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Dänische Verbraucher machen sich vermehrt Sorgen

Dänische Verbraucher machen sich vermehrt Sorgen

Dänische Verbraucher machen sich Sorgen

ritzau/gn
Kopenhagen/København
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Dunkle Wolken über die dänische Ökonomie? Foto: Jens Nørgaard Larsen, RitauScanpix

Obwohl die Zinsen im Keller sind und es nie günstiger war, Geld zu leihen, sind die dänischen Verbraucher vorsichtiger und weniger optimistisch als im Vormonat.

Die Verbraucher in Dänemark sind nicht mehr ganz so positiv wie in den vergangenen Monaten. Das zeigt die neueste Verbraucher-Studie von Danmarks Statistik.

Der Vertrauensindikator ist von 6,3 im August auf 4,3 gefallen. Zum Vergleich lag der Indikator 2008 zu Beginn der Finanzkrise bei -17 und stieg 2015 auf 14. Seit Ende 2018 liegt der Wert bei zwischen drei und sechs.

Dabei schätzen die dänischen Verbraucher ihre eigene finanzielle Situation recht positiv ein (8,6). Das gilt auch für das nächste Jahr (14,5). Die Gesamtsituation in Dänemark erreicht in den Augen der Verbraucher ebenfalls einen guten Wert (8,7), aber beim Blick in die Zukunft kommen bei den Verbrauchern dunkle Wolken auf.

Die Erwartungen dazu, wie sich die finanzielle Lage in Dänemark im nächsten Jahr entwickeln könnte, bewerten die Verbraucher als negativ (-5,7), und auch bei der Frage, ob es ein günstiger Zeitpunkt ist, größere Anschaffungen zu machen (Fernseher, Waschmaschine oder ähnlich), kommt ein negativer Wert dabei heraus (-4,5).

Dennoch blickt Louise Aggerstrøm Hansen, Privatwirtschaftswissenschaftlerin bei der Danske Bank, positiv auf die Gesamtsituation in Dänemark: „Die Verbraucher bekommen immer mehr Geld in die Hände, die Zinsen sind niedrig, und dem Immobilienmarkt geht es in weiten Teilen des Landes gut. Dänemark ist gut gerüstet, falls es zu einer internationalen Rezession kommt."

Nicht ganz so optimistisch ist Simon V. Kristensen, Chefanalytiker der Sydbank: „Wenn sich die Verbraucher Sorgen machen und vorsichtiger agieren, kann das schon zu einem Problem werden. Der Privatverbrauch macht etwa die Hälfte der dänischen Ökonomie aus und war in den vergangenen Jahren der Wachstumsmotor überhaupt in Dänemark."

Der private Verbrauch sei wichtig, wenn der andere Wachstumsmotor, der Export, stocke, so Kristensen. Und das sei der Fall, nachdem die drei größten dänischen Märkte, Deutschland, Großbritannien und Schweden, zu schwächeln beginnen.

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