung wirklich bekämpfen.

„Wir sind kurz davor, den Kampf um unser Klima zu verlieren. Eines der großen Probleme, die wir haben, ist der Transportsektor. Es sind die Reichsten die am meisten fliegen. Daher denke ich, dass es angebracht ist eine Abgabe von 40 bis 50 Kronen pro Flugticket zu berechnen“, so der Spitzenkandidat der Radikalen, Morten Helveg Petersen.

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