Ausflugsziele in Nordschleswig

Ab an den Strand!

DN
Apenrade/Aabenraa
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Stadtstrandstegsprünge in Sonderburg. Foto: Karin Riggelsen (Archivbild)

Schwimmen mit Tümmlern, Strandtage mit Kiosk-Flair oder einsame Weiten auf der Insel: Nordschleswig ist reich an Stränden. Eine Auswahl.

Leben Nordschleswiger, wo andere Urlaub machen, und machen Nordschleswiger dauernd Urlaub, während sie leben?

Die Strände in den vier Kommunen Nordschleswigs legen das zumindest nahe. Man kann vor oder nach Feierabend an den Strand hüpfen, um sich dort den Stress beim Untertauchen quasi im Salzwasser abzustreifen.

Doch wo gibt es die besten Hauptstrände, die schönsten einsamen Buchten, welche Strände sind mit öffentlichen Toiletten versehen, und wo dürfen Hunde im Wasser mitplanschen?

Unsere Redaktion hat sich die Strände in den vier Kommunen einmal näher angeschaut – und stellt ein paar der eigenen Favoriten vor.

Dass Menschen im Meer und in Gewässern baden, um sich zu erholen und zu ertüchtigen, ist übrigens noch gar nicht so lange der Fall. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts fingen mutige Strandbesucher damit an, sich ins Wasser zu begeben.

Bis dahin waren die dunklen, oft als böse betrachteten Tiefen des Ozeans eher gefürchtet. Das Bad im Wasser dauerte Sekunden, und schwimmen konnte so gut wie niemand.

Gut, dass sich das längst geändert hat, die heilende Wirkung des Salzwassers entdeckt wurde und der Strandurlaub sich durchgesetzt hat. Eine Auswahl unserer schönsten Strände im Landesteil.

Der scheinbar endlose Strand auf Röm in der Kommune Tondern. Foto: DN

Auf Röm die Nordsee genießen

Wo gibt es den besten Strand an der Westküste Nordschleswigs? Diese Frage stellen immer wieder Urlauber, die hierzulande ihre Ferien verbringen. Die Antwort lautet des Öfteren: „Auf Röm.“

Dort ist es möglich, mit dem Auto über den festen Sand bis ans Wasser zu fahren – vorausgesetzt, dass die Flutzeiten beachtet werden, denn so mancher Urlauber wurde schon von dem steigenden Wasserspiegel überrascht. In den Sommermonaten, bei sonnigem Wetter, herrscht am Strand von Lakolk meist viel Trubel. Besonders in den Ferien entspannen sich dort auch viele Jugendliche nach ihren nächtlichen Feiern.

Doch wer sich ein ruhiges Plätzchen sucht, sollte weg von Lakolk und Strandabschnitte weiter südlich anfahren. Insbesondere der autofreie, mit Pfählen abgetrennte Strand lädt zur Entspannung ein und ist für Kinderfamilien besonders geeignet.

Auch für Sportler hat der Strand genügend Platz zur Verfügung. Im Süden sind das Strandbuggyfahren und Strandsegeln erlaubt. Wer kein eigenes Gerät besitzt, kann sich vor Ort für ein wenig Geld eins mieten. Die günstigen Wind- und Wellenverhältnisse sind zudem ideal für Aktivitäten wie Kitesurfen oder Windsurfen. Wer gegen Ende des Strandtages einen Heißhunger hat, der kann in den zahlreichen Restaurants in Lakolk oder Havneby ein üppiges Abendessen genießen.

Die versteckte Perle

Eine richtige Perle eines Strandes befindet sich nördlich von Apenrade in Loddenhoi. Er ist durch Bäume und Büsche vom Hinterland getrennt, sodass sich hier wirklich der Traum von Ruhe und Abgeschiedenheit fernab vom stressigen Alltag erfüllen lässt. Das Wasser am Strand von Loddenhøj ist sehr flach und so auch gut zum Spielen für Kinder geeignet.

Auch Surfanfänger kommen dort auf ihre Kosten, da das ruhige Wasser ideal für die ersten Versuche auf dem Brett ist. Vom Strand gibt es eine schöne Aussicht auf die Insel Barsø, die nur rund drei Kilometer vom Festland entfernt liegt und von hügeligen Landschaften und schönen alten Bauernhöfen geprägt ist.

Im Kiosk des anliegenden kleinen Campingplatzes gibt es kalte Getränke und Eis für die Erfrischung zwischendurch.

Wem hingegen etwas Trubel am Strand nichts ausmacht oder wer nach dem Strandbesuch noch durch die Fußgängerzone bummeln möchte, dem empfiehlt sich ganz klassisch der Stadtstrand, der Südstrand mitten in Apenrade. Auch dort bietet das lange flach bleibende Wasser ideale Bedingungen für Kinder, um im kühlen Nass sicher herumzutoben.

Foto: pl

Mit Tümmlern baden an Stränden bei Hadersleben

Von Sandersvig östlich von Fjelstrup über Aarö und Aarösund, Flauth, Raade und Halk bis Süderballig in der Gjenner Bucht ist die Kommune Hadersleben reich an Badestränden mit bestem Wasser. Wer im Binnenland bleiben möchte, könnte sich auch im Wittstedter Seebad in die Fluten werfen.

