Seniorenpolitik

Haderslebener Seniorenrat geht neue Wege

Haderslebener Seniorenrat geht neue Wege

Haderslebener Seniorenrat geht neue Wege

Hadersleben/Woyens
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Ehrenamtlich tätige Senioren sind überall in der Kommune eine Stütze der Gesellschaft. In Woyens engagiert sich unter anderem der Freundeskreis des kommunalen Pflegeheims. Foto: Ute Levisen

Der Seniorenrat der Kommune Hadersleben hat soeben seinen Jahresbericht vorgelegt. Darin bedauert er, dass das kommunale Dienstleistungsniveau schlechter geworden ist – zulasten der Schwachen der Gesellschaft.

Der Seniorenrat der Kommune Hadersleben hat soeben seinen Jahresbericht vorgelegt. Und: Das Gremium beschreitet neue Wege, um mehr ältere Bürger zu erreichen. Seit 14 Tagen ist der Seniorenrat im sozialen Netzwerk Facebook präsent, um noch schneller mehr Senioren erreichen zu können.

Im sozialen Netzwerk unterwegs

„Bislang haben wir 65 Follower“, stellt der Vorsitzende Hans Egon Lorenzen aus Woyens fest. Es gibt also noch Luft nach oben. Aber die Maßnahme sei noch recht neu.
Gleiches gilt nicht für die Sorgen des Rates mit Blick auf das kommunale Dienstleistungsniveau im Seniorenbereich:
„2019 haben hat es spürbare Einschneidungen gegeben“, stellt Lorenzen fest. Und die Zukunft sehe auch nicht gerade rosig aus.

Weniger fremde Gesichter

Es gibt auch Gutes zu berichten: So sei das kommunale „Vikar-Korps“, das seit vergangenem Herbst die kommunale Heimhilfe stets dann entlastet, wenn deren Mitarbeiter freihaben, gut angelaufen. Dadurch sei, so hofft der Rat, eine höhere Kontinuität für Bürger gewährleistet, die die Heimhilfe in Anspruch nehmen und sich somit nicht andauernd an neue Helfer gewöhnen müssten.

Unzufrieden mit eingeschränkten Öffnungszeiten

Ganz und gar nicht zufrieden ist der Seniorenrat mit den eingeschränkten Öffnungszeiten des Bürgerservice im Rathaus.
Obwohl man durchaus Verständnis dafür habe, dass die Kommune sparen müsse: An den Öffnungszeiten zu sparen, bedeute, am falschen Ende zu sparen, sagt Hans Egon Lorenzen.
„Davon sind in besonderem Maße ältere Mitbürger betroffen, denn die digitalen Selbstbedienungsalternativen, auf die stets verwiesen wird, sind für ältere Menschen oftmals nicht leicht zu bedienen.“

Ehrenamt – der Cognac zum Kaffee

Lorenzens Engagement im Seniorenrat ist ehrenamtlich. Auch in Sachen Ehrenamt beobachtet der Seniorenrat eine besorgniserregende Tendenz: „Je schlechter das öffentliche Dienstleistungsniveau, umso größer ist der Bedarf an Ehrenamtlern.“ Hier müssten die ehrenamtlich Engagierten aufpassen, dass sie nicht zu einer Konkurrenz für den Wohlfahrtsstaat werden.
„Früher, da war das Ehrenamt der Cognac zum Kaffee. Heute rechnet man überall mit dem Ehrenamt.“

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