Marschbahn nach Sylt

Pendler-Demo in Klanxbüll beendet - Züge fahren wieder

Pendler-Demo in Klanxbüll beendet - Züge fahren wieder

Pendler-Demo in Klanxbüll beendet - Züge fahren wieder

Lea Sarah Albert/shz.de
Klanxbüll
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Pendler protestieren am Bahnsteig in Klanxbüll. Foto: Michael Staudt/shz.de

Kaputte Waggons, überfüllte Züge, zahlreiche Verspätungen: Aus Protest haben Sylt-Pendler den Marschbahn-Verkehr in Klanxbüll blockiert.

Rund 500 Menschen haben sich nach Angaben der Bundespolizei am frühen Mittwochmorgen am Klanxbüller Bahnhof (Kreis Nordfriesland) versammelt, um den Bahnverkehr zwischen Klanxbüll und Westerland lahmzulegen. Der Veranstalter, die Facebook-Pendler-Initiative, sprach von 600 Teilnehmern. Sie blockierten einen Zug, der um 7.12 Uhr in den Bahnhof einfuhr. Dabei stand etwa die eine Hälfte der Demonstranten bei starkem Sprühregen auf dem Bahnsteig, die andere im Zug. Die Pendler sorgten dafür, dass die Türen nicht schließen konnten. Der Zug konnte deshalb nicht abfahren. Auch ein zweiter Zug auf dem gegenüberliegenden Gleis wurde besetzt, bestätigte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Somit wurde die gesamte Strecke ab Klanxbüll blockiert.

Verspätungen von 120 Minuten

Auf der Anzeigetafel im Bahnhof wurde eine Verspätung von 120 Minuten eingeblendet. Wegen der Blockade konnten auch Züge in Westerland nicht abfahren. Nachfolgende Verbindungen wurden teilweise gestrichen. „Wir setzen zwar Busse als Schienenersatzverkehr ein, aber das ist natürlich ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte der Bahnsprecher. Die Busse fuhren zwischen Niebüll und Klanxbüll. Gegen etwa 9.15 Uhr konnte der zweite blockierte Zug wieder abfahren. Auch bei den Protestlern lichteten sich die Reihen, bis schließlich der zuerst besetzte Zug mit normaler Auslastung gegen 10.15 Uhr wieder losfuhr.

Mit ihrer Aktion will die Facebook-Pendler-Initiative gegen verspätete und veraltete Züge auf der Marschbahnstrecke demonstrieren, die von Hamburg über Niebüll und den Hindenburgdamm nach Sylt rollen. Die Pendler wollen öffentlichen Druck auf die Verantwortlichen aufbauen und ein Zeichen zu setzen.

Der Verein Sylter Unternehmer unterstützt die Aktion: „Auch wenn es sich um eine weder von uns geplante, noch durchgeführte Aktion handelt, haben wir Verständnis für den aufgestauten Frust unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den zurückliegenden Monaten viel hinnehmen mussten und sich – wie wir auch – von den Verantwortlichen allein gelassen fühlen“, schreibt Karl Max Hellner, 1. Vorsitzender des Vereins. Als „unbefriedigend“ bezeichnet er die Zustände auf der Strecke der zurückliegenden Wochen und Monate mit all ihren Einschränkungen und Belastungen.
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