Infrastrukturpläne

Ob Tunnel oder Brücke: Große Freude über Untersuchung

Ob Tunnel oder Brücke: Große Freude über Untersuchung

Ob Tunnel oder Brücke: Große Freude über Untersuchung

Sonderburg/Sønderborg
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Am Fehmarnbelt hat das Tunnelbauprojekt bereits begonnen (Foto), am Kleinen Belt ist man noch in der Untersuchungsphase. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Eine feste Querung zwischen Alsen und Fünen ist am Donnerstag wahrscheinlicher geworden, nachdem die Regierung das Projekt in ihren Infrastrukturplan aufgenommen hat. Die Reaktionen darauf sind erwartungsvoll.

Folketingspolitikerin Ellen Trane Nørby kann sich noch gut erinnern, wie sie 2005 für die Idee einer Brücke zwischen Alsen und Fünen ausgelacht wurde. „Es wurde gelacht. Das tut heute niemand mehr. Und mit dem Vorschlag einer Voruntersuchung sind wir wieder einen Schritt weitergekommen, und das ist gut“, sagt Ellen Trane Nørby (V), die bei der Kommunalwahl 2021 als Bürgermeisterkandidatin in der Kommune Sonderburg zur Wahl antritt.

Die dänische Regierung hatte am Donnerstag ihren 160 Milliarden Kronen schweren Infrastrukturplan bis 2035 präsentiert. Unter anderem soll eine feste Verbindung zwischen Alsen und Fünen konkret untersucht werden. Somit steht das Projekt erstmals in einem Regierungsplan zur landesweiten Infrastruktur.

Parteiübergreifende Unterstützung

„Ich will Benny (Engelbrecht, Transportminister, d. Red.) gerne dafür loben, dass er die Voruntersuchung mit in die Pläne genommen hat. Denn das ist eine Sache, für die wir gemeinsam und quer durch die Parteien über viele Jahre gekämpft haben. Nun ist der Weg gebahnt, dass wir weiterkommen können“, so Trane Nørby.

Sie hofft auf eine wirtschafliche und umweltmäßig nachhaltige Lösung. Untersucht werden sollte beispielsweise, so die Politikerin, wie man eine Zusammenarbeit mit der bereits aktiven Tunnel-Elementfabrik in Rødbyhavn ins Spiel bringen könnte, die den Fehmarn-Belt-Tunnel baut.

Folgt nach dem Fehmarnbelt der Kleine Belt? In Rødbyhavn (Foto) haben die Arbeiten zum Tunnelbauprojekt begonnen. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Diese Idee unterstützt auch Jes Ellehauge Schwartz-Hansen, Chef des Sekretariats von „Als-Fyn-Broen“. „Der Vorteil einer Tunnellösung könnte sein, dass wir die Fabrik in Rødbyhavn weiternutzen könnten und so eine nachhaltige Lösung schaffen. Es gibt bereits diese Fabrik, die Tunnelelemente liefern kann, die muss nicht erst neu gebaut werden“, gibt Jes Ellehauge Schwartz-Hansen zu bedenken.

Dass es die feste Querung auf den Plan der Regierung geschafft habe, sei „superfantastisch, es bedeutet, dass wir einen Schritt weiter sind“.

Tunnel oder Brücke? Beides hat Vor- und Nachteile

Nun hofft er, dass die Untersuchung es nach den beginnenden Infrastrukturverhandlungen in den endgültigen Gesetzesvorschlag schafft. „Aber da können wir mit Blick auf die Unterstützung aus fast allen Parteien wohl optimistisch sein“, sagt Jes Ellehauge Schwartz-Hansen, der in Sonderburg lebt.

Auf die Frage, ob er eine Brücke oder einen Tunnel favorisieren würde, sagt er: „Beides hat Vor- und Nachteile. Die Tunnellösung ist sicher nachhaltiger und gut für die Umwelt. Die Brücke würde eine Fahrradspur einfacher machen, die wir uns wünschen. Ich denke, die beste Lösung sollte gewinnen, und soweit wir es verstanden haben, sollen beide Möglichkeiten in der Voruntersuchung analysiert werden.“

Die Landesteile Fünen und Süddänemark würden über die elf Kilometer lange Verbindung näher zusammenrücken. Foto: Vejdirektoratet

Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen (Soz.) freut sich, dass der Infrastrukturplan der Regierung „eine neue Phase für unser Projekt einleitet“. „Ebenso wie für Faaborg werden eine feste Verbindung und eine Aufwertung des Straßennetzes ein Gamechanger für Sonderburg werden“, so Lauritzen. „Näher an Fünen zu rücken, an weitaus mehr Arbeitsplätze und an das neue Superkrankenhaus in Odense wird fantastisch für Alsen und ganz Nordschleswig sein“, so der Bürgermeister.

„Glänzende Wirtschaftlichkeit für die Gesellschaft“

„Unsere eigenen Analysen zeigen deutlich, dass in einer festen Verbindung eine glänzende Wirtschaftlichkeit für die Gesellschaft steckt, und daher ist es fantastisch, dass die Regierung nun eine Voruntersuchung einleitet, die uns unter anderem mehr über die Bodenverhältnisse im Kleinen Belt erzählt, was entscheidend dafür istd, ob es eine Brücke oder ein Tunnel wird“, sagt Lauritzen.


Die Brücke würde Alsen mit der Mitte Dänemarks verbinden und den Verkehr über das „Sydfynske Øhav“ führen. Foto: Screenshop/Google Maps
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