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Der Nachrichtenüberblick am Freitag

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DN
Apenrade/Aabenraa
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Viele Arbeitgeber bieten nicht die vorgeschriebenen Praktikumsplätze an. Foto: Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick

EU teilt Kritik der Regionen an Wirtschaftsförderungs-Plänen der dänischen Regierung

Die Führung der Regionen im Land hatte in der vergangenen Woche eindringlich vor einer Zentralisierung der Wirtschaftsförderung gewarnt – jetzt meldet auch die EU als Geldgeber Bedenken zu entsprechenden Plänen der Regierung an.
Wie Ugebrevet Mandag Morgen schreibt, hat die EU-Kommission in einem Schreiben an Danske Regioner Stellung bezogen. Die Regierung könne nicht, wie es im Ausschuss für die Vereinfachung zur Wirtschaftsförderung vorgeschlagen worden war, die Verteilung der Strukturförderungsmittel einfach umgestalten. Das jetzige System funktioniere aus gutem Grund auf dem Prinzip der Partnerschaft mit den Regionen, so ist es dem Antwortschreiben zu entnehmen.

Nicht fristgerecht

Im Jahr 2017 haben tausende Krebspatienten zu lange auf ihre Behandlung gewartet, berichtet Danmarks Radio und bezieht sich auf neue Zahlen der Gesundheitsbehörde. In Dänemark sind die empfohlenen Fristen im Zuge einer Krebsbehandlung festgesetzt. Landesweit sind 23 Prozent der Krebspatienten nicht im vorgegebenen Zeitraum behandelt worden. Ein Jahr zuvor waren es weniger, nämlich 20 Prozent. Ein „trauriger Trend, der in die andere Richtung weisen sollte“, so der Direktor der Organisation Kræftens Bekæmpelse. Nur Süddänemark schafft es als einzige der fünf Regionen, mehr als 80 Prozent der Patienten fristgerecht zu behandeln.

Leibgardistinnen dürfen kleiner sein

Die Königliche Leibgarde – sie ist unter anderem zum Schutz des Königshauses da und zugleich eine große Touristenattraktion in Dänemark. Bisher mussten Männer und Frauen, die aufgenommen werden wollten, gleich groß sein – 1,75 Meter. Das ändert sich jetzt – weil Menschenrechtler sich über Diskriminierung beschwert hatten. Schließlich werden Frauen im Schnitt nur 1,69 Meter groß. Das wird jetzt auch die neue Mindestgröße für Gardistinnen, schreibt Berlingske.

EU-Haushaltskommissar zu Besuch in Kopenhagen

Der EU-Haushaltskommissar Günther Oetinger besucht am Freitag den dänischen Finanzminister Kristian Jensen (Venstre) in Kopenhagen. Bei dem Treffen geht es um den neuen EU-Haushalt, der aus dänischer Sicht viel zu hoch ausfällt und weshalb Jensen dem Kommissar eine Reihe von Sparvorschlägen vorlegen will, um die Kosten für die Mitgliedsländer zu senken. Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU im März 2019 werden rund 75 bis 90 Milliarden Kronen jährlich im EU-Haushalt fehlen. Dieses Loch will die EU mit höheren Beiträgen der verbliebenen Mitgliedsstaaten stopfen. Dagegen wehren sich aber Dänemark und einige andere Länder. Es sei klar, dass durch den Brexit Geld fehle, doch die EU erhöhe das Budget in Bereichen, in denen es nicht notwendig sei, so der Finanzminister, der beispielsweise für Landwirtschaftssubventionen und Strukturmaßnahmen nicht mehr Geld zahlen möchte.

