Bahnstrecke Hamburg-Westerland

Unternehmer entsetzt über Nein zu schnellem Marschbahn-Ausbau

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Der lange Weg zum zweiten Marschbahn-Gleis. Foto: dpa

Unternehmensverband Unterelbe-Westküste: Schleswig-Holstein braucht Minister oder Staatssekretär im Bundeskabinett.

Regelrecht „entsetzt“ ist der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste (UVUW) über die Entscheidung der Bundesregierung, den zweigleisigen Ausbau der Marschbahn-Strecke aus der Liste der besonders zu beschleunigenden Bauvorhaben zu streichen. Der Verband sieht dies als Beleg dafür, dass das Land in der Bundesregierung mit seinen drängenden Problemen, aber auch Potenzialen nicht ernst genommen wird.

„Die Entscheidung der Bundesregierung ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar. Alle mit politischer Verantwortung in diesem Land und für diese Region sind nun aufgefordert, Druck auf die Akteure in Berlin auszuüben und ihnen die Wichtigkeit einer schnellen Umsetzung klarzumachen“, erklärt Ken Blöcker, Geschäftsführer des UVUW.

Einmal mehr werde deutlich: Schleswig-Holstein brauche einen Minister oder Staatssekretär in der Bundesregierung, „der unmittelbare Einfluss auf solche Vorhaben nehmen kann, die scheinbar im Handstreich entschieden werden“. Zu lange schon sitze Schleswig-Holstein auf der Auswechselbank und habe sich viele Jahre still seinem Schicksal ergeben.

Seit einigen Jahren nehme das Land zumindest durch laute Zwischenrufe von der Seitenlinie Einfluss. Aber, so Ken Blöcker: „Wir müssen in zentraler Position mitspielen, sonst werden auch zukünftig schleswig-holsteinische Projekte nicht berücksichtigt oder auf die lange Bank geschoben werden.“

Nicht nur für die Pendler und Arbeitgeber sei die Berliner Entscheidung fatal. Die Verbindung von der Insel zum Festland sei durch Verspätungen und Ausfälle geprägt: „Nicht nur die Tourismuswirtschaft, die gesamte Wirtschaft an der Westküste profitiert von einem schnellen zweigleisigen Ausbau der seit 1927 unveränderten Strecke.“

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