MOBILITÄT IN NORDSCHLESWIG

Carsharing als Beitrag zu umweltgerechterer Mobilität

Carsharing als Beitrag zu umweltgerechterer Mobilität

Carsharing als Beitrag zu umweltgerechterer Mobilität

Nils Baum/Cenia Bahnsen/Flensborg Avis
Rendsburg/Apenrade
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Florian Kolberg und Sasha Esben sind Freunde und Eigentümer der Firma Flow Carsharing. Foto: Kira Kutscher

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Im Kreis Rendsburg-Eckernförde haben die Unternehmer Florian Kolberg und Sasha Esben einen Anfang gemacht und ihre Firma „Flow Carsharing“ etabliert. Eine spätere Expansion in Richtung Nordschleswig wollen die beiden zumindest nicht ausschließen, doch konkrete Pläne gibt es derzeit keine, weshalb das Projekt noch lange Aussichten haben kann.

In Nordschleswig sieht es aktuell nicht vielversprechend aus, wenn es um das Thema „Carsharing“ geht, also die organisierte gemeinschaftliche Nutzung eines oder mehrerer Autos.

Auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde gab es bis vor kurzem kein solches Angebot. Doch das sieht seit diesem Wochenende anders aus.

Florian Kolberg aus Büdelsdorf bei Rendsburg hatte im Oktober 2020 seine ganzen Ersparnisse investiert und seine Firma „Flow Carsharing“ registriert, mit der er Interessierten die Möglichkeit bieten möchte, ein Auto zu mieten, das man sich zusammen mit anderen auf Leihbasis teilt.

Start an diesem Wochenende

Seit diesem Wochenende nun können die neun Carsharing-Modelle, die alle in Rendsburg stehen, gemietet werden. Flow Carsharing ist der erste Anbieter in der Gegend, der den Schritt in Richtung moderner Mobilität wagt.

Doch soll es nicht beim Kreis Rendsburg-Eckernförde bleiben – Florian Kolberg möchte sein „Flow Carsharing“ gerne auf ganz Schleswig-Holstein ausweiten und kann sich auch vorstellen, Richtung Dänemark zu expandieren, sofern die Möglichkeit dazu aufkommt.

Expansion geplant

„Ich sage immer ‚Go with the flow’, und deshalb heißt die Firma auch ‚Flow Carsharing‘. Wir möchten unser Konzept sehr gerne auf ganz Schleswig-Holstein ausweiten und sind bereits in Verhandlungen mit der Kommune Neumünster. Es liegt auch ein Potenzial darin, Nutzer von Rendsburg nach Flensburg fahren zu lassen – was momentan noch nicht möglich ist – oder sogar nach Apenrade, aber wir müssen sehen, wie das Ganze anläuft“, sagt Florian Kolberg.

Einfache Nutzung

Um eines der Carsharing-Modelle zu mieten, muss man lediglich die App „Flow Carsharing“ auf seinem Smartphone installieren, sich einloggen und das Auto finden, mit dem man fahren möchte. Die App funktioniert wie ein Schlüssel via Bluetooth, sodass man direkt vor Ort einsteigen und losfahren kann, sofern das Auto verfügbar ist.

„Wir wollten das so einfach wie möglich halten. Deshalb ist alles ohne Kontakt und einfach zu handhaben – und dann ist es zudem auch noch preiswert“, preist Florian Kolberg das Angebot an.

Es liegt auch ein Potenzial darin, Nutzer von Rendsburg nach Flensburg fahren zu lassen – was momentan noch nicht möglich ist – oder sogar nach Apenrade, aber wir müssen sehen, wie das Ganze anläuft.

Florian Kolberg, Flow Carsharing

Versicherung und Aufladen inklusive

Der Preis variiert je nachdem, wie weit man fährt und wie lange. Neben einer Registrierungsgebühr beträgt die Grundgebühr pro Stunde fünf Euro, hinzu kommen 19 Cent pro Kilometer. Versicherungen und das Aufladen des Autos sind bereits im Preis enthalten.

Neben den neun Carsharing-Modellen bietet Flow Carsharing auch ein Netzwerk an Ladestationen an. Demnächst sollen zwei weitere Ladestationen mit je einem Auto in Eckernförde hinzukommen.

In Nordschleswig sieht es derzeit mau aus

In Dänemark arbeitet die Branchenorganisation „Danske Delebiler“ für die Ausbreitung des Carsharing-Konzepts, das momentan vor allem in Kopenhagen verbreitet ist. Einige weitere Carsharing-Angebote stehen zudem in Aarhus, Odense und Aalborg zur Verfügung, doch in Nordschleswig sieht es derzeit mau aus.

Zwar hatte der Anbieter „Tadaa!“ im Oktober 2016 ein Angebot mit zwei Leihautos in Fünenshaff (Fynshav) gestartet, doch aktuell geht das Angebot nicht mehr aus den Informationen auf der Internetseite des Betreibers hervor.

Auch bei anderen Anbietern muss man lange suchen, um ein entsprechendes Angebot im ländlichen Raum zu finden.

Deswegen setzt sich die Organisation „Danske Delebiler“ weiterhin dafür ein, die Ausbreitung von Carsharing-Angeboten in Dänemark voranzutreiben.

Ausbreitung von Carsharing-Angeboten vorantreiben

In einem Beitrag auf Altinget.dk schreibt Tommy Olsen, Vorsitzender von Danske Delebiler, „Carsharing-Angebote sind ein wichtiger Teil der Lösung, wenn wir die gesamte Anzahl an Pkws bis zum Jahr 2030 begrenzen wollen.“

Demnach wird bis zum Jahr 2030 mit 3,4 Millionen Autos in Dänemark gerechnet, während die Anzahl heute bei 2,7 Millionen liegt.

Die Ausbreitung von Carsharing-Angeboten kann somit gerade auch im ländlichen Raum wie in Nordschleswig zu einer umweltgerechteren Verkehrslösung beitragen und zudem die Mobilität vor Ort für den Einzelnen vereinfachen.

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Leserbrief

Erik Lorenzen
„Bosætning i Kommune Sønderborg“