Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

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Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Kopenhagen/København
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Jyske Bank führt jetzt Minuszinsen bei Bankvermögen über 750.000 Kronen ein. Foto: Jens Nørgaard Larsen, RitauScanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Novo Nordisk: Zulassung für neues Diabetesmedikament in den USA

In den USA hat die dortige Arzneimittelbehörde ein neues Medikament des Pharmaunternehmens Novo Nordisk zugelassen. Es handelt sich dabei um eine Arznei für Menschen, die an Diabetes Typ 2 erkrankt sind – eine Volkskrankheit in den Industrienationen. Es wird erwartet, dass das neue Medikament namens Rybelsus ein großer kommerzieller Erfolg für das Unternehmen wird. Das Medikament für Erwachsene mit dem Wirkstoff GLP-1 regt die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse an. Diese Ausschüttung ist bei Diabetes Typ 2-Patienten vermindert bis nicht mehr vorhanden. Novo Nordisk fokussierte bis jetzt auf Diabetes-Arzneien, die unter die Haut gespritzt werden. Mit der Zulassung öffnet sich für Novo Nordisk ein Markt mit einem geschätzten Volumen von 200 Milliarden Kronen jährlich. Das Unternehmen erwartet, dass das Medikament in den USA Ende 2019 auf den Markt kommt. Auch in Europa hat Novo Nordisk die Zulassung beantragt.

 

Zu wenig Plastik-Recycling: Direktor entlassen

Die Zeitung „Ingeniøren“ berichtet, dass der Direktor der größten dänischen Abfallgesellschaft, Vestforbrænding mit Sitz in Kopenhagen, entlassen worden ist. Die Zeitung hatte anhand von Akteneinsicht in E-Mails der Firma im August enthüllt, dass in der Firma nur 31 Prozent des in den Haushalten gesammelten Plastiks recycelt werden und nicht, wie offiziell angegeben, 75 Prozent. Peter Basland hatte daraufhin gegenüber der Zeitung eingeräumt, dass es ein „ernster Fehler“ gewesen sei, nicht zwischen der theoretischen und praktisch erreichten Recycling-Quote zu unterscheiden. „Ingeniøren“ schreibt in dem aktuellen Artikel weiter, dass selbst eine Quote von 31 Prozent bisher von der Firma nicht nachgewiesen werden konnte.

 

Polizei findet Waffenlager

Die dänische Spezialeinheit „Særlig Efterforskning Øst“ (SEØ) hat am Freitag bei 18 Durchsuchungen auf Fünen 51 Waffen und eine größere Menge Munition beschlagnahmt. 14 Personen wurden festgenommen. 40 Waffen wurden in einem Waffenlager gefunden, die restlichen trugen einige der Festgenommenen bei sich. Die Polizei hatte im Vorfeld Waffenverkäufe krimineller Banden im Hauptstadtgebiet untersucht und schlug nun in und um Odense zu. Zwei Personen sollen laut Nachrichtenagentur Ritzau am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden; dies wird wahrscheinlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen.

 

Übergewicht erhöht Krebsrisiko

Übergewicht ist die dritthäufigste Ursache für Krebs, berichtet „Danmarks Radio“. Dabei steigt das Risiko, an mindestens 13 verschiedenen Krebsformen zu erkranken.Dass Übergewicht zu Diabetes Typ II und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann, weiß die Mehrheit der Dänen, zeigt einer Untersuchung des dänischen Analyseinstituts. Aber nur 22 Prozent von ihnen sehen eine Verbindung zwischen Übergewicht und Krebs.Heute leben die meisten Dänen mit Übergewicht in der Region Seeland, wo 56,3 Prozent der 16 bis 75-Jährigen übergewichtig sind. Die Chefkonsulentin der Gesundheitsbehörde, Tatjana Hejgaard, fördert Vorbeugungsmaßnahmen und mehr Zusammenarbeit zwischen den staatlichen, politischen und ärztlichen Akteuren. In den Vereinigten Staaten wird erwartet, dass Übergewicht bald die erste Ursache von Krebs wird.

 

Jyske Bank: Negativzinsen ab 750.000 Kronen auf dem Konto

Bisher waren es nur Kunden mit über 7,5 Millionen Kronen auf dem Konto, die mit Negativzinsen belastet wurden, doch nun führt die Jyske Bank mit Hauptsitz in Silkeborg Minuszinsen für Kunden mit einem Bankvermögen von 750.000 Kronen und mehr ein. Das teilte die Bank am Freitagmorgen mit.

Jyske Bank war die erste Bank, die vor einigen Wochen Negativzinsen für vermögende Bankkunden einführte. Die übrigen Banken, darunter auch die Sydbank, zogen schnell nach. Das ist auch diesmal zu erwarten. „Aufgrund der Niedrigzinsen und der erneuten Zinssenkung verlieren wir noch mehr Geld, und diese Rechnung müssen wir mit unseren Kunden teilen", sagt Jyske-Bank-Chef Anders Dam.

Radiosender P6 und P8 werden gerettet

Eigentlich hätten die Radiosender P6 Beat und P8 Jazz von Danmarks Radio zu Grabe getragen werden sollen, doch nun werden sie doch gerettet. Die vorige VLAK-Regierung hatte Danmarks Radio Sparmaßnahmen in Millionenhöhe auferlegt, und im Zuge der Durchführung sollten die beiden Radiosender abgestellt werden. Jetzt hat die neue sozialdemokratische Regierung gemeinsam mit der Einheitsliste, Radikale Venstre, den Volkssozialisten SF und den Alternativen das nötige Geld gefunden, damit die beiden Radiosender 2020 weiterhin Beat- und Jazzmusik senden können. 2020 sollen die Medienverhandlungen im Folketing wieder aufgenommen werden. Darin geht es unter anderem um die Sparauflagen an Danmarks Radio und die Unterstützung der Nachrichtenmedien in Dänemark.

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