Kirchenleben in Hadersleben

Dom zu St. Marien präsentiert sich frisch gekalkt

Dom zu St. Marien präsentiert sich frisch gekalkt

Dom zu St. Marien präsentiert sich frisch gekalkt

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Das Hauptschiff erstrahlt in neuem Glanz. Foto: Karin Riggelsen

Etappenabschluss der Renovierungsarbeiten am Dom schneller fertig als gedacht. Das frisch gekalkte Hauptschiff und das neu verlegte Dach werden mit einem festlichen Gemeinschaftsgottesdienst am ersten Advent gefeiert. Gemeinde richtet Dank an die effektiven Handwerker, die ihre Arbeit rund acht Wochen vor dem Abgabetermin fertigstellten.

Nach dem Abschluss eines umfassenden Renovierungs- und Sanierungsabschnittes wird der Haderslebener Dom zu St. Marien Ende November erneut komplett frei zugänglich. Die Domgemeinde feiert den Etappenabschluss mit einem Gemeinschaftsgottesdienst am 1. Dezember.

Die Aufräumarbeiten im Dom werden bis zum 1. Dezember abgeschlossen sein. Foto: Karin Riggelsen

Ein Gottesdienst mit drei Pastoren

Im Mai versammelte sich die Domgemeinde, um den Start des Sanierungsprojekts des Hauptschiffs und des östlichen Teils des südlichen Seitenschiffes mit einem Gottesdienst zu feiern. Das Kalken der Wände und die Instandsetzung des Inventars sind abgeschlossen. Die letzten Aufräumarbeiten werden bis Ende November vollzogen sein. Die Domgemeinde feiert den „Wiedereinzug“ mit einem festlichen Gottesdienst am 1. Dezember. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr. Er wird von Gemeindepastorin Sofie Vestergaard Eriksen gestaltet zusammen mit Christa Hansen, Pastorin des deutschen Teils der Domgemeinde, und Pastor Kim Legarth.

„Es wird ein traditioneller und festlicher Gottesdienst mit Gebeten, Lesungen und der Predigt“, berichtet Pastorin Vestergaard Eriksen. Das musikalische Rahmenprogramm prägen Organist Kristian Lumholdt und der Knabenchor der Domgemeinde. Der Chor wird von Domorganist Henrik Skærbæk Jespersen dirigiert. „Wir freuen uns sehr auf den Gottesdienst und werden auch altbekannte Adventslieder anstimmen“, verrät Pastorin Vestergaard Eriksen.

Auf den Vorschlag von Pastorin Hansen hin werden die Handwerker, die während der vergangenen Monate schnell und effektiv gearbeitet haben, zur Teilnahme am Gottesdienst eingeladen. Geplant ist, dass unter anderem Gemeinderatsvorsitzender Paul Erik Brodersen, im Anschluss an den geistlichen Teil, einen Dank an die Handwerker richtet. Die beiden örtlichen Maurer- und Tischlerbetriebe „Murermestrene Thomas Hans A/S“ und „Snedker-og tømrerforretningen Erik Pedersen A/S“ sind unter anderem ein Teil des Handwerkerteams.

Pastorin Christa Hansen und Architekt Steen Thielsen vor dem Altar Foto: Karin Riggelsen

Bauarbeiten rund acht Wochen vor Abgabetermin fertiggestellt

Das Kalken des bis zu 22 Meter hohen Hauptschiffes und die Sanierungsarbeiten der Taufhaube, der Kanzel und der Epitaphien sind so zügig und effektiv vonstattengegangen, dass die Wiederöffnung etwa acht Wochen vor der berechneten Zeit stattfindet. Das Projekt ist vom Nationalmuseum begleitet worden. Die Instandsetzung des Inventars hat die Konservierungsfirma „Steensberg Konservering ApS“ in Kerteminde vorgenommen.

„Die Kanzel und der Hut des Taufbeckens sind neu vergoldet und versilbert worden. Das ist einfach wunderschön. Ich freue mich darauf, dass das Baustellendurcheinander bald beendet ist“, so Pastorin Hansen bei einem Gang durch das Gotteshaus.

Die Gerüste im Dominneren sind abgebaut. Foto: Karin Riggelsen

Wichtiger Meilenstein erreicht-im Mai 2020 rücken die Handwerker erneut an

Obwohl das imposante Bauwerk im Herzen der Stadt am 1. Dezember einen wichtigen Meilenstein erreicht, steht noch die Renovierung des südlichen Teils des Seitenschiffes bevor. Deswegen rücken die Handwerker nach Abschluss der Konfirmationsfeierlichkeiten im Mai 2020 erneut an.