Schluss mit „Hauptstadt-Bashing“: Regierung plant eigene Politik für Kopenhagen

Will Dänemark im internationalen Vergleich bestehen, muss Kopenhagen gut funktionieren. Dieser Meinung ist Beschäftigungsminister Brian Mikkelsen (Konservative), der nun eine Hauptstadtpolitik einführen will. Nach dem Aderlass durch die Verlegung Tausender staatlicher Arbeitsplätze in die Provinzen, solle nun Schluß sein mit dem „Hauptstadt-Bashing“, so Mikkelsen zur Nachrichtenagentur Ritzau. Sechs Minister samt Ministerien sollen bis 2030 für bessere Infrastruktur, mehr Einwohner und bessere Luft in der Hauptstadt sorgen. In der Arbeitsgruppe werden der Finanz-, Wirtschafts-, Transport-, Bau-, Umwelt,- und der Ausbildungsminister sitzen, Mikkelsen selbst leitet die Gruppe. Die Regierung geht davon aus Ende des Jahres ein Paket von Initiativen präsentieren zu können.

Ärzte-Gruppe veröffentlicht Selbstmordanleitung im Internet

Eine Gruppe von Ärzten, die sich selbst „Ärzte für aktive Sterbehilfe“ (Læger for aktiv dødshjælp) nennt und sich für die Legalisierung von aktiver Sterbehilfe einsetzt, hat eine Medikamentenliste im Internet veröffentlicht, die Schwerkranken beim Selbstmord helfen soll. Es sei vollkommen wahnsinnig so etwas ins Internet zu stellen und gefährde die gesamte Bevölkerung, meint hingegen eine Oberärztin aus Kopenhagen. Auch der Ethische Rat übt scharfe Kritik.

Eishockeyfan leugnet Angriff auf Verlobten des Justizministers

Der Verlobte von Dänemarks Justizminister Søren Pape Poulsen (Kons.) ist in der Nacht zu Donnerstag nach eigener Darstellung von einem Eishockey-Schlachtenbummler angegriffen worden. Gegen den 34-jährigen mutmaßlichen Täter wurde wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs Untersuchungshaft angeordnet. Dass der Mann, der aus der Slowakei zur Eishockey-WM angereist war, möglicherweise ein Hassverbrechen begangen hat, wurde vom Haftrichter hingegen nicht als Haftgrund gewertet. Gegen ihn wird aber weiterhin auch in diese Richtung ermittelt. Das schreibt die Nachrichtenagentur Ritzau.

In der späten Nacht zu Donnerstag soll der Tatverdächtige den Lebensgefährten des Ministers mit der Faust ins Gesicht geschlagen und gesagt haben „I don't like homoes“. Er leugnet dies und sagt aus, nichts gegen Homosexuelle zu haben. Zudem sei es Vasquez, der zuerst geschlagen habe. Unterdessen gerät Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) in die Kritik, weil er in einem Tweet von einem Hassverbrechen sprach, ohne dass dies bisher nachgewiesen ist.

Zu wenig Ausbildungsplätze: 44.000 Arbeitgeber müssen Strafe zahlen

44.000 Arbeitgeber in Dänemark müssen eine Strafe zahlen, weil sie nicht die Anzahl an Ausbildungsplätzen anbieten, zu denen sie verpflichtet sind. Das berichtet Finans.dk. Das Bußgeld beträgt 27.000 Kronen pro vorgeschriebenen Lehrling, den ein Arbeitgeber nicht ausbildet. Beschlossen wurde diese Regelung bei den Dreiecksverhandlungen zwischen Regierung, Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Insgesamt umfasst die Absprache 63.000 Arbeitgeber. Sie soll sicher stellen, dass ausreichend Ausbildungsplätze in Dänemark zur Verfügung stehen. Wie viele Plätze ein Arbeitgeber anbieten muss, hängt von der Zahl der Mitarbeiter und der Branche ab. Die Vorsitzende der Gewerkschaft LO, Lizette Risgaard, nimmt die Arbeitnehmer in die Pflicht. In sieben Jahren werden 70.000 Facharbeiter fehlen, von daher sei es höchste Zeit, dass sich die Firmen an der Ausbildung zukünftiger Arbeitskräfte beteiligen, so die LO-Vorsitzende.

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