Theater Møllen

Kulturministerin trifft Romeo und Julia

Kulturministerin trifft Romeo und Julia

Kulturministerin trifft Romeo und Julia

Hadersleben/Haderslev
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Kulturministerin Mette Bock (r.) im Gespräch mit Theaterchef Nikolaj Mineka, Regisseur Rasmus Ask, Schauspieler Jens Kepny Kristensen, Schauspielerin Andrea Spicher und Schauspielerin Connie Tronbjerg (v. l.). Foto: Karin Riggelsen

Das dramatische Grenzlandstück „Romeo + Julia“ wird zum 100. Jahrestag der Volksabstimmung 2020 beidseitig der deutsch-dänischen Grenze aufgeführt. Die Premiere ist voraussichtlich am 8. Juni 2020 im Haderslebener Dammpark. Die Kulturministerin besuchte das Theater am Mühlenstrom in Hadersleben.

Das Theater Møllen hat am Freitag ministeriellen Besuch gehabt. Kulturministerin Mette Bock (Liberale Allianz) war in der Domstadt, um sich über die Vorbereitungen für das Stück „Romeo + Julia“ zu informieren. Das Stück wird zum 100. Jahrestag der Volksabstimmung 2020 gespielt. Die Ministerin war angetan und freut sich schon jetzt auf die Premiere, die für Montag, 8. Juni 2020, geplant ist. Auch die Hauptdarsteller Andrea Spicher aus Münster und Jens
Kepny Kristensen aus Kopenhagen besuchten das Theater und ihre Kollegen in spe.

Premiere geplant für 8. Juni im Haderslebener Dammpark

Rund acht Millionen Kronen werden in die bislang größte und ehrgeizigste Vorstellung des Theaters am Mühlenstrom investiert. 91 Prozent des Arbeitsbudgets hat Theaterchef Nikolaj Mineka, mithilfe ergänzender Mittel und Donationen, zusammengetragen. Somit dürfte der Traumvorstellung nichts mehr im Wege stehen, freut sich Mineka.

„Wir arbeiten daran, für die Premiere ein Zelt im Dammpark aufzustellen. Danach wird die Vorstellung, so der vorläufige Plan, in Sonderburg und Kolding aufgeführt. Nach der Sommerpause werden Vorstellungen am Schloss in Gottorp, Flensburg, Hadersleben und Kolding geplant“, verrät der Theaterchef.

Einzelheiten über die Spielstätten und Spieltage könne er noch nicht sagen, da es noch einige offene Fragen zu klären gebe. Er erzählte aber, dass ein Zelt als Aufführungsort gewählt wurde, um damit die Vorstellung flexibler zu machen für Tourneen im In- und Ausland.

Jens Kepny Kristensen und Andrea Spicher Foto: Karin Riggelsen

Zwei junge Schauspieler in den Hauptrollen

In den Hauptrollen als Romeo und Julia begegnen den Theatergästen Jens Kepny Kristensen und Andrea Spicher. Die jungen Schauspieler sind für Mineka und Regisseur Rasmus Ask das Traumpaar schlechthin. Nach dem Casting, an dem jeweils 15 männliche und 15 weibliche Hauptrollenanwärter teilnahmen, durchliefen Rasmussen und Mineka einen schwierigen Auswahlprozess.

„Wir haben die verschiedenen Konstellationsmöglichkeiten durchgesprochen und uns dann für Kristensen und Spicher entschieden“, so der Theaterchef. Es werden neun bis zwölf Schauspieler auf der Bühne stehen, darunter auch Møllen-Schauspielerin Connie Tronbjerg und ihr Kollege Ole Sørensen.

Geschichte des Landesteils wird in der Shakespeare-Tragödie verarbeitet

Das Theater Møllen wird bei seiner Aufführung an Grundelementen der William-Shakespeare-Tragödie festhalten. „Sie heißen Romeo und Julia und wohnen in Verona. Aber Julias Familie wird Deutsch sprechen und Romeos Familie Dänisch“, so Mineka.

In der Variante des Theaters Møllen wird die Geschichte des deutsch-dänischen Landesteils verarbeitet. „Es wird eine neue und sehr energische Vorstellung. Das Paar glaubt an die Liebe, und dadurch wird die Tragödie noch größer“, sagt Regisseur Rasmus Ask.

Für das deutsch-dänische Manuskript ist Niels Brunse verantwortlich. Der Autor und Übersetzer hat Shakespeares 37 Dramen ins Dänische übersetzt. Das Manuskript wird noch ausgearbeitet.

Friedliches Miteinander keine Selbstverständlichkeit

Der Theaterchef freut sich, ein gutes Team vereint zu haben. „Mit der Vorstellung markieren wir die Wiedervereinigung. Mir fällt es schwer, das Wort Feier in diesem Landesteil in den Mund zu nehmen. Aber es ist trotzdem eine Feier. Wir feiern nämlich die Freundschaft und die Zusammengehörigkeit“, fasst Mineka seine Gedanken zusammen.

Ministerin Bock pflichtet ihm bei: „Von deutscher Seite feiert man auch 2020, wobei der Frieden und die Zusammenarbeit in den Mittelpunkt gestellt werden.“ Der Frieden im deutsch-dänischen Grenzland sei nicht von allein gekommen, meint Mineka. Die Ministerin fügte ergänzend hinzu, dass der Friede keine Selbstverständlichkeit sei, weswegen man aufpassen müsse, dass keine neue Tragödie eintrifft.

Theaterchef Nikolaj Mineka Foto: Karin Riggelsen

Von Skovlunde und Münster nach Hadersleben

Jens Kepny Kristensen stammt von Skovlunde. Er machte seine Schauspieler-Ausbildung in Aarhus. „Ich bin zum ersten Mal in Hadersleben. Das gefällt mir gut“, so der 27-Jährige, der in der Volksschule gut aufpasste, denn die Geschichte des Landesteils war dem jungen Mann geläufig, bevor er die Hauptrolle bekam.

„Seine Julia“ stammt aus Rostock und lebt inzwischen in Münster. „Ich bin am Donnerstag zum ersten Mal durch Flensburg gefahren“, erzählt Andrea Spicher (27).
Die Hauptdarsteller und Regisseur Rasmus Ask werden sich wahrscheinlich zu einem Workshop im Spätsommer zusammensetzen.

So richtig Schwung aufnehmen wird die Produktion aber erst im April 2020. „Ich freue mich darauf, das Team kennenzulernen. Ich spüre schon jetzt das familiäre Miteinander im Team“, sagt Andrea Spicher. Im Augenblick bereitet sie sich in Münster auf die Premiere der Aufführung „Das Floß der Medusa“ vor.

Die Jubiläumsvorstellung wird vom dänischen Kulturministerium, dem Folketing und der Kommune Hadersleben finanziell gefördert. Eine großzügige Spende haben unter anderem auch der „A. P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal“ sowie der „Augustinius Fonden“ zur Verfügung gestellt. Der Bund Deutscher Nordschleswiger, der Südschleswigsche Verein und Mungo Park Kolding sind Partner der Theateraufführung.

Schauspielerin Connie Tronbjerg und Ministerin Mette Bock (v. l.) Foto: Karin Riggelsen
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