Dänische Minderheit

Jahrestreffen: Zeit für Erneuerung

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Flensburg
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Jahrestreffen
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Die dänische Minderheit in Südschleswig ist im Rahmen der „Årsmøde“ unter dem Motto „Fornyelse skal der til“ zusammengekommen. Zeit für Erneuerung lautete das Thema der Veranstaltungen.

Die dänische Minderheit in Südschleswig ist im Rahmen der „Årsmøde“ unter dem Motto „Fornyelse skal der til“ zusammengekommen. Zeit für Erneuerung lautete das Thema der Veranstaltungen.

Drei Tage lang diskutierten und feierten die südschleswigschen Dänen in der gesamten Region von Eckernförde bis nach Flensburg das Leben in der Minderheit. Dänemarks Kulturministerin Mette Bock (LA), Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) und die scheidende SSW-Ministerin Anke Spoorendonk (SSW) waren drei der vielen Gastredner der Veranstaltungsreihe, die am Sonntag mit den großen Freilufttreffen in Flensburg, Schleswig und Tönning zu Ende ging. In Flensburg sollte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) eine seiner letzten Reden im Amt halten.

Ministerin Mette Bock diskutierte zum Abschluss ihrer mehrtägigen Deutschlandtour im Flensborghus mit Anke Spoorendonk und dem Chefredakteur der Flensborg Avis, Jørgen Møllekær, über dänische Lebensweise innerhalb der Minderheit. Dabei ging es auch um die Frage, wie wichtig die dänische Sprache innerhalb der Vereine und Institutionen ist.

Es sei nicht das Problem, so Bock, wenn die Kinder auf dem Pausenhof Deutsch miteinander sprächen. Die Mitarbeiter der Einrichtungen jedoch trügen mit der dänischen Sprache untereinander ihren Teil zur Identität der dänischen Minderheit bei. „Natürlich sprechen die Erwachsenen Dänisch in dänischen Institutionen, Vereinen, Schulen und so weiter. Ganz konsequent. Die Erwachsenen sollten konsequent Dänisch sprechen, auch wenn sie mit Kindern reden. Das ist doch ganz leicht. Das ist eine Frage des Willens. Es geht darum, es einfach zu tun“, so Bock in der Diskussionsrunde.

Klaus Schlie über den Begriff Heimat

„Das Jahrestreffen, das ja nicht nur hier in Eckernförde, sondern auch in Flensburg, in Schleswig, in Husum, in Tönning und an vielen anderen Orten des Landesteils Schleswig gefeiert wird, ist ein echtes Heimatfest unseres Landes. Und Heimat, meine Damen und Herren, das ist etwas, was wieder mehr und mehr Menschen interessiert, wonach die Menschen in der heutigen Zeit wieder suchen“, so Klaus Schlie in seiner Ansprache am Sonnabend.

„Die dänische Minderheit in Schleswig ist ein ganz hervorragendes Beispiel dafür, wie Heimat im 21. Jahrhundert definiert werden kann: sie ist verwurzelt mit dem Land und den Menschen, sie hat unverwechselbare Kennzeichen, sie ist aber auch offen, sie blickt in die Zukunft und sie ist das Fundament für ein breites gesellschaftliches Engagement.“

Er sei der tiefen Überzeugung, dass das gemeinsame Suchen nach dieser Heimat für Deutsche und Dänen, für Angehörige der dänischen Minderheit, der friesischen Volksgruppe und der deutschen Mehrheitsgesellschaft überraschende Ergebnisse bereit halte, „nämlich die Erkenntnis, dass der Kanon der Gemeinsamkeiten größer ist, als wir das vordergründig vermuten: Unsere Einstellung zu demokratischen Werten und Normen, unsere Einstellung zu kultureller und sprachlicher Vielfalt und unsere Überzeugung, dass diese Vielfalt nicht eingeebnet werden darf, sondern gefördert werden muss. Unter diesem Aspekt werden die Unterschiede zwischen Minderheiten und Mehrheit nämlich zu einer großen Gemeinsamkeit.“


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