Coronavirus

Ansteckungen ohne Ende: Das sagt der Gesundheitschef

Ansteckungen ohne Ende: Das sagt der Gesundheitschef

Ansteckungen ohne Ende: Das sagt der Gesundheitschef

Sonderburg/Sønderborg
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Die Zahl der Infizierten in Sonderburg steigt weiter an. Foto: Sara Wasmund

65 Bürger der Kommune Sonderburg haben sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt. Der Gesundheitschef erläutert die Lage im Interview.

Mit 89 infizierten Bürgern innerhalb von sieben Tagen und einer Ansteckungs-Inzidenz von 120,1 hat die Kommune Sonderburg den höchsten Ansteckungswert in Nordschleswig. Als Leiter der kommunalen Gesundheitsbereitschaft kennt Gesundheitschef Michael Skriver Hansen die Lage genau. Im Interview mit dem „Nordschleswiger“ spricht er über die Entwicklung.

Vor einigen Wochen stieg die Zahl der Angesteckten vor allem im Stadtteil Stenbjergparken, nachdem Teilnehmer einer kurdischen Großhochzeit das Coronavirus aus Aarhus nach Sonderburg einschleppten. Ist der Ausbruch des Virus auch weiterhin bestimmten Ortsbereichen zuzuordnen?
Nein, das ist nicht mehr der Fall. Die Ansteckungen haben sich über die ganze Kommune verteilt, und es gibt keinen bestimmten Bereich, der besonders hart getroffen ist. Das Virus ist überall angekommen. Wir erleben das, was man als Durchinfizierung der Gesellschaft bezeichnet. Der Virus ist in breiten Teilen der Gesellschaft angekommen.

Warum steigt die Zahl der Ansteckungen in Sonderburg so stark?
Das ist wirklich schwer zu sagen. Wir sehen, dass es vor einigen Wochen vor allem Kinder und Jugendliche waren, die sich ansteckten. Jetzt sind es vor allem Personen zwischen 35 und 50. Vieles deutet darauf hin, dass es hauptsächlich soziale Zusammenkünfte sind, bei denen sich die Leute anstecken. Familientreffen oder Feste. Wichtig ist hier zu sagen, dass sich Sonderburg in diesem Punkt nicht vom Rest des Landes unterscheidet. Und daher ergeben die neu eingeführten Restriktionen absolut Sinn. Es ist hilfreich, dass die Maximalgrenze für private Versammlungen auf zehn Personen gesenkt wurde.

Und auch wenn es traurig ist: Man sollte wirklich versuchen, so wenig wie möglich soziale Kontakte zu haben, man sollte zu Hause bleiben und sich isolieren. Das ist der beste Schutz.

Michael Skriver Hansen, Gesundheitschef
Michael Skriver Hansen (r.) ist zusammen mit Verwaltungschef Tim Hansen und Bürgermeister Erik Lauritzen an der Spitze des kommunalen Krisenstabs. Foto: Sara Wasmund

Was können die Bürger in Sonderburg tun, um sich bestmöglich zu schützen?
Das klingt vielleicht langweilig, aber Handhygiene und Desinfizieren bedeuten unglaublich viel. Und auch wenn es traurig ist: Man sollte wirklich versuchen, so wenig wie möglich soziale Kontakte zu haben, man sollte zu Hause bleiben und sich isolieren. Das ist der beste Schutz. Alle Feiern und Zusammenkünfte, die nicht wirklich notwendig sind, sollten nicht gehalten werden. Das ist traurig, aber das hilft.

Wo und wie kann man sich in der Kommune testen lassen?
Man kann unter der Internetseite www.coronaprover.dk einen Termin ausmachen. Das organisiert die Region. Bislang ist das Testcenter in Zelten am Sonderburger Krankenhaus. Ab kommender Woche Dienstag kommt das feste Testcenter am Sonderburger Ellegårdvej hinzu.

Was tut die kommunale Gesundheitsbereitschaft konkret, um die Ansteckungen zu minimieren?
Wir konferieren täglich intern und mit der Behörde für Patientensicherheit. Unsere Hauptaufgabe ist es, die Ansteckungsketten aufzuspüren und zu unterbrechen. Das gilt vor allem bei Fällen an Schulen, Einrichtungen und Institutionen.

Hier geht es zu den aktuellen Zahlen der Behörde.

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