Genau wie es 2018 beim Renovieren der Nordseite der Fall war, wird dann dieser Teil des Gotteshauses mit einer Staubwand abgetrennt. Der Dom wird während der Renovierung nicht geschlossen werden, denn das Hauptschiff wird nur geringfügig von den Aktivitäten der Handwerker beeinträchtigt.

Farbprobe an der Wand, die im Frühjahr 2020 gekalkt wird Foto: Karin Riggelsen
Der Gang, der an den Kapellen entlangführt, ist auch gekalkt worden. Foto: Karin Riggelsen

Stichtag ist der 27. September

„Ich rechne damit, dass der Prozess am 27. September 2020 abgeschlossen ist“, so Steen Thielsen. Erste Aktionspläne wurden vor rund neun Jahren in Angriff genommen, berichtet Thielsen von „Tegnestuen Mejeriet“ in Hadersleben. Der Architekt führt die Baubeaufsichtigung und begleitet das Projekt seit Anbeginn. Er war bereits dabei, als die Turmspitze 2009 vom Dach gehievt wurde, damit ein neues Bleidach verlegt werden konnte.

Die Neuverlegung des mit Blei gedeckten Dachs ist in vier Etappen durchgeführt worden und konnte in der vergangenen Woche abgeschlossen werden. Wenn die angedachte Einweihung des Gesamtprojekts im Herbst 2020 vom Stapel läuft, können Pastoren, Mitarbeiter der Kirche und Gemeinderatsmitglieder auf einen rund fünfjährigen Bauprozess zurückblicken.

Um Wasserschäden zu vermeiden, ist die Renovierung des Innenraums zeitversetzt mit dem Verlegen des neuen Dachs durchgeführt worden, erklärt Architekt Thielsen. Der „A. P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal" unterstützte die Dachrenovierung mit 14 Millionen Kronen. Die Sanierung des Dominneren ist mit gut 16 Millionen Kronen einschließlich Mehrwertsteuer veranschlagt worden und wird mit Kirchengeldern finanziert, sagt Thielsen.

Die „interimistische Kirche", in der seit Mai Gottesdienste durchgeführt wurden, kann abgebaut werden. Die Kirchendiener werden das Taufbecken an seinen Platz im Hohen Chor zurückzustellen. Foto: Karin Riggelsen

„Großartig mitzuerleben“

„Es ist etwas Großartiges, dabei zu sein und es mitzuerleben“, fasste Pastorin Hansen ihre Freude über das Renovierungsprojekt in Worte.

Das letzte Mal, dass der Dom gekalkt wurde, war vor knapp 40 Jahren. Der Unterschied zwischen dem Hauptschiff, das in klarem Weiß erstrahlt, und dem Teil, wo die Renovierung noch bevorsteht, ist deutlich erkennbar. Die frisch gekalkten Mauern kommen besonders gut zur Geltung, wenn die Sonne durch die Chorfenster strahlt", stellt die Pastorin fest.

Mit der überraschend frühen Fertigstellung des Hauptschiffes können die traditionellen Gottesdienste an Weihnachten im Dom gefeiert werden. Der deutsche Teil der Domgemeinde trifft sich Heiligabend um 17 Uhr zur Christvesper. Des Weiteren haben Pastorin Hansen und Gemeinderatsvertreter Piet Schwarzenberger am Dienstag, 24. Dezember, ab 14 Uhr einen Familiengottesdienst in der Herzog-Hans-Kirche geplant.

Dompropst Torben Hjul Andersen Foto: Karin Friedrichsen

Dankbarer Dompropst

„Wir sind zutiefst dankbar, dass es gelungen ist, die Innenrenovierung vor Weihnachten fertigzustellen. Es ist auch sehr wichtig für uns, dass wir auf den Seitenschiffen ein neues Bleidach verlegen konnten. Das Dach war undicht, und die Kirchendiener mussten ständig die Eimer leeren, die sie auf dem Dachboden aufstellten, um das Regenwasser aufzufangen“, erinnert sich Dompropst Hjul Andersen. Er freut sich auf den 1. Dezember, unterstreicht jedoch, dass angepeilt wird, die Gesamteinweihung in größerem Rahmen im Herbst 2020 durchzuführen.

Die letzten Baugerüste wurden in der Vorwoche abgebaut: Der Dom in Haderleben ist nun ohne Gerüst zu sehen. Foto: Karin Friedrichsen
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