Jahresbilanz 2018

Sydbank-Chefin trotz Gewinnrückgang „zufrieden und stolz“

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Das Bankgeschäft ist derzeit wegen der Zinslage unter Druck, sagt Karen Frøsig von der Sydbank in Apenrade. Foto: Sydbank

Die große nordschleswigsche Bank hat 2018 ein Plus von 1,16 Milliarden Kronen erwirtschaftet. Das sind 375 Millionen Kronen weniger als im Vorjahr – und es wird nicht besser, sagt Sydbank-Chefin Karen Frøsig, die aber dennoch zufrieden ist.

Drei Bankchefs teilen sich 16,8 Millionen Kronen

Der Jahresbericht der Sydbank zeigt, dass Bankchefin Karen Frøsig 2018 6,8 Millionen Kronen bei der Sydbank verdient hat, während ihre Kollegen in der Direktion, Jan Svarre und Bjarne Larsen jeweils ein Gehalt in Höhe von 5,0 Millionen Kronen erhalten.

Der Aufsichtsratsvorsitzende (bestyrelsesformand) Torben Nielsen hat 1,3 Millionen Kronen Honorar bekommen, und Vorstandsmitglieder, die ein ganzes Jahr mit dabei waren, 340.000 Kronen jährlich plus Honorar für verschiedene Ausschussarbeiten (typisch weitere ca. 100.000 Kronen jährlich pro Mitglied).

Die Sydbank hat 2018 ein Jahresergebnis von 1,16 Milliarden Kronen erzielt. Das sind im Vergleich zu 2017 375 Millionen Kronen weniger. „Die Zeiten für Bankgeschäfte sind ungünstig", sagt Sydbank-Chefin Karen Frøsig in Verbindung mit der Veröffentlichung der Jahresbilanz am Mittwoch.

„Die negativen Zinsen kombiniert mit einer verschärften Wettbewerbssituation setzen die Verdienstmöglichkeiten unter Druck“, sagt Frøsig.

Darüber hinaus bescherte der Aktienmarkt 2018 der Bank ein schlechtes Jahr. Die eigenen Aktien gaben einen schlechten Ertrag und auch der Aktienhandel (und somit die Handelseinnahmen) stagnierten. Das Gleiche haben auch andere dänische Banken wie Jyske Bank und Nordea erlebt.

Auch für 2019 prophezeit Frøsig ein schlechteres Jahresergebnis – in der Spanne von 800 Millionen bis 1,1 Milliarden Kronen.

Dennoch ist sie unter den Umständen mit dem erreichten Ergebnis zufrieden, denn Sydbank hat von den dänischen Großbanken am besten abgeschnitten. „Wir haben allen Grund, zufrieden und stolz zu sein“, sagt sie.

Landwirtschaft macht noch Sorgen

Der Wirtschaft in Dänemark geht es immer besser. Das kann man auch an den Rücklagen erkennen: in fast allen Branchen konnte die Sydbank Rücklagen wieder zurückführen und auch bei den privaten Kunden. Fast 350 Millionen Kronen konnten so als Einnahmen verbucht werden, doch in der Landwirtschaft (177 Millionen Kronen), im Handel (30 Millionen Kronen) und in der Industrie/Rohstoffgewinnung (22 Millionen Kronen) setzt die Sydbank immer noch zu.

„Die Landwirtschaft ist aktuell immer noch unser Sorgenkind", sagt Karen Frøsig – tun kann sie allerdings nichts, nur abwarten, dass sich die Konjunktur für die Landwirte wendet. Die Landwirtschaftskunden machen bei der Sydbank fünf Prozent des Darlehensvolumens aus.

Den Privatkunden geht es inzwischen viel besser. „Sie haben Schulden abgetragen, haben Erspartes auf dem Konto und verdienen wieder besser. Das merken wir deutlich", sagt die Sydbank-Chefin. 122 Millionen Kronen, die abgeschrieben waren, konnten wieder zurückgeführt werden.

Karen Frøsig ist den Umständen entsprechend zufrieden mit dem 2018-Ergebnis. Foto: Sydbank

Die Sydbank in Zahlen

Die Basiseinnahmen der Sydbank lagen 2018 bei 3,95 Milliarden Kronen (2017: 4,7 Milliarden). Die Handelseinnahmen fielen mit 138 Millionen Kronen um 100 Millionen Kronen geringer aus. Der Handel mit eigenen Aktien und Wertpapieren ergab ein Minus von 127 Millionen Kronen gegenüber einem Plus von 182 Millionen Kronen 2017. Die Abschreibungen auf schlechte Kredite lag bei Minus 114 Millionen Kronen (2017 waren es Minus 45 Millionen Kronen).

Die Anzahl der Mitarbeiter erhöhte sich von 2.064 auf 2.098.

Nordschleswig überholt

Der Landesteil Nordschleswig ist bei der Sydbank als größte Geschäftsregion überholt worden. 13 Prozent der Bankgeschäfte sind dort angesiedelt, wo die Sydbank auch ihre Wurzeln hat. Aber vom Geschäftsvolumen her hat Ostjütland Nordschleswig eingeholt und Aarhus-Aalborg sowie die Hauptstadtregion haben mit jeweils 14 Prozent des Geschäfts jetzt sogar Nordschleswig überholt.

„Das ist gar nicht so merkwürdig. Wenn man in Kopenhagen oder Aarhus ein Haus kauft, dann müssen die Kunden dort viel mehr Geld leihen, als zum Beispiel in Nordschleswig", sagt Frøsig. Außerdem ist die Bevölkerungsdichte in den anderen Region viel höher.

„Das bedeutet auch, dass die Wachstumsmöglichkeiten für uns in Nordschleswig eher begrenzt sind. Hier geht es darum sich, um die existierenden Kunden zu kümmern. Dafür haben wir noch Wachstumspotenzial außerhalb Nordschleswigs", sagt Karen Frøsig. „Das wiederum kommt auch Nordschleswig zugute". Man schaue sich nur die vielen hundert Mitarbeiter an, die wir im Hauptsitz in Apenrade beschäftigen.

Die Sydbank wird 50

Die Sydbank wird 2020 übrigens 50 Jahre alt. 1970 schlossen sich vier nordschleswigsche Banken zur Sydbank zusammen:

  • Den Nordslesvigske Folkebank, Apenrade
  • Graasten Bank, Gravenstein
  • Folkebanken for Als og Sundeved, Sonderburg
  • Tønder Landmandsbank, Tondern

„Im zweiten Halbjahr 2019 werden wir uns mit unserem Jubiläum und den bevorstehenden Feierlichkeiten befassen", sagt Karen Frøsig.

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