Hauptstrand der Kommune ist sicherlich der Heisagger Strand mit seiner Blauen Flagge direkt am Pinneberg Heim oder seinem breiten „Dünenstrand“ von der Grillbar am östlichen Parkplatz ganz raus bis zum Halk Nor. Hier sind Hunde – natürlich – an der Leine auch gern und häufig gesehene Gäste.

Wer weit genug gen Südosten geht, findet dort auch einen Platz für sich allein. Gen Westen schließt der Strand direkt an den Kjelstrup Strand – ebenfalls mit Blauer Flagge – an, der aber weniger Spielraum lässt, weil er mit 10 bis 15 Metern relativ schmal ist. Hier muss man sich den feinen Sand auch mit den Sommerhausbesitzern teilen, da deren Vorgärten fast direkt am Ufer liegen. Für Kinderfamilien ist Kjelstrup aber gut, weil es dort nicht so schnell tief wird wie am benachbarten Strand von Heisagger.

Generell hat insbesondere Heisagger mit seinem groben Sand alles, was das Herz begehrt: mehrere und saubere öffentliche Toiletten. Einen neuen Umkleideschuppen für Winterbader, Parkplätze und im Sommerhalbjahr eine gut besuchte Grillbar mit leckeren hausgemachten Gerichten, Getränken und jeder Menge Eis.

Attraktion des Jahres war/ist aber eine Tümmlerfamilie, die sich fleißig zeigt und von Halk bis zum Djernis Strand pendelt und Fische fängt an den Netzen des örtlichen Gewerbefischers. Hier kann man tatsächlich mit Tümmlern baden.

Geheimtipp: In der Kommune Hadersleben gibt es jede Menge weniger bekannte Wege, die zum Strand führen. Ohne große Probleme findet man – genau wie die Tümmler – aber den Weg nach Tormaj, wo es jedoch keine Toiletten, aber einen kleinen Wald-Parkplatz sowie Bänke und Mülleimer gibt. Dafür kann man sich gen Westen oder Osten selbst ein Plätzchen aussuchen an einem nicht überlaufenen Strand direkt östlich vom Wilstrup/Djernis Strand und südlich von Haust und Süderwilstrup.

Ein Badesteg führt bei Ballebro in oft wellige und tiefe Fluten. Foto: Riethmüller

Stadtstrand und viele kleine Buchten

Die Kommune Sonderburg hat mit mehreren Halbinseln, einer Insel sowie einem langen Sund so viele Strände und Bademöglichkeiten zu bieten, dass es schwerfällt, eine Auswahl zu treffen.

Erstes Kriterium: Will ich in der Flensburger Förde schwimmen? Dann auf nach Broackerland, Rinkenis und Ekensund. Möchte ich im Sund plantschen? Zwischen Blans und Sandholm, Kier und Düwig laden Dutzende kleiner Strände ein. Oder doch lieber das Gefühl von (einigermaßen) offener Ostsee mit Blick auf Fünen? Dann ist die Nord-Ostseite der Insel Alsen zu empfehlen.

Die Hauptstadt Sonderburg verfügt über mehrere Stadtstrände: einen großen mit Badestegen entlang des Strandvejs östlich des Schlosses und einen auf der Düppel-Seite an der Sundgade. Letzterer verfügt über einen sehr guten Kinderspielplatz, feinen Sand und einen erlesenen Blick auf das Schloss und die vorbeifahrenden Segelboote, die zwischen Sonderburger Bucht und Alsensund hin und her kreuzen.

Spaziert man die Promenade entlang zum Seglerhafen und weiter geradeaus, stößt man auf einen weiteren Strand, den Schwarzen Strand, der durch den flachen Einstieg besonders für Kinder geeignet ist.

Entlang der Insel Alsen finden sich viele unberührte Strände, sowohl hin zum Sund als auch zum Kleinen Belt, wo Ostsee-Feeling aufkommt. Wer bei Norburg rechts ab Richtung Wasser fährt, findet entlang der Küste viele Strände mit Badestegen – und bei guter Sicht ist Fünen zu sehen.

Beispielsweise am Arnbjergvej, wo im Lavensby Strand Camping auch ein Kiosk zur Verfügung steht. Ganz im Norden der Insel liegt der Købingsmark Strand, ein relativ breiter Strand mit Campingplatz, Badesteg und fantastischer Weitsicht aufs Wasser.

Ein kleiner Geheimtipp ist der Badestrand am Fähranleger Ballebro. Dort steigt man mit Blick auf das pittoreske Badehotel in die glasklaren Fluten, die tief und sauber sind, während einen Anleger weiter die Fähre an- und ablegt.

Der Kiosk verkauft Eiskugeln mit rosa Schaumhaube, Burger und Pommes. Die Mischung aus wartenden Fährgästen, badenden Einheimischen und feinen Gästen im Badehotel, der Geruch nach warmem Gras und Salzwasser macht den Strand von Ballebro zum perfekten Sommererlebnis.

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Leitartikel

„Eine neue Laufbahn“

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur