Klimasicherung

Liebesallee schützt das Umland

Liebesallee schützt das Umland

Liebesallee schützt das Umland

Apenrade/Aabenraa
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Die Pappeln wurden im Sommer gefällt, und die Deiche zu beiden Seiten der Mühlenau werden nun um über ein Meter erhöht. Foto: Paul Sehstedt

Es scheint, als wenn die Erhöhung der Pappelalleedeiche nicht in das Gesamtbild passt. Dieser Schein trügt jedoch, wie ein kommunaler Projektverantwortlicher erklärt.

Die beiden Deiche der Pappelallee, in deren Mitte die Mühlenau (Mølleå) verläuft, soll in der kommenden Zeit um über ein Meter auf eine Gesamthöhe von 2,50 Meter erhöht werden. Der Stadtrat hat in diesem Jahr den endgültigen Beschluss dazu getroffen.

Damit soll auf die erwarteten Klimaveränderungen reagiert werden, in deren Zuge mit höheren Wasserständen und stärkeren Regenfällen gerechnet wird. So sollen einerseits der Ringreiterplatz südlich der Pappelallee und andererseits das neu angelegte Campusgelände, nördlich davon, vor Überflutungen geschützt werden. Beide Gelände liegen sogar tiefer als die Mühlenau.

Verwunderung über Bauhöhe

Allerdings ruft die Höhe der Deiche Verwunderung bei einem Bürger hervor, der sich fragte, was es nütze, wenn die Deiche um den Bach erhöht würden, doch der Dronning Margrethes Vej nicht so hoch sei, wie die Deiche.

„Das ist jedoch nicht der Fall“, erklärt Hans Sørensen Odgaard, Biologe der Kommune und verantwortlich für Projekte zur Klimaanpassung. „Der Dronning Magrethes Vej ist drei Meter hoch und schützt so die Umgebung östlich der Pappelallee vor Überschwemmung“, erklärt er auf Nachfrage des „Nordschleswigers“. Dort liegt unter anderem der Mühlenteich (Mølledamm) sowie das Brundlunder Schloss (Brundlund Slot).

Weitere Klimamaßnahmen

Neben den jüngst veranlassten Klimaanpassungen wurde schon die Pumpstation am Vestvejen mit einer größeren und stärkeren Pumpe versehen, um den Campus als auch den Ringreiterplatz vor Überschwemmung zu schützen. Dort gab es in den Jahren zuvor ab und zu Probleme mit Wasser, das auf dem Platz stand. Die Pumpen können 5.000 bis 6.000 Liter pro Sekunde bewältigen.

Die alten Pumpen schafften 2.000 Liter. „So haben wir dort schon auf die Herausforderungen des Klimawandels reagiert“, sagt Odgaard. Mit der Pumpstation wird nämlich das Wasser unter Kontrolle gehalten, das die Mühlenau in ihrem Verlauf, unter anderem am Tøndervej, aufnimmt und zur Mündung am Südstrand bringt.

Gefahr für den Menschen

Die Erneuerung der Deiche ist dringend notwendig, denn sie haben sich seit dem Anlegen in den 1950´er Jahren gesenkt, von zwei Metern auf knapp 1,50 Meter. Und auch die auf den Deichen gepflanzten Pappeln waren alt geworden und haben ihre Lebenserwartung mit knapp 70 Jahren zum Teil schon überschritten. Einige waren deshalb schon vor einem Jahr gefällt worden, weil sie so morsch waren, dass sie eine Gefahr für das Leben der Menschen darstellten.

Wie Hans Sørensen Odgaard berichtet, gäbe es schon Pläne, die Pumpen am Mühlenteich durch stärkere zu ersetzen und eine Schleuse dort zu bauen, um die in Zukunft erwarteten Wassermengen noch besser im Zaum halten zu können.

Die Pappelallee, im Volksmund auch Liebesallee genannt, ist ein Wahrzeichen der Stadt Apenrade. Sie wurde Anfang der 1950´er Jahre nach den Plänen von J. P. Junggren Have und C. Th. Sørensen errichtet und umschließt die Mühlenau (Mølleå).

Gebaut wurden die Deiche mit einer Höhe von zwei Metern. Heute sind sie zum Teil nur noch 1,40 bis 1,50 Meter hoch und entsprechen damit nicht mehr den Anforderungen, das umliegende Gelände vor dem Auenwasser zu schützen.

Der Stadtrat hat sich seit 2017 mit der Pappelallee beschäftigt und in diesem Jahr die Zustimmung zu dem Projekt gegeben, die Deiche klimasicher zu machen, und die in die Jahre gekommenen und zum Teil morschen Pappeln zu ersetzen. Der Bebauungsplan musste dafür unter anderem geändert werden.

4,1 Millionen Kronen sind dafür bewilligt worden. 2018 wurden die ersten Bäume gefällt, und in diesem Jahr haben die Renovierungsarbeiten begonnen. Alle Pappeln wurden gefällt.

Im Herbst 2021 werden die neuen Pappeln gepflanzt.

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