Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

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Apenrade/Aabenraa
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Mette Frederiksen verhandelt wieder. Foto: Thomas Sjørup/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Dänische Politiker stehen an Puigdemonts Seite

Kataloniens früherer Präsident, Carles Puigdemont, und zwei seiner Kollegen wurden zwar in das EU-Parlament gewählt – dürfen ihre Plätze aber nicht bekleiden, weil die spanische Regierung ihnen die Zulassung verweigert. 76 EU-Parlamentarier, darunter Nikolay Villumsen (Einheitsliste) und Margrete Auken, haben sich nun in einem Brief an die Leitung des Parlamentes gewandt, damit diese Druck auf die spanische Regierung ausübt und diese zum Umdenken zwingt.

„Es ist völlig unakzeptabel, dass die spanische Regierung sie daran hindert, ihrer Arbeit nachzugehen“, so Villumsen zu Danmarks Radio. Damit werde der Wille der Wähler nicht respektiert, was ein großes Problem für die Demokratie darstelle und alle berühre, so der Politiker der Einheitsliste.
Der Fall dreht sich um die drei katalonischen Seperatisten Carles Puigdemont, Antoni Comín und Oriol Junqueras, die alle in die Unabhängigskeitsabstimmung Kataloniens im vergangenen Herbst involviert waren – und die anschließend von der spanischen Regierung nicht anerkannt wurde.

Puigdemont und Comín werden seitdem von spanischer Seite strafrechtlich verfolgt und halten sich derzeit in Belgien im Exil auf.
Zusammen erhielten die drei Politiker bei der EU-Wahl mehr als 2,2 Millionen Stimmen.

Sonderkommission untersucht drei Brände mit Toten

Die Person, die Rettungskräfte bei einem Brand in einem Haus südlich von Slagelse am Sonntagvormittag gefunden hatten, ist vor dem Brand getötet worden. Dies teilte die Polizei von Südseeland und Lolland-Falster mit. Die Polizei kündigte an, eine Sonderkommission zu gründen, die diesen und zwei ähnliche Fälle untersuchen wird. Neben dem Tötungsdelikt in Vemmelev bei Slagelse wird ein Fall in Ruds Vedby am 21. April und in Odsherred am 14. Februar untersucht. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden und fragt, wer etwas am Slagelse Landevej 108 gesehen hat zwischen Sonnabendmittag, 15. Juni, und 9.25 am Sonntagvormittag.

Versicherungsgesellschaft warnt vor Selbstentzündung von Heu

Die Versicherungsgesellschaft Topdanmark warnt die Landwirte vor Bränden durch Selbstentzündung von Heu, das in Scheunen gelagert wird. Die aktuelle Wetterlage mit nassgeregnetem Heu sorgt nach Angaben der Versicherung für ein erhöhtes Risiko der Selbstentzündung. Die Landwirte sollten ihr Heu deshalb auf zu hohe Feuchtigkeit hin untersuchen, weil zudem die Gefahr der Schimmelbildung bestehe. Ursache der Hitzeentwicklung im Heu, die zu Bränden führen kann, sind biologisch-chemische Prozesse bei der Zersetzung pflanzlichen Materials.

Jurist rechnet nicht mit vielen neuen Verfahren wegen Verwendung fehlerhafter Telefondaten

Aufgrund von Fehlern im IT-System hat die Polizei bei der Nutzung von Telefondaten falsche Angaben als Beweismittel in Prozessen verwendet. Dies wurde Anfang der Woche bekannt. Es hieß, dass bis zu 10.000 Sachverhalte aus den Jahren 2012 bis 2019 überprüft werden müssten. Der Strafrechtsprofessor an der Universität Kopenhagen, Jørn Vestergaard, rechnet jedoch nicht mit Wiederaufnahmen von Verfahren. Es müsse allerdings ausgeschlossen werden, dass niemand unberechtigt verurteilt oder freigesprochen worden ist, weil z. B. Handydaten fehlerhaft die An- oder Abwesenheit einer Person an einem Tatort „bewiesen“ haben. Es gehe darum, die Glaubwürdigkeit der Justiz zu sichern.

Frederiksen setzt Regierungsverhandlungen fort

Die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Mette Frederiksen, setzt als Verhandlungsführerin am Dienstag die Verhandlungen mit Parteien des roten Blocks fort – nach einer Pause am Montag. Dies teilten die Sozialdemokraten mit. Die Sozialdemokraten streben eine Einparteienregierung an mit Unterstützung der Parteien Einheitsliste, Sozialistische Volkspartei und Radikale. Dem Vernehmen nach stellen die Radikalen hohe Forderungen, was die anderen Parteien aufgrund des einstelligen Wahlergebnisses der Partei irritiert.

Weniger junge Männer werden Straftäter

Laut Danmarks Statistik geht die Zahl der Männer zurück, die vor ihrem 26. Geburtstag verurteilt wurden. Demnach wurden 14 Prozent der Männer mit dem Geburtsjahr 1992 ein oder mehrmals verurteilt. Männer mit dem Geburtsjahr 1983 hatten bis zu ihrem 26. Geburtstag öfter Straftaten begangen, die zu einem Urteil führten. Knapp 20 Prozent waren es. Am meisten wurden Bußgelder verhängt.

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