Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Scott Webb/Unsplash

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

 

Die Börse am Freitag

Nach fünf Tagen mit steigenden Kursen und Rekorden gab es am Freitag einen Dämpfer für den Leitindex C 25 an der Kopenhagener Börse, bei nur schwachem Handel. Der Index sackte um 0,7 Prozent ab und ging bei 1.218,78 aus dem Handel. Hintergrund sind u. a. Sorgen der Investoren, der Handelskrieg zwischen den USA und China könnte sich verschärfen. Auch Turbulenzen im Unternehmen Chemotec vermiesten die Stimmung auf dem Parkett. Zulegen konnte die Aktie des Unternehmens GN um 1,5 Prozent. Deutlich abwärts ging es für die Aktie des Schmuckunternehmens Pandora, die 5,1 Prozent an Wert verlor.

 

Wegen Ausländerpolitik: Knuth verlässt Venstre

Der Parlamentsabgeordnete Marcus Knuth wechselt von Venstre ins Lager der Konservativen. Der Grund: Er und der Parteivorsitzende von Venstre, Jakob Ellemann-Jensen, haben verschiedene Vorstellungen zu den Werten der Partei sowie der Ausländerpolitik. „Es ist eine schwere Entscheidung gewesen. Aber Politik ist Politik, und deshalb folge ich meinem Herzen für eine verschärfte Ausländerpolitik als die, die derzeit bei Venstre auf der Tagesordnung steht“, so Knut gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau. Der Vorsitzende der Konservativen, Søren Pape Poulsen, begrüßt die Entscheidung Knuths: „Willkommen in unserer Partei. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, erklärt er auf seiner Facebook-Seite.

 

Klimarat fordert mehr Tempo

Vor dem Hintergrund der Verhandlungen über ein Klimaschutzgesetz fordert der unabhängige Klimarat der Regierung mehr Tempo bei der Umstellung auf regenerative Energien und bei der Reduktion der Treibhausgas-Emission. Diese soll bis 2030 um 70 Prozent reduziert werden, wie genau ist aber noch unklar. Nach Ansicht des Vorsitzenden des Klimarates, Peter Møllgaard, muss das Tempo der grünen Umstellung deutlich erhöht werden.

 

Salling-Group: Ab 2020 nur Öko-Bananen in den Verkaufsregalen

Ab dem Jahreswechsel wird es einfacher, eine Bananensorte in den Supermärkten Føtex, Netto und Bilka des Konzerns Salling-Group zu wählen. Es wird nämlich nur eine geben – und zwar die ökologische Variante. Das berichtet der Konzern in einer Pressemitteilung. Ziel ist es, mit dem Vorhaben das Pestizid Chlorpyrifos zu umgehen. „Wenn die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit diesen Stoff nicht als sicher einstufen kann und zudem unter Verdacht steht, gesundheitsschädlich zu sein, dann müssen wir reagieren“, betont der Konzerndirektor, Per Bank. Nur Bananen aus biologischem Anbau sind ihm zufolge mit Garantie von diesem Stoff befreit.

 

Gewerbeminister warnt vor gefährlichem Spielzeug

Neue Kontrollen der Sicherheitsbehörde deuten darauf hin, dass ein großer Teil von Produkten gefährlich ist, die über Verkaufsplattformen von Anbietern außerhalb der EU bezogen werden. Die Behörde hatte 16 Spielzeuge für Kinder und sechs elektrische Produkte getestet, die über Anbieter wie Wish, Amazon, Ebay und Alieexpress im Ausland gekauft werden können. Insgesamt 21 Produkte wiesen schwere Fehler auf. Gewerbeminister Simon Kollerup (Sozialdemokraten) kritisiert die Plattformen für ihr Verhalten scharf und fordert die Verbraucher auf, kritisch zu sein. Die Behörde hat indes die Plattformen aufgefordert, die gefährlichen Produkte von den Seiten zu nehmen. Der Gewerbeminister kündigte an, im kommenden Jahr einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, der den Internethandel besser kontrollieren soll.

 

Neue Wehrpflichtart gegen digitale Bedrohungen

Ab Februar soll es nach dem Willen des Verteidigungsministeriums die Möglichkeit geben, die Wehrpflicht überwiegend vor dem Computer abzuleisten. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Die sogenannte Cyberwehrplicht (cyberværnepligten) dauert zehn Monate; während die ersten vier Monate einer gewöhnlichen soldatischen Ausbildung entsprechen, geht es bei den verbleibenden sechs Monaten um die Abwehr von Attacken aus dem Internet. Stationiert werden die Internetsoldaten in Fredericia. Probeweise läuft die neue Art der Wehrpflicht zunächst drei Jahre. Interessierte müssen neben einer körperlichen Eignung auch Fachkenntnisse mitbringen. Alles in allem wird es 2020 bei den Streitkräften und in der Bereitschaftsbehörde 5.200 Plätze für Wehrpflichtige geben. hm

 

Batteriebetriebene Züge ab Ende 2020 in Dänemark

Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Sozialdemokraten) hat mit den Vorsitzenden der Regionsräte von Seeland, Mitteljütland und der Hauptstadt eine Zusammenarbeit vereinbart, die das Ziel hat, batteriebetriebene Züge auf zwei Strecken in Dänemark zu testen. Dies gab das Verkehrsministerium bekannt. Die Züge sollen ab Ende 2020 und Anfang 2021 zwischen Helsingør und Hillerød auf Nordseeland und im nördlichen Westjütland (Lemvigbahn) fahren. Engelbrecht erhofft sich nicht nur weniger CO2-Emissionen, sondern auch einen problemloseren Betrieb im Vergleich zu dieselelektrischen Loks. Batteriebetriebene Züge fahren – ebenfalls probeweise – bereits in Deutschland und Österreich. hm

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