Volksabstimmung 1920

Garnisonskommandant: „Hervorragende Ausstellung“

Garnisonskommandant: „Hervorragende Ausstellung“

Garnisonskommandant: „Hervorragende Ausstellung“

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Niels und Mona Damkjær (l.) im Gespräch mit dem Ehepaar Aage Birck und Heidi Guthmann Birck. „Historie Haderslev" stellt Desinfektionsmittel bereit für die Besucher der Pop-up-Ausstellung. Foto: Karin Friedrichsen

„Historie Haderslev“ eröffnete am Donnerstag eine Pop-up-Ausstellung an der Apothekerstraße. Viele Gäste strömten in die ehemalige Predigerschule, um Neues aus der Zeit zu erfahren, als Hadersleben dänisch wurde.

Zum 100. Jahrestag der Grenzziehung hat „Historie Haderslev“ die Pop-up-Ausstellung mit dem Titel „Jenserne kommer“ (deutsch: Die Soldaten kommen. Soldaten wurden ehemals häufig als Jenser bezeichnet, Anm. der Red.) am Donnerstag eröffnet. Coronabedingt mussten Abstandsregeln und Hygievorschriften eingehalten werden.

Museumsleiter Bent Vedsted Rønne und Kjeld Thrane, konservatives Mitglied des Stadtrates und Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Freizeit, hielten Ansprachen. Vedsted Rønne und Thrane ließen den Blick zurückschweifen auf die Ereignisse vor 100 Jahren. Nach der deutschen Kriegsniederlage im November 1919 verließen die letzten deutschen Soldaten die Kaserne am 19. Januar 1920 zu sorgen. Einen Tag später kamen 270 französische Gebirgsjäger in die Domstadt. Die Franzosen sollten für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung im Vorfeld der Volksabstimmung am 20. Februar 1920 sorgen. Als das Ergebnis der Abstimmung in der sogenannten Zone 1 vorlag, verließen die ersten französischen Kompanien die Kaserne. Eine Kompanie wartete die Ankunft der ersten dänischen Soldaten ab, bevor sie abgezogen wurden. „Specialkorpset Sønderjysk Kommando“ übernahm das Kommando am 5. Mai 1920. Die letzten deutschen Soldaten traten am 19. Januar den Rückzug an.

Von der Kaserne kamen Morten Breum (l.) und Oberst Lars Mouritsen (r.) zur Eröffnung der Schau. „Historie Haderslev"-Chef Bent Vedsted Rønne (2. v. l.) und Ausschsusvorsitzender Kjeld Thrane begleiteten die Gäste durch den Ausstellungsraum. Foto: Karin Friedrichsen

Garnisonskommandant lobt Ausstellung

Zu den Ehrengästen gehörte Garnisonskommandant, Oberst Lars Mouritsen. Die Ausstellung ist unter anderem mit Gegenständen aus dem Kasernenmuseum bestückt. Der erste dänische Kommandant ist quasi Mouritsens Vorgänger. „Eine hervorragende Ausstellung“, lobte der Garnisonskommandant „Historie Haderslev“ für die Zusammenstellung der Schau.

Die Archivare Trine Skovlund Jørgensen und Niels-Peter Gade waren bei der Begrüßung der Gäste in geschichtsträchtige Uniforme geschlüpft. Foto: Karin Friedrichsen

„Überbleibsel“ gesucht

Die Pop-up-Ausstellung ist bis Sonnabend, 29. August, dienstags und donnerstags von 12 bis 16 Uhr, sowie sonnabends von 10 bis 14 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Archivarin Trine Skovlund-Jørgensen erzählte, dass „Historie Haderslev“ plant, die Ausstellung im August umzubauen. So werden die Besucher in einem Monat unter anderem „Überbleibsel“ aus alten Tagen finden können und in der Stadt nach Dingen suchen können, die vor 100 Jahren zum Alltag der Bürger gehörten.

Bei der Ausstellung mit „Überbleibseln“ hoffen die Archivare auf Hilfe der Bürger. „Wir hoffen, dass Bürger daran interessiert sind, Dinge für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen, oder Geschichten aus der Zeit um 1920 mündlich zu übermitteln“, sagte Trine Skovlund Jørgensen. Die Archivarin hofft auch, dass viele historische Vereine und Archive in der Ausstellung vorbeischauen und dadurch Interesse bekommen für die historische Messe am 31. Oktober und 1. November im Sportzentrum.

Hans Vilhelm Bang zeigt Filme in dem kleinen Kino. Foto: Karin Friedrichsen

Pop-up mit Kino

Hans Bang, der ehemalige Leiter der Videowerkstatt in Hadersleben, hat in einer Ecke der Ausstellung ein ein kleines Kino eingerichtet. Filme zeigt das Kino sonnabends jeweils um 11 und um 13 Uhr.

Da viele Gäste aus Deutschland erwartet werden, sind die Gegenstände auch auf Deutsch beschrieben. Für diesen Teil der Ausstellung ist Sidsel von Qualen zuständig. Die Aussstellung ist immer mit zwei Mitarbeitern besetzt. Sidsel von Qualen, die die deutsche Nachschule in Tingleff /Tinglev besuchte, begleitet die Besucher aus Deutschland durch die Schau.

Im Frühjahr und Frühsommer 2021, wenn die Feier des 100-jährigen Bestehens der neuen Grenze zwischen Dänemark und Deutschland, nachgeholt wird, erwarten die Haderslebener Gäste aus dem Könighaus. Bei den Feierlichkeiten wird „Historie Haderslev“ unter anderem eine Ausstellung mit dem Titel „Kongen kommer“ (deutsch: „Der König kommt“) aufbauen.

Die Kolleginnen Sidsel von Qualen (l.) und Trine Skovlund Jørgensen. Foto: Karin Friedrichsen
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