CORONA IN SCHLESWIG-FLENSBURG

Warnung: Delta-Variante kommt auch in den Kreis

Warnung: Delta-Variante kommt auch in den Kreis

Warnung: Delta-Variante kommt auch in den Kreis

Martin Engelbert/shz.de
Schleswig
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Derzeit entspannt: Nach einem Jahr unter Hochspannung bieten die aktuell niedrigen Inzidenzwerte Stabsstellenchef Christian Ebeling und seinen Mitarbeitern die Gelegenheit, durchzuschauen und Kraft für den Herbst zu sammeln. Foto: Martin Engelbert

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Derzeit sind die Corona-Infektionszahlen im Kreis Schleswig-Flensburg sehr niedrig. Ausbrüche der Delta-Variante gibt es keine. Das wird sich sicher noch ändern.

Die Corona-Infektionszahlen im Kreis Schleswig-Flensburg sind seit einigen Wochen ausgesprochen niedrig. Der Inzidenz-Wert liegt zwischen 0 und 1,5, aktuell wieder bei 0. Zeit für Christian Ebeling, Leiter der Stabsstelle Corona im Kreisgesundheitsamt in Schleswig, und seine rund 25 Mitarbeiter, einmal kräftig durchzuschnaufen. Jetzt können sie Überstunden, die sich im vergangenen Jahr zu Tausenden aufgehäuft haben, abbauen – und Kraft tanken für das, was mit der Delta-Variante möglicherweise noch an Arbeit auf sie zukommt.

Nach dem wir die erste Krise geschafft haben, hoffen wir, dass wir das auch weiter gut managen können.Christian Ebeling, Leiter Stabsstelle Corona beim Kreisgesundheitsamt

Noch ist die Lage ruhig beim Corona-Stab. Auch am Freitag wurde wieder keine Neuinfektion gemeldet, und auch der bisher letzte an Corona erkrankte Kreisbewohner ist wieder genesen. Doch die Lage kann sich jederzeit ändern, wie der zunehmende Anteil an Delta-Mutationen bei den Neuinfektionen bundesweit zeigt. Das weiß natürlich auch Christian Ebeling. „Ein Grundproblem ist, dass wir der Entwicklung immer hinterherlaufen. Wie viele Leute sich heute infizieren, wissen wir erst in zwei Wochen“, erklärt er. Ob Delta wirklich gefährlicher ist, lasse sich auch erst in einigen Wochen beantworten. Offenbar sei die Delta-Variante aber ansteckender. Deshalb sei es wichtig, wachsam zu bleiben. Denn erst Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Zahl der Infektionen steige, sei zu spät.

Erst zwei Delta-Infizierte im Kreisgebiet

Fakt ist aber auch, dass im Kreisgebiet erst zwei Infektionen mit der Delta-Variante registriert wurden – und diese Fälle liegen auch schon rund sechs Wochen zurück, die Infizierten sind längst wieder gesund. Dass über kurz oder lang auch hier die Delta-Variante auftreten wird, steht für Ebeling fest. Die Frage sei nur, wann. „Das ist wie bei einem überlaufenden Waschbecken, nach und nach wird die ganze Wohnung überflutet. Aber wenn man es rechtzeitig bemerkt, kann man mit Aufwischen die Ausbreitung verlangsamen.“

Bewährte Strategie soll auch gegen Delta helfen

Für den Fall, dass die Delta-Variante vermehrt auftritt, bleiben Christian Ebeling und sein Team bei den bewährten Maßnahmen: Infizierte identifizieren und samt Kontaktpersonen in Quarantäne schicken. Im Übrigen sei es sinnvoll, weiter zu testen, die bewährten Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten und auch weiterhin dort, wo viele Menschen auf engem Raum und in geschlossenen Räumen zusammen kommen, Masken zu tragen – und natürlich sich impfen zu lassen.

Impfschwänzer sind kein Thema

Apropos Impfen: Während bundesweit die Zahl an Impfschwänzern steigt, verhalten sich die Kreisbewohner offenbar vorbildlich. „Impfschwänzer sind bisher kein Problem“, erklärt Kreissprecherin Martina Potztal, bisher gebe es kaum jemanden, der den vereinbarten Termin einfach sausen ließe. „Es gibt bei uns nur Einzelfälle, die werden über Reservelisten aufgefüllt. Wir mussten noch keinen Impfstoff wegwerfen.“

Während der Pandemie viel gelernt

Beim Blick nach vorn ist Christian Ebeling verhalten optimistisch. der Kreis habe im vergangenen Jahr viel Erfahrung gesammelt und sei im Vergleich mit anderen Regionen recht gut durch die Pandemie gekommen. Während in einigen Landkreisen die Inzidenz in schwindelerregende Höhen schnellte, blieb sie im Kreis in der ganzen Pandemie unter der magischen Grenze von 100. Der höchste Wert wurde am 11. Januar 2021 mit einem Wert von 99,9 erreicht. „Nachdem wir die erste Krise hinter uns gebracht haben, hoffen wir, dass wir das auch weiter gut managen können. Es wird diesen Winter hoffentlich nicht so schlimm, weil viele geimpft sind.“

Wie werden Delta-Mutationen gefunden?

Corona-Delta-Varianten fallen beim PCR-Test, der zum sicheren Identifizieren einer Corona-Infektion durchgeführt wird, durch spezielle, von anderen Varianten abweichende Testmuster auf. Um ganz sicherzustellen, dass es sich dabei tatsächlich um die Delta-Variante handelt, wird die Verdachtsprobe anschließend in Speziallabors noch eingehender untersucht. Diese Ergebnisse liegen allerdings erst nach ein bis zwei Wochen vor.

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