Besondere Hochzeit

Kirchliche Trauung im 16. Stock

Kirchliche Trauung im 16. Stock

Kirchliche Trauung im 16. Stock

Sonderburg/Sønderborg
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Lisa Hvitfeldt Halskov und Kim Hvitfeldt Bøwadt wurden von Pastor Hauke Wattenberg getraut. Foto: Friedrich Hartung

Mit den besten Aussichten in eine Ehe: Im 16. Stock des Hotels Alsik ist am Wochenende erstmals ein Brautpaar vermählt worden.

„Es war einfach fantastisch und Sonderburg bei Nacht wunderschön.“ Lisa Hvitfeldt Halskov kann von sich selbst behaupten, mit den allerbesten Aussichten in ihre Ehe mit Kim Hvitfeldt Bøwadt gestartet zu sein.

Mit Blick auf die hell beleuchtete Stadt am Alsensund haben die beiden am Sonntagabend geheiratet – vermählt wurden sie von Pastor Hauke Wattenberg von der deutschen Gemeinde in Sonderburg.

„Wir haben uns auf Maui in 3.000 Metern Höhe verlobt, und da wir beide in Sonderburg leben, fiel uns für den Ort der Trauung die Aussichtsplattform im Alsik ein“, erzählt die Braut, wie es zur außergewöhnlichen Ortswahl kam. „Als wir Hauke gefragt haben, hat er gesagt, das sei kein Problem, er sei schwindelfrei.“


Bei der Trauung im Alsik Foto: Friedrich Hartung

Die frisch Vermählten haben den Ort ihrer Trauung nun auch im Ehealltag bestens im Blick. „Von unserem Haus und unserem Garten aus können wir das Alsik sehen.

So werden wir immer daran erinnert, das ist auch toll“, so Lisa Hvitfeldt Halskov, der beim Fotoshooting vor dem Alsik – an der Skulptur von Olafur Eliasson – fast noch der Schleier in den Alsensund geflogen wäre. Ein beherztes Eingreifen des Fotografen verhinderte Schlimmeres.

Mit dem Hotel zuvor abgesprochen

Für die Trauungszeremonie hatte die Hochzeitsgesellschaft die Aussichtsplattform für sich, das wurde zuvor mit dem Hotel abgesprochen. „Wir hatten einfach angerufen und nachgefragt, ob es möglich ist. Und das Hotel hat gesagt: kein Problem!“

Die Gäste des Paares wussten von nichts. „Offiziell war der 50. Geburtstag von Kim der Anlass, sich im Alsik zu treffen. Dann kamen wir im weißen Kleid und im Anzug und es wurde eine große Überraschung“, erzählt die Braut. Auch die jeweils zwei Kinder der beiden Eheleute waren dabei.


Echtes Kerzenlicht war aus Brandschutzgründen nicht erlaubt. Aber die Stadt unter uns hat ja wunderschön gefunkelt.

Lisa Hvitfeldt Halskov, Braut

Den roten Läufer und die Dekoration haben die Eheleute selbst mit in den 16. Stock gebracht. „Echtes Kerzenlicht war aus Brandschutzgründen nicht erlaubt. Aber die Stadt unter uns hat ja wunderschön gefunkelt“, so die Braut.

Ist eine Trauung auf dem Alsik allen Bürgern möglich? Die Kommune Sonderburg gibt Auskunft. „Prinzipiell darf man überall standesamtlich getraut werden“, sagt Christiane Hoffmann vom kommunalen Hochzeitskontor. „Man muss nur ein Stadtratsmitglied finden, das einen traut, und den Ort für die Trauung selbst absprechen, in dem Fall mit dem Hotel Alsik kommunizieren.“

Prinzipiell darf jedes Stadtratsmitglied der Kommune eine standesamtliche Trauung durchführen, „und zwar egal wo“, unterstreicht die Trauexpertin. Die Kommune Sonderburg habe mit der Organisation nichts zu tun, „wir stellen dann die Papiere mit dem entsprechenden Ort aus“, so Hoffmann.

Fast wäre der Schleier während des Fotoshootings in den Alsensund geflogen. Foto: Friedrich Hartung
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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„100 Jahre Mehrwert“